Erster Herbststurm im Norden in Sicht? – ein Überblick

Windschwache Tage, ja sogar Wochen liegen hinter uns in Deutschland und das typisch windige Herbstwetter fehlte bisher. Der Grund waren und sind aktuell sehr schwache Luftdruckgegensätze, sodass von der Atmosphäre nichts ausgeglichen werden muss und damit auch kaum Wind herrscht.

Es gibt nun erste Anzeichen, dass sich die Wetterlage in Norddeutschland ab dem kommenden Wochenende umstellen könnte. Über dem Nordatlantik ist bereits eine umfangreiche Tiefdruckzone in Lauerstellung, die ab Samstag Norddeutschland immer näher kommt. Damit würden sich auch die Luftdruckgegensätze zu einer Hochdruckzone über Süddeutschland verschärfen und folglich der Wind deutlich zunehmen. Dazu die folgende Wetterkarte eines Modells für Samstag. Sie zeigt den Luftdruck und wie Sie sehen, drängen sich die Isobaren (Linie gleichen Luftdrucks) etwas mehr über Deutschland.

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Derzeit ist aber noch unsicher, ob sich wirklich ein stärkeres Tief entwickeln kann und damit auch für Sturm sorgt. Entscheidend sind Randtiefentwicklungen, die vom umfangreichen Nordatlantktief ausgehen und Richtung Dänemark ziehen. Diese müssen sich aber erst einmal entwickeln und so sprechen wir heute noch über „ungelegte Eier“. Umso schwieriger ist es aus diesem Grund auch für Wettermodelle die Lage und Intensität der Randtiefs heute zu berechnen.

Jedenfalls sei aus heutiger Sicht gesagt: je weiter im Norden, desto wahrscheinlicher sind ab Samstag stürmische Böen oder sogar Sturmböen (Windstärke 8 – 9). Das wäre nach den windschwachen Wochen zwar definitiv erwähnenswert, aber vor allem für die Küsten bei weitem nichts besonderes im Herbst. Ausgeschlossen ist aber auch eine stärkere Sturmentwicklung nicht.

Wie Sie sehen, wissen auch wir Meteorologen noch nicht genau, ob und wie stürmisch es ab Samstag oder Sonntag wird. Dazu können wir Ihnen unsere XL Vorhersage nur wärmstens empfehlen. Sie vergleicht mehrere Wettermodelle mit Linien in einem Diagramm: Je mehr Wettermodelle Sturm rechnen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Ihnen stürmen wird. Einfach auf kachelmannwetter.com Ort suchen und statt „Light“ „XL“ wählen und los geht es. Auch für weitere Parameter, wie Niederschlag oder Temperaturen.

Schauen wir uns den XL Trend für Windböen auf Sylt an: Ab Samstagabend/Nacht zum Sonntag geben schon 2 Wettermodelle deutliche Ausschläge, bei einem 3. Modell (gelb) beginnt es erst in der Nacht zum Montag zu stürmen. Auch danach sieht es zeitweise windig bis stürmisch aus. Also kein Vergleich mehr zum aktuellen Wetter.
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Wir bleiben für Sie natürlich am Ball und informieren im Wetterkanal, wenn es neue Entwicklungen gibt.


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Ein Kommentar

  1. Carsten Stappenbeck 4. November 2015

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