2015: Zweitwärmster August aller Zeiten – Rückblick

Der letzte meteorologische Sommermonat ist zu Ende. Die extreme Hitze aus dem Juli ging im August weiter, aber es gab auch Phasen mit fast schon frühherbstlichem (Regen-)Wetter. In der Kurzfassung steht am Ende nun ein zu warmer und sonniger Monat in der Bilanz. In Punkto Regen gab es enorme Unterschiede zwischen deutlich zu nassen und (immer noch) zu trockenen Regionen.

Schauen wir also mal etwas genauer auf den Monat. Sämtliche Abweichungsangaben beziehen sich auf die langjährigen Mittelwerte der Klimareferenzperiode 1981-2010. Die über die gesamte Fläche gemittelte Tagesmitteltemperatur für Deutschland lag im August 2015 bei 19,5˚C. Das sind 2,4 Grad über dem langjährigen Mittel. Somit erlebte Deutschland nach einem kühlen August 2014 wieder einen zu warmen Sommermonat. Und nicht nur irgendeinen warmen Monat, sondern den zweitwärmsten August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nur der August 2003 (besser bekannt als der Jahrhundertsommer) war mit einer Mitteltemperatur von 20,3 Grad noch wärmer. Dies zeigt übrigens auch, wie leichtfertig in den Medien der Begriff des „Jahrhundertereignisses“ benutzt wird. 12 Jahre später nun also wieder ein Jahrhundertsommer, insbesondere wenn man den Juli einbezieht.

Nachdem der Juli kühl endete, ging es direkt zum Monatsbeginn wieder hoch mit den Temperaturen. In den ersten 1,5 Wochen des Monats steigerte sich die Hitze von Tag zu Tag und gipfelte vom 6.-8. August schon wieder in die heißesten Tage seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der gerade erst brandneue Deutschland-Hitzerekord vom 5. Juli mit 40,3 Grad in Kitzingen (BY) wurde am 7. August direkt von der selben Wetterstation eingestellt. Schon erstaunlich, dass es zwei mal ein und die selbe Station trifft. Aber nicht nur in Kitzingen war es an diesem Tag extrem heiß. Beinahe flächendeckend wurden im Süden und Osten Deutschlands Höchstwerte deutlich über 35˚C erreicht, gleich zwei Mal die magische 40 ˚C überschritten und mehrfach gerundet erreicht. Das ist schon eine ziemliche Ansage für das mitteleuropäische Deutschland, in den gemäßigten Breiten liegend.

Die 5 heißesten Orte im August

40,3˚C   Kitzingen (BY)                   07.08.2015

40,2˚C   Bad Mergentheim (BW)  07.08.2015

39,8˚C  Mannheim (BW)                 07.08.2015

39,6˚C  Frankfurt-Westend (HE)  07.08.2015

Platz 5 teilen sich mit 39,5˚C mehrere Stationen. Viel Spaß beim Suchen auf der Karte. 😉

Hitze-07082015

Die Höchsttemperaturen am 7. August 2015

Insgesamt gab es an 20 Tagen an mindestens einem Ort in Deutschland einen sogenannten Hitzetag, d.h. Höchstwerte von 30,0˚C oder höher. Am Hitzegeplagtesten waren die Menschen in Bayern. Vom 6.-14.08. traten jeden Tag großflächig Temperaturen deutlich über 30 Grad auf.

Ab der Monatsmitte stärkte sich der Tiefdruckeinfluss. Die heiße Luft wurde langsam nach Osteuropa verdrängt und es stellte sich eine wechselhafte Phase mit frühherbstlichen Temperaturen (oft unter 20 Grad) ein. Im Hinblick auf die große Trockenheit, die bis zu diesem Zeitpunkt noch vielerorts geherrscht hat, war diese Wetterumstellung durchaus ein Segen. Besonders bemerkenswert war die Luftmassengrenze, die in der Monatsmitte (16.-18.8.) diagonal über Deutschland lag (anfangs von der Nordsee bis zum Erzgebirge, später weiter nordöstlich). Sie trennte herbstlich kühle Luft im Südwesten (14-20˚C) von warmer, teils heißer Luft im Nordosten (bis zu 32 Grad in Brandenburg). Kräftiger Dauerregen entstand. Die höchsten 24-stündigen Regensummen kamen dabei am 16.8. zusammen.

RR24-LMG

24-stündigen Regensummen vom 16.08. 8 Uhr MESZ – 17.08. 8 Uhr MESZ

    Die 3 höchsten 24-stündigen Regensummen an diesem Tag:

107,3 l/qm     Gilserberg-Moischeid   (HE)

  97,0 l/qm     Mansfeld-Annarode      (ST)

  83,5 l/qm     Eschwege                        (HE)

Normalerweise fallen an den Orten im ganzen Monat August rund 60 l/qm Regen. Aber als einer der nassesten Orte im gesamten Monat geht nur einer von ihnen in die Statistik ein (in Klammern die Abweichung zum Klimamittel in %):

Die 3 nassesten Orte im August

199,1 l/qm        Münster/Osnabrück, NRW      (259%)

190,9 l/qm       Mansfeld-Annarode, ST            (303%)

189,9 l/qm       Dinslaken, NRW                         (246%)

In Süden und Osten Deutschlands fiel der Monat dagegen deutlich zu trocken aus. Vielerorts kam nicht mal die Hälfte des Monatssolls runter. Die trockenste Ecke Deutschlands ist der Südosten Brandenburgs. In Cottbus fielen im ganzen Monat nur 14,1 l/qm Regen. Das sind gerade einmal  22% der dort sonst üblichen Monatsmenge von 65 l/qm. Die Regensummen geben einen Überblick über die zu nassen und zu trockenen Regionen (Bild anklicken zum Vergrößern).

RR30

Im letzten Monatsdrittel kehrte schließlich das Sommerwetter zurück. Für den Süden und die Mitte Deutschlands sogar wieder der Hochsommer mit über 30 Grad. Am 31.8. wurden sogar nochmal einige Dekadenrekorde aufgestellt (hier nachzulesen).

Bei all der Wärme des Monats noch etwas Kühles. Am 21.8. gab es Bodenfrost. Ok, nur auf dem Brocken und mit 1142 m ist er natürlich etwas außer Konkurrenz. Lediglich die Zugspitze kann da mithalten. Das tat sie auch direkt mit ein paar Luftfrost-Nächten. Die kälteste Nacht war mit -2,0˚C die Nacht auf den 21.8. und zwei Nächte später hat es dort oben sogar ein wenig geschneit, so dass am Morgen des 23.8. 3cm Schnee auf der Zugspitze lagen. Nichts ungewöhnliches für diese Lage. Lassen wir die Berge also mal außer Acht. Dann gab es trotzdem die ein oder andere frische Nacht.

Die 3 kältesten Orte in der Nacht:

3,4˚C       Berlin-Kaniswall, BE               (01.08.)

4,1˚C       Feldberg/Schwarzwald, BW   (25.08.)

4,2˚C      Baruth, BB                                  (01.08.)

Am Berliner Stadtrand kälter als im Schwarzwald, das kommt auch nicht alle Tage vor. 😉

Bleibt noch die Sonnenscheindauer. Es war ein sonnenscheinreicher Monat, wie es sich die meisten für den Sommer wohl auch wünschen.  Nur rund um die Nordsee lag die erreichte Sonnenscheindauer knapp unter dem langjährigen Klimamittel. Am sonnigsten war es in Mecklenburg-Vorpommern. Arkona kam auf 296 Sonnenscheinstunden. Das entspricht für die generell sonnige Küste 122 % des Klimamittels. Aber auch in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden zwischen 120 und 140% der sonst üblichen Sonnenscheindauer erreicht.

4 Kommentare

  1. Dorsch 31. August 2015
    • Marcus 1. September 2015
  2. Dorsch 31. August 2015
  3. Andreas 1. September 2015

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