Wolkenfelder und Saharastaub

Im Westen und Südwesten fragen sich heute sicherlich einige Menschen, wo denn die Sonne bleibt. Dabei war seit Tagen angekündigt, dass heute Wolkenfelder durchziehen und es nicht mehr so sonnig wird wie in den vergangenen Tagen. Auslöser für die hartnäckigen Wolken ist nicht nur die Annäherung atlantischer Tiefausläufer, sondern auch der Zustrom von trockener Luft in höheren Luftschichten, verbunden mit Saharastaub.

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Das Satellitenbild vom Sonntagvormittag zeigt teils dichte Wolkenfelder vom westlichen Niedersachsen bis zum Saarland.

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Das neue Satellitenbild Staub zeigt, dass sich der Saharastaub schon weit ausgebreitet hat. Er befindet sich allerdings in größeren Höhen und hat nichts mit Feinstaub am Boden zu tun. Nur mit Regen könnte der Staub auch unten am Boden ankommen und hier zum Beispiel die Autos verschmutzen. So erkennt man von unten lediglich die Trübung der Luft, wie zum Beispiel in der Region Hannover:

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Trüber Himmel über dem Niederrhein am Sonntagvormittag, Foto: Thomas Sävert

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Die Karte der Universität von Athen zeigt die Staubverteilung am Sonntagmittag. Eine leicht erhöhte Staubkonzentration ist über Teilen von Frankreich und Deutschland sowie den Beneluxstaaten zu erkennen.

Wo kommen nun diese Wolken über der Westhälfte Deutschlands her? An der Ostseite eines Tiefs über dem Atlantiks hat sich in den vergangenen Tagen vor allem in höheren Schichten der Troposphäre eine südliche Strömung eingestellt, mit der aufgewirbelter Saharastaub bis in das westliche Mitteleuropa transportiert wurde. Am Boden merkt man davon nichts, aber in höheren Luftschichten kann der Himmel leicht getrübt sein.

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Staubwolke über dem zentralen Mittelmeerraum, Quelle: NASA (Archivfoto)

Der Saharastaub bewirkt zudem, dass sich in den höheren Schichten der Troposphäre mehr Kondensationskerne befinden, an denen sich Tropfen bilden können. Dies führt zu vermehrter Wolkenbildung mit recht dichten Schleierwolken („Cirren“), teilweise auch mittelhohen Wolken, die sich seit der Nacht über die Westhälfte Deutschlands ausbreiten. Aus diesen Wolken fällt zwar kein Regen auf den Boden, aber sie trüben den Himmel deutlich und lassen so – im Gegensatz zum Samstag – wenig Frühlingsstimmung aufkommen. Durch die geringere Sonneneinstrahlung können die Temperaturen zum Teil unter den ursprünglich erwarteten Werten liegen. Wie genau sich der Saharastaub auf das Wetter bei uns auswirkt, ist noch Gegenstand der Forschung. Messungen über der Sahara haben bereits gezeigt, dass der Staub einen großen Einfluss auf die Strahlungsbilanz hat – mehr Staub in der Atmosphäre lässt weniger Sonnenstrahlung am Boden ankommen.

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Die Karte aus dem SuperHD-Modell für den frühen Sonntagnachmittag zeigt die Wolkenfelder über der Westhälfte Deutschlands. Im weiteren Verlauf lockern diese mehr auf und lassen die Sonne wieder mehr durchscheinen.

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Schaut man sich nur die tiefen Wolken (0 bis etwa 2 km) an, so ist fast ganz Deutschland wolkenfrei. Lediglich von Tschechien aus wabern einige tiefe Wolkenfelder nach Sachsen hinein. Bei den Wolkenfeldern im Westen handelt es sich demnach um höhere Wolken.

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Die mittelhohen Wolken am Sonntagnachmittag im SuperHD-Modell (ca. 2-4 km). Solche mittelhohen und auch die hohen Wolken lassen oft die Sonne noch leicht durchscheinen, nennenswerten Regen bringen sie kaum.



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