Juli 2018 – Rekorddürre, aber nicht rekordwarm

Der Juli 2018 war bis auf kurze Unterbrechungen von Wärme und besonders zum Ende hin von großer Hitze geprägt. Es war die erste große Hitzewelle in diesem Jahr, zuvor war es einfach dauerhaft warm, aber ohne große Hitze. Einen Einbruch gab es am 10. und 11. Juli, als ein Höhentief die andauernde Hochdruckwetterlage unterbrochen hat. Dabei gingen die Temperaturen recht deutlich zurück und es kam besonders in einem Streifen im Osten, unter anderem in Berlin, zu ergiebigen Regenfällen. Teilweise fiel hier, wie beispielsweise in Angermünde, in 3 bis 4 Tagen so viel Regen, wie sonst vorher nicht im gesamten Mai und Juni zusammen. Unten sind die beiden Karten mit den Höchstwerten vom 10. und 11. Juli 2018.

de_obs-de-310-1_2018_07_10_18_00_2_2

 

Niederschlag

In einem Sommermonat ist eine ungerechte Verteilung der Niederschläge nicht ungewöhnlich, da die Niederschläge oft in Form von Schauern und Gewittern fallen. Aber an einigen Orten war es nach bereits großer Trockenheit schon oft seit April oder Mai erneut sehr trocken. Ganz extrem war die Trockenheit und Dürre im Nordwesten Deutschlands, etwa vom westlichen NRW bis zur Nordsee. Gerade hier fällt sonst ausreichend Niederschlag aufgrund der Nähe zur Nordsee. Hier wurden sogar neue Rekorde für den trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen aufgestellt. Aber auch in Hessen gab es einzelne Rekorde.

Trockenste Orte im Juli 2018 (Wetterstationen) mit Rekorden für den trockensten Juli seit Beginn der Messungen

Helgoland 37 m 2.2 mm – Rekord seit Messbeginn 1952
Emden 0 m 2.5 mm – Rekord seit Messbeginn 1997
Weilerswist-Lommersum 160 m 2.9 mm – Rekord seit Messbeginn 1937
Borkum-Flugplatz 3 m 3.1 mm – Rekord seit Messbeginn 2006
Manderscheid-Sonnenhof 403 m 3.3 mm – Rekord seit Messbeginn 1962
Norderney 13 m 3.7 mm – Rekord seit Messbeginn 1947
List auf Sylt 15 m 4.0 mm – Rekord seit Messbeginn 1937
Sankt Peter-Ording 10 m 4.1 mm – Rekord seit Messbeginn 1951
Kleve 14 m 5.1 mm – Rekord seit Messbeginn 1948
Cuxhaven 2 m 5.2 mm – Platz 2 seit 1946 (1983 4,8mm)
Heinsberg-Schleiden 39 m 5.3 mm – Rekord seit Messbeginn 1963
Nörvenich (Flugplatz) 111 m 5.5 mm – Rekord seit Messbeginn 2002
Dörpen 6 m 5.8 mm – Rekord seit Messbeginn 1959
Tönisvorst 37 m 5.8 mm – Rekord seit Messbeginn 1954
Schönhagen (Ostseebad) 4 m 6.0 mm – Rekord seit Messbeginn 2000
Geldern-Walbeck 35 m 6.8 mm – Rekord seit Messbeginn 1964
Köln-Stammheim 44 m 7.2 mm – Rekord seit Messbeginn 1945
Großenkneten 48 m 7.4 mm – Rekord seit Messbeginn 1971
Düsseldorf 36 m 7.6 mm – Rekord seit Messbeginn 1969
Darmstadt 162 m 8.0 mm – Rekord seit Messbeginn 1996
Aachen-Orsbach 230 m 8.8 mm – Rekord seit Messbeginn 1891
Münster/Osnabrück 48 m 8.9 mm – Rekord seit Messbeginn 1990
Frankfurt/Main-Westend 107 m 9.1 mm – Rekord seit Messbeginn 1986
Michelstadt-Vielbrunn 402 m 9.1 mm – Rekord seit Messbeginn 1988
Kall-Sistig 525 m 10.3 mm – Rekord seit Messbeginn 1947

 Nasseste Orte Juli 2018

1. Amerang-Pfaffing 515 m 149.2 mm
2. Angermünde 52 m 144.5 mm
3. Neuburg/Donau (Flugplatz) 380 m 131.2 mm
4. Zugspitze 2964 m 128.1 mm
5. Mittenwald-Buckelwiesen 910 m 125.1 mm
6. Altomünster-Maisbrunn 520 m 122.3 mm
7. Gelbelsee 539 m 108.0 mm
8. Feuchtwangen-Heilbronn 475 m 107.7 mm
9. Oy-Mittelberg-Petersthal 885 m 107.7 mm
10. Reit im Winkl 696 m 106.8 mm
11. München-Flughafen 443 m 103.8 mm
12. Oberstdorf 810 m 102.8 mm
13. Tribsees 4 m 102.8 mm
14. Trostberg 486 m 102.7 mm
15. Balingen-Bronnhaupten 619 m 102.6 mm

Niederschlagssummenkarte Juli 2018

de_regen-de-310-1_2018_07_31_21_50_2_130

 

Temperatur

Wie auch alle vorangegangenen Monate seit April 2018 ist der Juli im Mittel „zu warm“ ausgefallen. Es gab erneut recht deutliche Abweichungen zum Klimamittel, von Rekorden sind wir aber weit entfernt. Zum Beispiel der Juli 2006 war erheblich wärmer und ein Rekordmonat. Zur Erinnerung: Der April und der Mai waren in Deutschland allerdings die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Folgenden die Hitlisten aus dem Juli 2018.

Absolute Höchstwerte

1. Bernburg/Saale (Nord) 90 m 39.5 °C (0731) (neuer Sachsen-Anhalt Rekord)
2. Kitzingen 197 m 39.0 °C (0731)
3. Demker 36 m 38.7 °C (0731)
4. Mergentheim, Bad-Neunkirchen 221 m 38.3 °C (0731)
5. Artern 131 m 38.2 °C (0731)
6. Köthen (Anhalt) 88 m 38.2 °C (0731)
7. Regensburg 337 m 38.2 °C (0731)
8. Duisburg-Baerl 25 m 38.0 °C (0726)

Wärmste Orte, Mitteltemperatur Juli 2018

1. Frankfurt/Main-Westend 107 m 23.59 °C
2. Waghäusel-Kirrlach 104 m 23.17 °C
3. Frankfurt/Main 112 m 23.17 °C
4. Köln-Stammheim 44 m 23.10 °C
5. Mannheim 96 m 23.09 °C
6. Mainz-Lerchenberg (ZDF) 90 m 23.00 °C
7. Dürkheim, Bad 134 m 22.86 °C
8. Geisenheim 108 m 22.85 °C
9. Duisburg-Baerl 25 m 22.84 °C
10. Kreuznach, Bad 111 m 22.70 °C
11. Nauheim, Bad 144 m 22.69 °C
12. Ohlsbach 172 m 22.65 °C
13. Düsseldorf 36 m 22.50 °C
14. Kahl/Main 108 m 22.48 °C
15. Rheinstetten 116 m 22.46 °C

Kälteste Orte unter 500 m ü NN, Mitteltemperatur Juli 2018

1. UFS Deutsche Bucht 0 m 17.88 °C
2. Elster, Bad-Sohl 476 m 18.25 °C
3. Oberharz am Brocken-Stiege 495 m 18.46 °C
4. Helgoland 37 m 18.58 °C
5. Leuchtturm Alte Weser 32 m 18.59 °C
6. Sohland/Spree 290 m 18.59 °C
7. Eslohe 312 m 18.59 °C
8. Ostenfeld (Rendsburg) 15 m 18.66 °C
9. List auf Sylt 15 m 18.76 °C
10. Schorndorf-Knöbling 399 m 18.81 °C
11. Hattstedt 5 m 18.81 °C
12. Waldmünchen 498 m 18.84 °C
13. Leck 6 m 18.84 °C
14. Dippoldiswalde-Reinberg 349 m 18.90 °C
15. Kiefersfelden-Gach 485 m 18.93 °C

+++ Alles zu Rekorden Sommertage/Hitzetage hier +++

Ausgewählte Orte mit Mitteltemperatur Juli 2018 und Abweichung vom Klimamittel 1981 bis 2010 (rot)

temp_juli18

Sonnenschein

Im Folgenden die Hitlisten mit den sonnigsten und unsonnigsten Orten im Juli 2018. Es wurden auch einzelne neue Rekorde aufgestellt seit Messbeginn. Beeindruckend und nennenswert ist besonders der Rekord aus Bremen, wo es der sonnigste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen 1936 war.

Sonnigste Orte Juli 2018
1. Leuchtturm Kiel 5 m 372.9 h Rekord seit 1998
2. Ummendorf 162 m 356.6 h
3. Fehmarn 1 m 355.5 h
4. Schönhagen (Ostseebad) 4 m 355.4 h
5. Kiel-Holtenau 27 m 353.7 h Rekord seit 1986
6. Magdeburg 76 m 350.6 h
7. Geldern-Walbeck 35 m 350.3 h Rekord seit 2003
8. Pelzerhaken 2 m 348.1 h
9. Potsdam 81 m 347.1 h
10. Braunschweig 82 m 346.2 h
11. Seehausen 23 m 346.0 h
12. Bernburg/Saale (Nord) 90 m 345.6 h
13. Quedlinburg 128 m 344.1 h
14. Bremen 4 m 341.4 hh Rekord seit 1936
15. Schleswig 3 m 339.8 h

Unsonnigste Orte Juli 2018
1. Zugspitze 2964 m 157.9 h
2. Garmisch-Partenkirchen 704 m 218.0 h
3. Oberstdorf 810 m 226.5 h
4. Feldberg/Schwarzwald 1490 m 240.5 h
5. Großer Arber 1446 m 246.0 h
6. Meßstetten-Appental 920 m 250.3 h
7. Leutkirch-Herlazhofen 671 m 250.6 h
8. Freudenstadt 797 m 255.3 h
9. Lenzkirch-Ruhbühl 818 m 258.2 h
10. Albstadt-Badkap 703 m 258.7 h
11. Münsingen-Apfelstetten 717 m 259.5 h
12. Grainet-Rehberg 655 m 261.4 h
13. Rottweil 600 m 261.5 h
14. Piding 458 m 264.1 h
15. Regensburg 337 m 265.1 h

 



Haben Sie sich schon auf unsere Webseite kachelmannwetter.com umgeschaut? Wir haben zahlreiche Vorhersagetools, wie die Vorhersage Kompakt Super HD, den XL Trend und Ensemble Vorhersagen für jeden Ort.
Neben unseren weltweiten Messwerten mit umfangreichem Archiv, weltweiten Satellitenbildern (mit Archiv ab 1981) und der weltweiten Blitzortung finden Sie neben dem HD Regenradar zahlreiche weitere von uns entwickelte Radartools, wie beispielsweise das Stormtracking für Gewitter oder unser Sturzflut-Tool!
Außerdem gibt es ein umfangreiches Angebot an Modellkarten, wie für Mitteleuropa und andere Teile der Welt das hauseigene Super HD Modell mit 1×1 km Auflösung und das europäische Modell ECMWF mit unzähligen Vorhersagekarten für die ganze Welt.

3 Kommentare

  1. Carl 2. August 2018
  2. Thomas Globig 2. August 2018
    • Fabian 3. August 2018

Kommentieren