Zyklon ENAWO kann Madagaskar treffen

Östlich von Madagaskar verstärkt sich derzeit der Zyklon ENAWO. Ein Zyklon ist nichts anderes als ein Hurrikan, wird in dieser Region einfach nur anders genannt.

Das folgende Satellitenbild mit den Temperaturen der Wolkenobergrenze zeigt mächtige Konvektion im Bereich des Sturms am Sonntagmorgen. Nach allen Wettermodellen soll er sich weiter verstärken und Richtung der Ostküste von Madagaskar ziehen.

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Sowohl das US Modell, als auch das Deutsche Modell lassen den Zyklon am Dienstagabend MEZ sehr stark an Land gehen im Bereich der Küste Madagaskars. Dabei gibt es noch einige Unterschiede in der genauen Lage des Sturms, was aber völlig normal ist bei einem Vorhersagehorizont von etwa zwei Tagen. Die folgenden Karten mit der Berechnung für den Luftdruck zeigen den Sturm eindrucksvoll. Bitte auf die Karten klicken für Details.

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Nach dem US Modell deutet sich eine besonders gefährliche Entwicklung an. Dabei würde der Zyklon bei Landgang eine extreme Sturmflut in der Bucht bei Maroantsetra auslösen. Das Wasser würde genau aus Südwest in die Bucht gedrückt, die Stadt hat immerhin rund 22.000 Einwohner. Ob es wirklich genau so kommt, ist allerdings noch offen.

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Auch das JTWC sieht den Zyklon auf Madagaskar treffen, einige Wettermodelle lassen ihn allerdings noch knapp an der Küste entlang nach Süden ziehen, was nicht minder gefährlich wäre.

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Auswirkungen

Die Windböen sollen bis zu 250 km/h erreichen, eventuell sogar noch mehr. So ganz genau werden wir das nie erfahren, da hier keine Erkundusflüge in den Sturm stattfinden. Bei einem Landgang müsste an den Küstenabschnitten mit schweren Verwüstungen gerechnet werden, zudem droht an der Süd- und Südwestflanke des Sturms eine meterhohe Sturmflut!

Oft sogar die größten Schäden richten bei tropischen Stürmen die intensiven Regenfälle an. Dabei fallen oft innerhalb von einem Tag 500 Liter Regen pro Quadratmeter und mehr, im Extremfall sogar bis um 1000 Liter/qm. Zur Einordnungen der Zahlen: In Berlin fallen in einem ganzen Jahr im Mittel  rund 580 Liter/qm.

Das US Modell und das Deutsche Modell rechnen beide mit extremen Regenmengen, besonders für weite Teile der Ostküste. Ein Problem wird wahrscheinlich auch noch sein, dass der Sturm nur sehr langsam zieht und damit noch mehr Regen an einem Ort abladen kann. Beide Wettermodelle rechnen mit vielerorts 300 bis 400, besonders das US Modell auch großflächiger mit über 500 Liter/qm bis Donnerstag. Dadurch würde es zu enormen Überschwemmungen und Hochwasser kommen, auch Erdrutsche sind möglich.

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Sollte der Zyklon also wirklich auf Madagaskar treffen, werden wir wahrscheinlich wieder nur wenig davon in den Medien lesen und sehen. Es ist eines der ärmsten Länder der Welt und der Zyklon könnte der ohnehin schon geschwächten Bevölkerung großen Schaden zufügen. Wie bereits vor einigen Wochen, als ein Zyklon Mosambik traf, wurden tausende obdachlos.

 



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2 Kommentare

  1. Dagmar 6. März 2017

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