Supermond – was hat es damit auf sich und kann man den heute Abend sehen?

In einigen Medien ist derzeit die Rede von einem „Supermond“ oder sogar von einem „Super-Supermond“, der am Montagabend, 14. November zu sehen sein soll. In den Meldungen dazu wird das Ereignis so dargestellt, als ob der Mond dann wesentlich größer erscheint als sonst und wir Menschen den Unterschied sehr gut beobachten können. Ist da nun tatsächlich etwas dran, erwartet uns am 14. November ein astronomisches Großereignis? Diese Fragen muss man eindeutig mit Nein beantworten.

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Das Foto von Matthias Kipper zeigt den Vollmond am 16. Oktober 2016 in der Nähe von Grebenhain in Hessen.

Tatsächlich verläuft die Bahn des Mondes um die Erde in einer Ellipse, damit schwankt die Entfernung zwischen Erde und Mond. Im Mittel sind es etwa 384.400 Kilometer mit einem Minimum von 356.000 Kilometern und einer größten Entfernung von 406.000 Kilometern. Kommt der Mond genau zur Vollmondzeit der Erde sehr nahe, soll er größer erscheinen, einige nennen dies einen Supermond. Der Supermond ist aber unter Astronomen gar nicht gebräuchlich, für die größte Erdnähe des Mondes gibt es den astronomischen Begriff Perigäum (geringste Erdnähe: Apogäum). Den Supermond hatte der Astrologe Richard Nolle im Jahre 1979 in einem Horoskop-Magazin ins Leben gerufen. Er nannte es dann einen Supermond, wenn Voll- oder Neumond genau dann auftraten, wenn er sich in mindestens 90 Prozent der größten Erdnähe befand.

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Tatsächlich ist die Entfernung zwischen dem Mond und der Erde derzeit sehr gering, die drei Vollmondphasen von Oktober bis Dezember weisen einen „Supermond“ auf, wenn man nach der Definition von Nolle geht. Dabei war der Vollmond im Oktober gerade mal ca. 0,5 Prozent weiter entfernt als am 14. November und auch im De4zember sind es nur 0,8 Prozent mehr, der Vollmond erscheint also praktisch genauso groß. Und gerade am 14. November ist der Mond in seiner größten Erdnähe, er ist der Erde so dicht wie seit fast 70 Jahren nicht mehr. Und erst am 25.12.2034 kommt der Mond der Erde noch ein paar Kilometer dichter. Das klingt alles nach einem Extremereignis und der Mond erscheint immerhin 14 Prozent größer als zur Zeit der größten Entfernung und er kann bis zu 30 Prozent heller scheinen, aber merken wir wirklich etwas davon? Ist es wirklich ein so besonderes Ereignis, dass wir es auf keinen Fall verpassen sollten?

Kaum, denn der Unterschied ist für uns Menschen kaum wahrnehmbar. Zudem erscheint der Vollmond tief am Himmel stehend für uns sowieso größer und den Unterschied zwischen dem Vollmond am 14. November 2016 zu anderen Vollmonden kann man höchstens messen, aber nicht wirklich sehen. Aufgrund der elliptischen Bahn des Mondes ergeben sich in jedem Jahr mehrere „Supermonde“, wenn auch nicht ganz so erdnah wie in diesem Fall. Ist das Licht dann wenigstens heller? Auch dieser Effekt ist nur gering und je nach Wetterlage wird er auch ganz leicht kompensiert. Bei den heutigen Lichtverhältnissen mit extrem vielen störenden Lichtquellen bemerkt man erst recht keinen Unterschied zum „normalen“ Vollmond. Man bräuchte schon einen sehr dunklen, ländlichen Standort ohne jegliche Lichtverschmutzung. Astronomisch ist der „Supermond“ also eine Besonderheit, der „Otto-Normalbürger“ merkt davon praktisch nichts.

Aber kann man den Mond am Montagabend überhaupt sehen in Deutschland? Grundsätzlich ja, doch es kommt eben auf die Bewölkung an. Die besten Chancen hat man ganz klar im Osten und Süden Deutschlands. Hier ist der Himmel meist gering bewölkt oder klar. Weiter nach Westen und vor allem zur Nordsee hin hat man hingegen kaum Chancen. Dichte Wolken versperren die Sicht, wie man auch in unserer Super-HD-Wolkenvorhersage erkennen kann. Für mehr Details bitte in die Bundesländer klicken, man kann auch Stunde für Stunde weiter klicken und die Entwicklung der Bewölkung in der Nacht zum Dienstag sehen.

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Was es mit Supermond, einer Mondfinsternis und dem „Blutmond“ auf sich hat, erklärt auch der Kollege Andreas Neuen in einem Video:


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Ein Kommentar

  1. Lisa 8. November 2016

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