
Tief brachte dem Osten wichtigen Regen
Nach einem bisher sehr trockenen Frühjahr brachte ein Randtief am Sonntag dem Osten und Nordosten Deutschlands kräftigen Dauerregen und flächige Niederschlagsmengen von 20 bis 40, im Nordosten stellenweise bis zu 80 l/m².
Zur Ausgangslage:
Der März und die erste Aprilhälfte waren aufgrund immer wieder auftretender blockierender Hochdruckwetterlagen in weiten Teilen Deutschlands deutlich zu trocken, so auch im Osten und Nordosten des Landes.
Im März wurde im Westen und Nordwesten das langjährige Niederschlagsmittel des Monats erreicht bzw. sogar überschritten. Ansonsten fehlten in großen Teilen des Landes 40 bis teilweise über 80 % des üblichen Märzniederschlages (Klimamittel). So fielen an der Station Dresden-Hosterwitz nur 13 mm (Mittel 1991-2020: 43 mm) Niederschlag. In Fürstenzell in Niederbayern waren es nur 20 mm im Vergleich zu 66 mm im langjährigen Mittel.

Auch die erste Hälfte des Aprils war geprägt von viel Hochdruckeinfluss und meist nur schwachen Tiefausläufern. So fielen z.B. an der Station Wittstock-Rote Mühle im Landkreis Ostprignitz-Ruppin und in in Berlin-Tempelhof bis Sonntagmorgen (19.04.) gerade mal 3,8 mm Niederschlag.

Randtief und Kaltfront am Wochenende:
Am Wochenende erfolgte eine Wetterumstellung. Nach zuvor sehr milden bis warmen und sonnig-trockenen Frühlingstagen erfasste zum Samstagabend eine Kaltfront den Nordwesten Deutschlands. Im Vorfeld der Kaltfront entwickelten sich auch im Osten und Nordosten am Samstag schon ein paar Schauer. Im Bereich der Front kam es dann am Sonntag zur Bildung eines kleinen Randtiefs bzw. einer Tiefdruckrinne im Osten des Landes. Die präfontal sehr milde Luft konnte auf der rückseitig einfließenden Kaltluft aufgleiten. So entwickelte sich über dem Osten ein großes Niederschlagsgebiet, dass sich am Sonntag nur langsam verlagert hat und vielerorts bis in die Nacht zum Montag Dauerregen gebracht hat. Vor allem im südlichen Teil waren am Sonntag auch Gewitter eingelagert. Die rückseitige Okklusion bringt am heutigen Montag in einem Streifen vom Nordwesten bis in den Osten noch Regen; dies aber in immer weiter abschwächender Intensität.
Bilanz zum Dauerregen:
Flächig fielen von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Thüringen und Sachsen innerhalb von 24 Stunden Mengen von 20 bis 40 mm Regen. Im nördlichen Brandenburg und in Teilen des südlichen Mecklenburg-Vorpommerns waren es sogar 50 bis örtlich 80 mm (Stand Montagmorgen 8 Uhr). Spitzenreiter ist die schon oben erwähnte Station Wittstock-Rote Mühle, an der in 24 Stunden 82 mm Regen fielen. In den vorigen 18 Tagen des Aprils waren es nicht mal 4 mm.

Nur sehr wenig Regen kam im Osten und Nordosten in den Gebieten von Rügen bis in den Landkreis Landkreis Vorpommern-Greifswald, sowie in Erzgebirgsnähe und in der Oberlausitz zusammen.

Einordnung des Regenereignisses und Ausblick:
Nach der trockenen Vorgeschichte war dies ein wichtiges und für die Natur und Landwirtschaft dringend nötiges Regenereignis. Auch wenn es örtlich mal zu Überschwemmungen kam, war der Regen ein Segen. Es zeigt aber auch wie ein solches Einzelereignis einen ganzen Monat bzw. eine Jahreszeit „verfälschen“ kann. Ohne diesen „Regensonntag“ wäre die Trockenheit hier schon wieder sehr besorgniserregend, zumal sich in nächster Zeit mit einem neuen blockierenden Hoch erneut trockenes und oft sonniges Hochdruckwetter einstellt. Nennenswerte Regenmengen deuten sich nach Abklingen des heutigen Regens bis einschließlich des nächsten Wochenendes erstmal nicht an (In der Grafik ist der Regen des heutigen Montags noch enthalten. Danach sieht das ECMWF-Modell vorerst keinen Regen mehr).

Trockenheit in anderen Teilen Deutschlands:
Vor allem im Süden des Landes hat sich nach einem sehr nassen Februar auch mittlerweile ein größeres Niederschlagsdefizit aufgebaut. So kam die Station München-Stadt in diesem April bisher gerade mal auf 6,8 mm. Im Klimamittel von 1991 bis 2020 fallen im April hier 56 mm. Man darf skeptisch bleiben, ob sich bei dieser eingefahrenen Wetterlage bis zum Monatsende nochmal größere Niederschläge einstellen.













