Wieder sehr trocken in vielen Teilen Deutschlands

Seit dem August waren die meisten Monate deutlich zu trocken in weiten Landesteilen. Nur der November brachte halbwegs normalen Regen. Im Dezember ist vor allem im Südwesten gebietsweise noch überhaupt kein Regen gefallen. Gab es schon mal einen komplett trockenen Dezember? Die Trockenheit macht sich auch in vielen Flüssen und Stauseen in Deutschland bemerkbar.

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Die Karte mit den 24stündigen Regensummen bis zum Montagmorgen zeigt, dass im Nordosten und in den östlichen Mittelgebirgen gebietsweise Mengen um 20 Liter pro Quadratmeter gefallen sind. Nach Westen und Südwesten hin blieb es aber teilweise trocken. Für Details einfach in die Bundesländer klicken und dann auf die Stationen gehen.

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Schaut man sich die bisherigen Monatssummen im Dezember an, so ist der meiste Regen bisher im Norden und Osten gefallen, während es im Südwesten gebietsweise komplett trocken blieb.

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Die Karte aus dem EuropaHD-Modell mit den erwarteten Regensummen für die nächsten 5 Tage zeigt den Südwesten praktisch trocken.

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Die Regensummankarte aus dem globalen US-Modell zeigt die erwarteten Regenmengen bis kurz vor dem Weihnachtsfest. Zwar sind davon nur die ersten Tage relativ sicher, aber man bekommt einen Eindruck, wie der weitere Trend aussieht. Im Südwesten wird von diesem Modell kein Niederschlag erwartet.

Auslöser ist eine anhaltende Hochdruckwetterlage, die sich in nächster Zeit bei uns einstellt. Sie wird nur am Dienstag/Mittwoch von Tiefausläufern kurzzeitig unterbrochen und könnte bis in die Weihnachtswoche anhalten:

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Erwartete Luftdruckverteilung am kommenden Sonntag (18.12.) mit einer umfangreichen Hochdruckzone, die von den Britischen Inseln bis zum Schwarzen Meer reichen soll.

Nun stellt sich die Frage, ob es womöglich an einzelnen Orten in diesem Monat komplett trocken bleiben könnte. Gab es das schon einmal in einem Dezember in Deutschland? Gerade im Südwesten Deutschland traten in der Vergangenheit schon sehr niedrige Monatssummen in einem Dezember auf. Man muss aber schon lange zurückschauen, um auf fast trockene Monate zu stoßen. Der Dezember 1963 war im Südwesten sehr trocken und mehrere Wetterstationen registrierten Monatssummen unter einem Liter pro Quadratmeter. Es gab aber auch Dezembermonate, die komplett trocken blieben. An der Station Öhringen im Hohenlohekreis mit einer bis zum Jahre 1868 zurückreichenden Messreihe wurde im Dezember 1890 kein messbarerer Niederschlag registriert. Das gleiche gilt für die Wetterstation in Hechingen im Zollernalbkreis. Dort fiel im Dezember 1861 kein messbarer Niederschlag. Bad Sooden-Allendorf in Nordhessen hatte im Jahre 1932 einen trocken Dezember. Und auch in Sachsen gibt es eine Station, nämlich in Leipzig-Holzhausen, an der im jahre 1864 mal kein Niederschlag im ganzen Dezember gemessen wurde.

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Archivbild, Rhein bei Düsseldorf im Frühhebst 2016

Nachdem bereits die Monate August bis Oktober in vielen Regionen Deutschlands deutlich zu trocken ausgefallen waren und der November dies kaum ausgleichen konnte, macht sich der wenige Regen auch in vielen Flüssen und Stauseen bemerkbar. Die meisten Flüsse weisen derzeit deutlich niedrigere Wasserstände aus als im langjährigen Mittel. Am Rhein in Düsseldorf waren es am Montagmorgen 1,08 Meter über Pegelnull (willkürlich festgelegte Marke) mit weiter fallender Tendenz. Bis zu den Oktoberwerten ist aber noch Luft. Der bisherige Rekord aus dem Herbst 2003 beträgt in Düsseldorf 38 Zentimeter bzw. 40 Zentimeter im Tagesmittel. Weiter flussaufwärts waren es am Montagmorgen in Worms noch 70 Zentimeter, der Rekord aus 2003 liegt hier bei 15 Zentimeter. Der Nullpunkt der Pegel wurde allerdings an jedem Ort individuell festgelegt, die Werte sind nicht miteinander vergleichbar. Und Pegelnull bedeutet nicht, dass kein Wasser mehr im Fluss ist, es ist ein willkürlich festgelegter Wert.

Der Edersee in Nordhessen hatte seinen Tiefstand am 17. November erreicht mit einem Wasserstand von 24,8 Metern unter Vollstau. Das war der niedrigste Wasserstand im See seit dem Herbst 2003. Nach einem kurzzeitigen Anstieg um gut zwei Meter sinkt der Wasserstand seit Ende November sehr langsam wieder ab. Vom See wird unter anderem Wasser an die Oberweser abgegeben, um diese schiffbar zu halten. Unterschreitet das Volumen des Edersees eine bestimmte Menge, dann die Weser nicht mehr gestützt. Das ist in diesem Jahr seit dem 09. Oktober der Fall.


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