Kaltluft flutet USA – Was bedeutet das für uns?

In der neuen Woche ist in den USA mit einem ersten größeren Kaltluftvorstoß zu rechnen, im Norden des Landes kann es bis zu -30 Grad kalt werden. Nun sind die USA ja weit entfernt, hat das Winterwetter in den Staaten Folgen für unser Wetter und – falls ja -welche?

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Die Animation zeigt die Temperaturen in 5 bis 5,5 Kilometer Höhe. Bis zu -40 Grad werden hier erwartet. Der Kaltluftvorstoß erfasst zunächst den Nordwesten der USA und erreicht in der zweiten Wochenhälfte auch den Nordosten der USA. Einhergehend damit räumt eine Kaltfront die noch vorhandene Warmluft im Süden und Südosten des Landes aus, verbunden mit erneuter Unwettergefahr.

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Die Karte aus dem globalen US-Modell für den Mittwoch (07.12.) zeigt den starken Tiefdruckwirbel in höheren Schichten der Troposphäre über Kanada (ca 5 bis 5,5 km Höhe, mehr zu Höhenwetterkarten). Am Boden breitet sich die Kaltluft über weite Teile der USA aus.

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Örtlich werden Tiefstwerte unter -30 Grad erwartet und die Frostluft breitet sich bis nach Texas aus. Zum Freitag wird es auch in den übrigen Südstaaten und im Osten der USA deutlich kälter. Aber was bedeutet das nun für uns in Europa? Es gibt viele Theorien und Gerüchte, die besagen, dass das Wetter aus den USA ein oder zwei Wochen später bei uns ankommt. Auswirkungen auf das europäische Wettergeschehen gibt es sicherlich, aber ganz so einfach ist es nicht, zumal sich zwischen den USA und Europa noch der wärmende Atlantik befindet.

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Die kanadische Kaltluft wirkt sich direkt auf die Wetterlage auf dem Nordatlantik aus. Recht große Temperaturgegensätze bauen sich zwischen der Kaltluft und deutlich wärmerer Luft in subtropischen Breiten auf dem Atlantik auf. Dadurch können sich im Bereich der Ostküste der USA und Kanadas kräftige Tiefdruckgebiete entwickeln, die auf den Atlantik hinausziehen, wie die erwartete Luftdruckverteilung am kommenden Freitag aus dem globalen US-Modell zeigt. Diese Tiefdruckgebiete lenken an ihrer Vorderseite Warmluft in Richtung Ostatlantik und weiter nach Westeuropa. Damit verstärkt sich die hier bereits vorhandene Hochdruckzone immer wieder.

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Denkbar sind dann für das Wetter bei uns in Mitteleuropa mehrere Varianten:

  1. An der Ostseite des Hochs strömt von Skandinavien kalte Luft direkt zu uns nach Mitteleuropa, ist aber vorerst nicht zu erwarten.
  2. Das Hoch reicht bis nach Mitteleuropa, das ruhige und niederschlagsarme Wetter mit Nachtfrösten setzt sich fort. Atlantische Tiefausläufer steifen uns höchstens.
  3. Die atlantischen Tiefs kommen soweit nach Osten voran, dass die mitgeführte Warmluft auch Mitteleuropa überströmt und es hier sehr mild wird.

Welche Variante eintrifft, muss man abwarten. Die wahrscheinlichste bei starker Tiefdrucktätigkeit auf dem Atlantik ist eine milde Variante, bei der Schneefans nicht auf ihe Kosten kommen. Dies gilt vor allem dann, wenn sich der kanadische Kältepol längere Zeit hält und die Tiefdrucktätigkeit auf dem westlichen Atlantik immer wieder anfacht. Dies soll keine Prognose für den Winter 2016/17 sein, sondern nur mal die Zusammenhänge zwischen dem Wetter in den USA und dem Wettergeschehen bei uns aufzeigen. Die Kaltluft über Nordamerika kann auch schnell wieder verschwinden und sich die Wetterlage auf dem Atlantik wieder umstellen. Das Wetter im eigentlichen Winter ist noch lange nicht entschieden, die Weichen werden allerdings in den kommenden Wochen gestellt.


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3 Kommentare

  1. Patrick 4. Dezember 2016
    • Thomas Sävert 4. Dezember 2016
  2. Wolfgang 4. Dezember 2016

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