Meteorologische Chronologie der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands im Juli 2021

Mitte Juli 2021 verlagerte sich ein ausgeprägtes Höhentief von Frankreich weiter zu den Alpen und nach Süddeutschland. Es lenkte an seiner Vorderseite sehr warme bis heiße und feuchte Luftmassen bis in den Norden und Osten Deutschlands, gleichzeitig kühle Atlantikluft in den Süden und Südwesten Deutschlands. Diese Konstellation sorgte für Rekordregenfälle in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. 

In diesem Beitrag wollen wir die Vorhersage vom vorangegangenen Wochenende (Sonntag, 11. Juli 2021) an bis hin zum Eintreffen des Ereignisses vom 13.07.2021 bis 15.07.2021 mit verschiedenen Wettermodellen genauer verifizieren. Ebenso die kurzfristige Entwicklung ab dem 13.07.2021 bis hin zum Morgen des 15.07.2021 genauer beleuchten. Dazu werden unter anderem die Vorhersagen hochaufgelöster Wettermodelle, Radarbilder und Sturzflutwarnungen herangezogen.

Sonntag, 11. Juli 2021 – Hinweise auf gefährliche Unwetterlage 

Die Berechnung des europäischen Wettermodells (ECMWF) zeigte am Sonntagmorgen bereits eine brisante Wetterlage für Deutschland. Ein Höhentief (Cut Off) soll sich von Dienstag bis Mittwoch von Frankreich her nach Deutschland verlagern (Europakarte unten links) und an seiner Nord- bis Nordostflanke sehr warme bis heiße, aber vor allem auch extrem feuchte Luftmassen bis in den Westen Deutschlands führen. Die Werte für das atmosphärische Niederschlagswasser (Karte Deutschland rechts) übersteigen dabei oft 40 mm. Diese extrem feuchte Luftmasse soll durch das Höhentief mit Zentrum über den Süden Deutschlands von Nordrhein-Westfalen bis nach Rheinland-Pfalz und Benelux intensiv gehoben werden, was zu extremen Regenfällen führt.

 

Unten sehen wir zwei verschiedene Berechnungen vom Sonntag (11.07.2021) für die Niederschlagsmenge bis Donnerstagmorgen (15.07.2021). Links ist das ECMWF, rechts das amerikanische GFS Wettermodell zu sehen. Das ECMWF berechnet teils über 140 mm in der Eifel, das US Wettermodell sogar über 200 mm etwas weiter östlich. Nun weiß jeder Meteorologe, dass es bei dieser Wetterlage zu schauerartigen Verstärkungen kommt und sogar eingelagerte Gewitter geben kann. Die Niederschläge werden „konvektiv durchsetzt“ sein. Bei den Wettermodellen ECMWF und GFS handelt es sich aber um grobmaschige Globalmodelle, die Konvektion nicht auflösen können. Es muss also bei Eintreffen einer solchen Wetterlage davon ausgegangen werden, dass es örtlich in diesem Bereich zu noch größeren Regenmengen kommen kann. Kurz gesagt: Diese Niederschlagsmengen von 100 bis 200 mm in einem grobmaschigen Globalmodell sind sehr alarmierend.

Am Sonntag (11.07.2021) galt es also die weiteren Berechnungen bis Dienstag und Mittwoch ganz genau zu verfolgen, ob sich diese brisanten Karten bestätigen.

 

 

Montag, 12. Juli 2021 – die Wettermodelle bleiben konstant

Unten sind weitere Berechnungen des europäischen Wettermodelles ECMWF von Sonntagabend bis Dienstagmorgen  zu sehen. Die Grafiken zeigen die 24stündige Niederschlagsmenge für Mittwoch, den 14.07.2021. Die exakten Schwerpunkte im Westen schwanken von Berechnung zu Berechnung, aber eines ist nun langsam sicher: Mit Schwerpunkt von NRW bis nach Rheinland-Pfalz muss wohl am Mittwoch mit extremen Regenfällen bis weit in den Unwetterbereich gerechnet werden. Selbst die grobmaschigen Wettermodelle rechnen innerhalb von 24 Stunden Schwerpunkte mit teils 100 mm Regen und mehr. Wie bereits oben erläutert, muss davon ausgegangen werden, dass örtlich noch mehr fällt.

 

Das Ensemble-Verfahren mit 50 Lösungen/Berechnungen des ECMWF (auch hier wieder bedenken es ist ein recht grobmaschiges Globalmodell) zeigte am Montag einen deutlichen Niederschlagsschwerpunkt von NRW bis RLP und weiter zum Saarland bis in den Westen von Baden-Württemberg. Selbst im Mittel aller Lösungen waren in der Eifel über 100 mm Regen berechnet, was im Mittel schon extrem viel und alarmierend ist. Das Maximum zeigte einen Schwerpunkt mit über 200 mm Regen in der Eifel.

 

Dienstag, 13.07.2021 – Tief BERND kommt nach Deutschland

In der Nacht auf Dienstag, den 13.07.2021 brachte das aufziehende Tief bereits im Südwesten (Besonders rund um den Schwarzwald) ergiebige Regenfälle. Tagsüber kam es auch im Westen zu ersten Regenfällen, diese blieben bis zum Abend in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und NRW aber noch weitgehend moderat. Der Fokus lag am Nachmittag und Abend zunächst im östlichen Bayern, in Thüringen, Sachsen und Teilen von Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Hier bildeten sich in der feucht-warmen bis heißen Luftmasse schwere Gewitter, die örtliche Sturzfluten brachten. Siehe dazu Archiv Stormtracking.

Wir starteten am Nachmittag bereits einen Liveticker, um die Wetterlage durchgehend zu begleiten.

Ab dem Abend und der Nacht auf Mittwoch (14.07.2021) rückten dann immer mehr NRW und die angrenzenden Gebiete in Rheinland-Pfalz in den Fokus. Nun rechneten auch zahlreiche hochaufgelöste Wettermodelle für die kommenden 48 Stunden. Diese Modelle sind sehr feinmaschig und können Konvektion (eingelagerte Schauer/Gewitter) auflösen. Aus diesem Grund sind in diesen Wettermodellen auch örtliche „Hotspots“ durch konvektive Verstärkungen im Niederschlag zu erkennen. In manchen Fällen kann das bei ortsfesten Starkschauern zu etwas zu hohen Mengen führen, im Großen und Ganzen lassen sich hier aber bereits Schwerpunkte für die Kurzfristvorhersage genauer eingrenzen. Diese „Hotspots“ mit extremen Regenmengen auf den Kilometer genau vorherzusagen, ist mit den Wettermodellen auch heute noch nicht möglich. Es sind Grenzen der Wettervorhersage. Aus diesem Grund muss die Wetterlage kurzfristig mit dem Regenradar und den daraus abgeleiteten Tools verfolgt werden. Mehr dazu aber später noch.

Wir sehen unten vier hochaufgelöste Wettermodelle vom Dienstagabend (13.07.2021) mit der Niederschlagsberechnung bis Donnerstagmorgen. Alle Berechnungen setzen alarmierende Niederschlagsmengen in den später dann auch betroffenen Regionen in NRW bis nach Rheinland-Pfalz herein. Zwei Wettermodelle rechnen sogar den „Hotspot“ bei, beziehungsweise im Umfeld von Hagen. Es wurde nun weiter bestätigt: In den kommenden 24 bis 36 Stunden wird es im Westen zu teils extremen Regenfällen kommen, die Hochwassergefahr ist enorm.

 

Die Nacht vom 13.07.2021 auf den 14.07.2021  – Es begann alles bei Hagen

Ab Dienstagabend kam es dann in Teilen des südlichen NRW zu vermehrten Starkregenschauern beziehungsweise schauerartigen Regenfällen, die sich immer mehr in der Fläche ausbreiteten.  Ab ca. 23 Uhr bildete sich vom Märkischen Kreis (Altena) bis nach Hagen herein eine intensive Starkregenlinie aus. Diese war noch relativ eng begrenzt, führte aber von Altena bis Hagen zur ersten Katastrophe.

Die Wetterstation Hagen-Nahmer lag ziemlich genau im Bereich der stärksten Niederschläge. Hier wurden in drei Stunden zwischen 23 und 02 Uhr 167,8 mm Regen gemessen. Diese Mengen führen gerade in hügeligem Gelände zwangsweise zu extremen Sturzfluten.  Die durchschnittliche Monatsmenge im gesamten Juli liegt in Hagen etwa bei 80 mm. Es fiel also rund die doppelte durchschnittliche Monatsmenge in 3 Stunden.

Radarfilm Hagen und Märkischer Kreis – Alle Karten im Radararchiv

 

Bis zum Morgen des 14.07.2021 (Mittwoch) kam es also in einem Streifen vom Sauerland bis ins Bergische Land und weiter in einem Streifen bis etwa nach Düsseldorf bereits zu großen bis extremen Regenmengen. Ebenso regnete es in der Voreifel und im Großraum Aachen bereits ergiebig mit teils über 50 mm Niederschlag. Unten sind die 24stündigen Niederschlagssummenkarten für Deutschland bis Mittwoch um 08 Uhr zu sehen. Links ganz Deutschland, rechts die Karte für NRW.

 

Mittwoch, 14.07.2021 – die Flutkatastrophe weitet sich aus

Am Mittwoch, den 14.07.2021 nahm die Katastrophe dann ihren Lauf. Bis in die Mittagsstunden kam es vom Sauerland und Bergischen Land bis ins Rheinland und zur Eifel, also speziell in der Südhälfte NRWs zu starken, schauerartig durchsetzen Regenfällen. Unten ist der Ablauf unserer Sturzfluthinweise zu sehen zwischen 00 Uhr und 12 Uhr mittags. Das oben angesprochene Unwetter mit dem Extremregen in Hagen und Umgebung machte den Anfang, rasch weitete sich bis zum Mittag extreme Sturzflutgefahr (violett=höchste Stufe) auf große Gebiete aus.

Sturzfluthinweise 14.07.2021 00:00 Uhr bis 14.07.2021 12:00 Uhr –> Karten im Archiv

 


Mit unseren Hinweisen „Sturzflut / Flash Flood“ sehen Sie auf den ersten Blick, in welchen Gebieten derzeit Überflutungsgefahr herrscht. Nach einem eigens von der Kachelmann GmbH entwickelten System, werden zahlreiche Daten ausgewertet und Gebiete mit aktueller Überflutungsgefahr eingegrenzt. Alle 5 Minuten erfolgt eine neue Bewertung der Lage und damit, wenn nötig, eine Aktualisierung.


 

Nachmittag/Abend Mittwoch, 14.07.2021 – Kleines Randtief brachte das „Fass zum überlaufen“

Wir waren in unserem Liveticker die ganze Nacht dran und haben die neusten Berechnungen der Wettermodelle mit Sorge verfolgt. Es zeichnete sich am Mittwochnachmittag und Abend ein kleines, aber intensives Randtief ab, das von Nordosten über NRW Richtung Eifel zieht und in einigen Stunden erneut sehr große Regenmengen bringt. Unten Auszüge aus dem Liveticker vom Mittwoch bzw. der Nacht.


00:55 Uhr: Leider besorgniserregende Berechnungen für NRW. Das neue ID2 Modell für NRW macht teils extreme >200mm/24h am heutigen Mittwoch. Leider ist in Hagen schon bald die erste 100 mm erreicht, also zumindest örtlich ist das nicht unrealistisch. Dennoch sollte das nicht zu sehr ortsgenau genommen werden. Alle hochaufgelösten Modelle sehen aber im Süden, Südwesten und Westen NRW teils 100-150mm und vereinzelt auch mehr!

08:50 Uhr: Das ID2 und GBHD Modell lagen in NRW auch vergangene Nacht bei der komplexen Wetterlage nicht schlecht. Beide sehen heute extreme Regenmengen speziell von Teilen des Ruhrgebietes und dem Bergischen Land, Teilen des Sauerlandes bis über das Rheinland und zur Eifel. Es gibt noch eine andere Variante aus ein paar anderen Wettermodellen, die einen Starkregenstreifen weiter westlich später vom Niederrhein bis zur Eifel sehen. Extreme Regenmengen mit 100 bis 200 mm sind damit heute in NRW recht wahrscheinlich, wo exakt diese fallen, lässt sich erst sehr kurzfristig mit dem Radar absehen.


 

Die Lage war also bereits am Mittag vom südlichen NRW (Bergisches Land, Rheinland, etc.) bis in die Eifel und Umgebung äußerst brisant und angespannt. Es ging nun darum bei allerhöchster Alarmstufe ins Nowcasting für das kleine Randtief am Nachmittag und Abend zu gehen. Beim „Nowcasting“ werten Meteorologen minütlich Radarbilder, Regensummen, Wettermodelle und mehr aus und machen eine Prognose für die kommenden Stunden. Man musste nun also schauen, wie das kleine Randtief mit seinen neuen, sehr starken Regenfällen genau ziehen wird. Unten Auszüge aus dem Liveticker vom Mittwochnachmittag.

 


15:00 Uhr: Aktuell befindet sich über Ostwestfalen das kleine Bodentief, welches neue Regenfälle auslöst. Gleichzeitig erstreckt sich eine Konvergenz (Bereich wo Luft zusammenströmt) vom Sauerland über das Rheinland und die Eifel bis nach Luxemburg. Hier kommt es auch weiterhin zu den stärksten Regenfällen.

14:45 Uhr: Wie zu erwarten war, hat sich über Ostwestfalen neuer teils starker Regen gebildet, der mit nordöstlicher Strömung in den Süden NRWs zieht. Und auch vom Osnabrücker Land kommt weiterer Regennachschub->aktuelles Radar von NRW


 

Die Berechnungen der Wettermodelle bestätigten sich und am Nachmittag intensivierte sich der Niederschlag vom nördlichen NRW her. Dabei zog ein neues, intensives Starkregengebiet vom Münsterland über das Ruhrgebiet zur Eifel. In der Eifel kam es zusätzlich zu Nordstau an den Bergen. Es regnete in der Eifel den ganzen Tag mäßig bis stark und zeitweise sehr ergiebig. Der Niederschlag wurde dann ab ca. 18 Uhr noch einmal intensiviert, als der neue Starkregen aus Norden aufzog. Zwischen etwa 18 Uhr und 21 Uhr kam es zu anhaltendem Starkregen und das bei bereits sehr brisanter Hochwasserlage zuvor! Mit Aufziehen der neuen Starkregenfälle am Abend war klar, dass es in den kommenden Stunden zu katastrophalen Auswirkungen kommen wird. Bei genauem Betrachten des Radarfilms unten, erkennt man ein Eindrehen und Intensivieren der Niederschläge vom Münsterland über das Ruhrgebiet bis zur Eifel. Das war das kleine Randtief.

HD Regenradar 15.07.2021 09:00 Uhr bis 15.07.2021 21:00 Uhr


Durch den extremen Starkregen am Abend, kam es dann in der Folge zu der katastrophalen Flutwelle an der Ahr. Ab dem Abend stieg der Wasserstand sehr stark an und in der Nacht kam es zur katastrophalen Flutwelle mit über 5,50 Meter. Ohne das Randtief mit neuem Starkregen am Abend, wäre es sicher an der Ahr nicht so katastrophal gekommen. Das Randtief mit neuem Starkregen war spätestens am frühen Nachmittag für die Eifel bereits sehr gut absehbar.

Nachtrag: Korrekter Pegelwerte Altenahr

Der Pegel Altenahr meldete nach unseren Informationen um 20:45 Uhr noch 5,75 m, was weit über den bisherigen, aufgezeichneten Rekorden lag. Danach gab es keine Meldung mehr. Die Bürgermeisterin spricht in diesem Video von einem Maximalpegel von 9 bis 10 Meter (das dreifache vom letzten Rekordhochwasser)!

Bisherige Rekorde Pegel Altenahr

371 cm 02.06.2016
349 cm 21.12.1993
311 cm 23.01.1995
293 cm 12.01.1993
291 cm 08.01.2011
288 cm 03.01.2003
272 cm 13.02.2002
254 cm 28.09.2007
233 cm 31.12.1993
217 cm 17.02.2009

Quelle: hochwasser-rlp.de

Wie folgende Grafik zeigt, kam es 1804 und 1910 an der Ahr allerdings ebenfalls zu katastrophalem Hochwasser.
Quelle: kreis-ahrweiler.de


 

Die deutliche Verschärfung der Überflutungs- und Hochwasserlage bildet sich ebenfalls in den großflächigen Sturzfluthinweisen ab dem Mittwochmittag bis in die Nacht auf Donnerstag ab. Die violetten Gebiete mit extremer Sturzflutgefahr weiteten sich immer mehr zur Eifel, nach Rheinland-Pfalz und Luxemburg aus und wurden auch in der Fläche immer größer. In den violetten Sturzfluthinweisen ist zu den Auswirkungen und Gefahren folgender Text verfasst. Sie können die Hinweise, welche alle 5 Minuten aktualisiert werden auch hier im Archiv nachsehen. Detailinfos gibt es mit einem Klick auf den gewarnten Bereich.

Sturzfluthinweise 14.07.2021 12:00 Uhr bis 15.07.2021 00:00 Uhr

 

Die extreme Zuspitzung im Bereich der Eifel, Belgien, westliches RLP und in Luxemburg ging zu diesem Zeitpunkt erst richtig los. Es gab bereits flächig die höchste Warnstufe.

Sturzfluthinweise Deutschland am 14.07.2021 17:00 Uhr

 

Donnerstag, 15.07.2021 – Bilanz der katastrophalen Niederschläge

Unten folgen verschiedene Niederschlagssummenkarten, die aus Messwerten und Radardaten kalibriert sind. Der Streifen mit extremen Niederschlagsmengen im Westen, mit Schwerpunkt vom Bergischen Land bis in die gesamten Eifel, welcher schon am Sonntag in den grobmaschigen Wettermodellen angedeutet, wurde ist eingetreten. Natürlich war das nicht auf den Liter und Kilometer genau exakt berechnet, aber die katastrophalen Regenmengen in dieser Region zeichneten sich bereits früh und vergleichsweise gut ab. Für Details gab es, und dass muss es bei einer derartigen Wetterlage immer geben, das Nowcasting, wo die Situation minütlich begleitet und beobachtet wird.

Kalibrierte Niederschlagsmenge 24stündig bis Donnerstag, 15.07.2021

Kalibrierte Niederschlagsmenge 72stündig bis Donnerstag, 15.07.2021 – hier zur Detailkarte

Rekordregenmengen im Westen seit Beginn der Aufzeichnungen

Die Wetterstation Köln-Stammheim hat am 14.07.2021 145 mm Regen in 12 Stunden gemessen.
Rekorde seit 1945:
Höchste 24h Niederschlag – 19.07.2017: 95.0 mm
Größte Monatsmenge – Juni 2016: 213.4 mm

Niederschlagsrekorde an Wetterstationen für die höchste Tagesmenge (24h)

Fazit: Extremwetterlage war im Westen schon am Wochenende absehbar

Bereits am Wochenende zuvor (11.07.2021) deuteten die Wettermodelle eine Extremwetterlage mit sehr großen Regenmengen und Hochwassergefahr um die Wochenmitte beziehungsweise am Mittwoch an. Die Gefahr extremer Regenmengen in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bestätigte sich zu Wochenbeginn und konnte in der Kurzfrist und im Nowcasting am Dienstag und Mittwoch immer mehr konkretisiert werden. So zeichnete sich die Katastrophe insbesondere im Bereich der Eifel und an den Flüssen und Bächen aus der Eifel heraus immer deutlicher ab. Der dort letzte und entscheidende Schub Starkregen zum Mittwochabend, war sowohl in hochaufgelösten Wettermodellen, sicher und ganz konkret dann einige Stunden vorher mit dem Regenradar zu verfolgen. Entsprechend lösten auch frühzeitig extreme Sturzfluthinweise (violett) aus.

Samstag,  17.07.2021 – Hochwasser in Sachsen und in Berchtesgaden

Kurz noch zu einem erneuten Aufleben der Wetterlage am Samstag, den 17.07.2021. Das Höhentief verlagerte sich weiter nach Osten und mit einer nördlichen bis nordöstlichen Strömung wurden teils gewittrige Starkregenniederschläge gegen das sächsische Bergland und die Alpen (speziell die östlichen Nordalpen) gedrückt. Zu Hochwasser kam es besonders in der Sächsischen Schweiz, am Abend dann mit Rekordwasserständen und einem beachtlichen Ausmaß vom Berchtesgadener Land bis nach Österreich.

Am Freitag deuteten bereits viele Wettermodelle extreme Niederschlagsmengen im Berchtesgadener Land und weiter bis nach Österreich an. Lokal wurden sogar „Hotspots“ durch Gewitter mit über 300 mm gesetzt, was selbstverständlich höchst alarmierend ist.

 

Am Abend trat die Katastrophe dann ein. Nachdem es bereits den Tag über immer wieder intensiv geregnet hatte, gab es am Abend im Salzburger Land und Berchtesgadener Land einen weiteren Schub mit intensivem Starkregen. In der Folge wurden Rekordwasserstände an der Ache gemessen und es kam zu großen Überflutungen, Hangrutschungen und Muren.

Wasserstandsrekorde am Abend Berchtesgadener Land


Berchtesgadener Ache 383cm – alt 312cm
Bischofswieser Ache 167cm – alt 160cm
Ramsauer Ache 145cm – alt 144cm


 

40 Kommentare

  1. Thomas 19. Juli 2021
    • Gabriele 19. Juli 2021
      • Guido 20. Juli 2021
        • Fabian 20. Juli 2021
          • Ralph 20. Juli 2021
          • Christopher 21. Juli 2021
          • Christopher 21. Juli 2021
          • Guido 23. Juli 2021
    • Jo 19. Juli 2021
      • Karin Schwentke 20. Juli 2021
        • AndreasB 29. August 2021
    • Anonymous 20. Juli 2021
      • Sendepause 20. Juli 2021
        • Fabian 20. Juli 2021
          • Sendepause 20. Juli 2021
    • Stephan K. 30. Juli 2021
  2. Tobias Schmitz 19. Juli 2021
  3. Pierre 19. Juli 2021
  4. Christoph 19. Juli 2021
  5. André Kalinowski 19. Juli 2021
  6. Anonymous 19. Juli 2021
  7. Stefan 19. Juli 2021
    • Loibelsberger 20. Juli 2021
  8. Dr. Jost v. Schoenebeck 20. Juli 2021
  9. Robert K. 20. Juli 2021
    • Sendepause 20. Juli 2021
      • Reinald Schrecker 21. Juli 2021
        • Josef Winder 22. Juli 2021
          • Fabian 22. Juli 2021
          • Sendepause 22. Juli 2021
  10. Sendepause 20. Juli 2021
  11. Sendepause 20. Juli 2021
  12. Jörg 20. Juli 2021
  13. Christopher 21. Juli 2021
  14. Henry Ducard 21. Juli 2021
    • Sendepause 21. Juli 2021
  15. Tobias Bade 22. Juli 2021
  16. Carsten 23. Juli 2021
  17. Ralph 23. Juli 2021
  18. Gerri 12. August 2021

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