ARLENE erster Atlantiksturm 2017

Außergewöhnlich früh beginnt in diesem Jahr die Hurrikansaison auf dem Nordatlantik. Westlich der Azoren hat sich der Tropische Sturm ARLENE gebildet, der aber kein Land bedroht. Ganz überraschend kam diese Entwicklung nicht – wir berichteten. Allerdings sah es am Freitag zunächst so aus, als ob dich das Tief eher auflösen als zum Sturm werden würde. ARLENE ist erst der zweite Tropensturm in einem April seit es Aufzeichnungen gibt.

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Lixion Avila, langjähriger Meteorologe am National Hurricane Center in Miami/Florida, zeigte sich ebenfalls überrascht, dass es das subtropische Tief plötzlich doch zu einem rein Tropischen Sturm schaffte: „Ich muss eine weitere Überraschung zu meinen Erfahrungen über Hurrikane hinzufügen.“ Zeitweise zeichnete sich auf den Satellitenbildern sogar ein Auge ab. Der Sturm ARLENE weist derzeit mittlere Windgeschwindigkeiten bis etwa 85 km/h auf mit Böen bis etwa 100 km/h. Er dürfte sich aber nun nicht weiter verstärken, sondern geht in ein Tiefdruckgebiet der mittleren Breiten auf und dürfte damit am Samstag rasch von der Bildfläche verschwinden.

Zuletzt wurde im Jahr 2003 ein Tropensturm mitten im April beobachtet, der Sturm ANA entstand ebenfalls am 20. April mitten auf dem Atlantik. Elf Jahre davor gab es einen so genannten Subtropischen Sturm – eine Mischung aus Tropensturm und Tief der gemäßigten Breiten. Der Sturm bekam aber keinen Namen, sondern wurde erst nachträglich analysiert. Weitere Aprilstürme sind nicht bekannt, allerdings können Stürme aus der Zeit vor Beginn des Satellitenzeitalters leicht durch die Maschen gefallen sein. Erst im vergangenen Jahr legte die Hurrikansaison einen Frühstart hin, als der Hurrikan ALEX mitten im Januar auf die Azoren traf.

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Der Hurrikan ALEX am 14. Januar 2016 südlich der Azoren mit einem deutlich erkennbaren Auge. Solch ausgeprägte Tropenstürme oder Hurrikane kommen außerhalb der offiziellen Saison, die von Anfang Juni bis Ende November reicht, nur selten vor. In den Lehrbüchern steht meist noch, dass die Wassertemperatur mindestens 26 bis 27 Grad betragen muss, damit sich ein Hurrikan bilden kann. „Alex“ und jetzt „Arlene“ zeigen eindrücklich, dass nicht die absolute Wassertemperatur entscheidend ist, sondern der Temperaturunterschied zur Luft in größeren Höhen. Ist die Schichtung in höhenkalter Luft ausreichend labil, können sich Schauer und Gewitter unter günstigen Windbedingungen auch bei Wassertemperaturen um 20 Grad oder sogar darunter zu einem Sturm oder Hurrikan formieren.

Ob solche ungewöhnlichen Stürme etwas mit der Klimaerwärmung zu tun haben, ist völlig offen. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Hurrikanaktivität auf dem Atlantik ist Gegenstand der Forschung und wird weiterhin sehr kontrovers diskutiert. Was sich aber eindeutig sagen lässt: Ein solcher früher Sturm ist kein Hinweis für den Verlauf der eigentlichen Hurrikansaison


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