
Ungewöhnlich starke Regenfälle auf den Kanarischen Inseln
Ende März kam es durch ein ungewöhnlich starkes Tiefdruckgebiet (Sturmtief „Therese“) auf den Kanarischen Inseln zu ergiebigen Regenfällen. Die sehr nasse Wetterlage hat etwas gut eine Woche angehalten und besonders im durch Vulkane geprägten Bergland für außergewöhnlich hohe Regenmengen gesorgt.
Ausgangslage war in der vorletzten Märzwoche ein starkes, besonders in höheren Luftschichten ausgeprägtes Tief. Die Abweichung in der Höhenwetterkarte zeigt mit den tief blauen bis lila Farben, dass die Stärke des Tiefs selten bis außergewöhnlich war. Dieses Tief verlagerte sich nur sehr langsam und sorgte in der Folge bis etwa zum 25. März für wiederholt starke, teils gewittrige Regenfälle.

Bei Regen Wanderungen in den Bergen und besonders durch die Barrancos (Schluchten) vermeiden!
Beim Wandern in den Barrancos der Kanarische Inseln besteht bei Regen eine oft unterschätzte Gefahr: Selbst wenn es vor Ort kaum regnet, können weiter oben in den Bergen starke Niederschläge plötzlich zu Sturzfluten führen. Diese sogenannten „Flash Floods“ verwandeln trockene Flussbetten innerhalb von Minuten in reißende Ströme. Wanderer riskieren dabei, eingeschlossen oder mitgerissen zu werden, da das Wasser schnell ansteigt und kaum Ausweichmöglichkeiten bietet.
📊 Durchschnittlicher Niederschlag auf den Kanaren
Die Kanaren wirken oft trocken – das stimmt auch im Jahresdurchschnitt:
Allgemein
Regen fällt vor allem im Winterhalbjahr.
Der Sommer ist häufig durchweg trocken.
📉 Typische Jahreswerte (stark abhängig von Lage!)
Trockene Inseln (z. B. Fuerteventura):
→ nur ca. 150 mm/Jahr
Mittlere Inseln / Küsten:
→ etwa 200–400 mm/Jahr (typisch)
Feuchte Nordhänge & Berge besonders (La Palma):
→ bis 1000 mm/Jahr möglich
In einigen Höhenlagen sogar noch mehr.
Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen sind also auf den Kanaren extrem unterschiedlich und hängen sehr stark von der Höhenlage ab. Normalerweise fällt auf auf den Nordseiten der Vulkanberge und in den Höhenlagen deutlich mehr Regen, während die Südseiten sehr trocken sind. Der Monat März gehört oft schon zum Übergang in die Trockenzeit, aber nicht so im März 2026.
Niederschlagssumme von Mittwoch, 18.03.26 bis Mittwoch, 25.03.26
389 l/m² El Paso (La Palma)
422 l/m² San Bartolome Tirajana (Gran Canaria)
428 l/m² San Mateo (Gran Canaria)
Normalerweise sehr trocken (Süden) – März-Durchschnitt ca. 20 l/m²
81 l/m² Tenerife Sur (Teneriffa)
Teilweise sehr viel Regen allein in 24 Stunden
160 l/m² El Paso (La Palma) (in 24h bis Mittwoch 25.03., 07 Uhr)
160 l/m² Izana (Teneriffa) (in 24h bis Mittwoch 25.03., 07 Uhr)
112 l/m² Tacoronte (Teneriffa) (in 24h bis Mittwoch 25.03, 07 Uhr)
106 l/m² San Bartolome (Gran Canaria) (in 24h bis Sonntag 22.03, 07 Uhr)
85 l/m² San Andres (El Hierro) (in 24h bis Sonntag 22.03, 07 Uhr)
Wetterberuhigung – das Tief zieht ab
In den kommenden Tagen wird sich das Tiefdruckgebiet verziehen und das Wetter beruhigt sich deutlich. Es stellt sich meist wieder das typische, gemäßigte und ruhige Wetter auf den Kanarischen Inseln ein.
Fazit
In manchen Regionen ist mehr Regen gefallen als sonst häufig im ganzen Winterhalbjahr. Der März 2026 war damit definitiv außergewöhnlich nass, da der März in den meisten Jahren schon eher ein trockener Monat ist.
Die Wettermodelle hatten bereits vor dem Ereignis sehr große Regenmengen im Programm. In der Spitze wurden vom europäischen Wettermodell ECMWF 300 bis 450 l/m² berechnet, was im Endeffekt sehr gut passte. Der genaue Schwerpunkt wurde beim Blick auf La Palma, Teneriffa und Gran Canaria zu weit an die Küste gesetzt. Grund ist hier die unzureichend aufgelöste, komplexe Topographie der Inseln. Die sehr großen Höhenunterschiede von 0 m üNN an der Küste und bis über 2000 m üNN im Landesinneren können mit der vergleichsweise groben Modellauflösung nicht ausreichend erfasst werden. Dennoch kam das Ereignis nicht überraschend, die regenreiche Wetterlage zeichnete sich bereits viele Tage zuvor deutlich ab.











