Dienstag erneut Unwettergefahr in Deutschland!

Nachdem Sie hoffentlich gut und ohne Schäden durch den von zumindest örtlich heftigen Gewittern geprägten Sonntag gekommen sind, müssen wir uns schon wieder mit Unwettern beschäftigen. Am Montag ist die schwüle Gewitterluft zunächst einmal bis in den äußersten Süden Deutschlands abgedrängt. Das Tiefdruckgebiet „Thompson“ verlagert sich aber vom Ostatlantik bis Dienstagnachmittag nach Schottland. Auf dessen Vorderseite schaufelt es erneut die sehr warme bis heiße und gewitteranfällige Luft aus Südeuropa zu uns nach Deutschland. Die heißeste Luft mit teils über 35 Grad wird dabei in die Südhälfte geführt, während es im äußersten Norden und Nordwesten nicht ganz so heiß wird.

Südhälfte, gebietsweise  auch Osten

Nun aber zum eigentlichen Thema, der nicht zu verachtenden Unwettergefahr durch schwere Gewitter mit all ihren ungeliebten Begleiterscheinungen. Schaut man sich den Energiegehalt der Luftmasse am Dienstagnachmittag an, so lässt sich eindeutig festsellen, dass die explosivste Luft etwa von Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Hessen und Thüringen bis nach Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie natürlich auch südlich davon in Bayern und Baden-Württemberg liegt. Abends dann ebenfalls besonders im südlichen Brandenburg. Gleichzeitig kommt in diesen Gebieten am späteren Nachmittag und Abend erhöhte Windscherung (Wind nimmt mit der Höhe zu und ändert seine Richtung) auf. Die sich annähernde Kaltfront von Tiefdruckgebiet „Thompson“ liefert noch den auslösenden Faktor und schon können sich unwetterartige Gewitter bilden. Dabei muss örtlich mit heftigem Starkregen und eng begrenzt mit großem Hagel gerechnet werden, der durchaus einen Durchmesser von 3-5 Zentimetern oder noch etwas mehr erreichen kann. Hinzu kommt eine erhöhte Gefahr von schweren Gewitterböen. Diese können 80 bis 90 km/h erreichen, vereinzelt auch etwa 100 bis 120 km/h. Einzelne Tornados sind ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Nordwesten und Norden

Auch in die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelangt vorübergehend wieder schwülere Gewitterluft. Hier gestaltet sich die Einschätzung schwierig, da schon vergleichsweise früh Wolken und erste Schauer aufziehen können und die Energie für mögliche Gewitter nicht so hoch ist wie weiter südlich. Trotzdem sind auch hier Gewitter möglich, vor allem in NRW und im südöstlichen Niedersachsen, die vereinzelt unwetterartig ausfallen können mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind abends und nachts ebenfalls einzelne Gewitter möglich, die Unwettergefahr ist aber nur gering.

Zeitlicher Ablauf

Voraussichtlich beginnt die Gewitteraktivität zunächst am Nachmittag im Westen und Südwesten, weitet sich über die mittleren Landesteile ostwärts aus und erreicht abends erst die östlichen Landesteile. In Süd- und Südostbayern, möglicherweise auch im südlichen Baden-Württemberg dürfte es bis zum späteren Nachmittag und Abend höchstens einzelne Hitzgewitter über den Bergen geben, sonst bleibt es hier noch trocken.

Gewitter selbst verfolgen über HD Radar und Blitze

Über unser hochaufgelöstes Niederschlagsradar können Sie einmal entstandene Gewitter selber verfolgen und in einer Animation der letzten 60 Minuten die Entwicklung und Zugbahn ansehen. Zudem lässt sich in jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt hineinzoomen. Die Legende unter dem Radarbild zeigt Ihnen in farblicher Abstufung die Stärke des Niederschlags an und ob sogar Hagel im Gewitter dabei ist.

 

Photo by Charlotte Ballke

Ein Kommentar

  1. Steinmueller Friedel 6. Juli 2015

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