Woher kommen die Namen für die Hurrikane, Teil 2

Teil 2: Was passiert mit dem Namen, wenn ein Hurrikan/Taifun besonders stark war oder wenn der tropische Wirbelsturm sich zu einem außertropischen Sturmtief umwandelt und Wind und Regen zum Beispiel nach Mitteleuropa bringt?

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Das Satellitenbild der NASA zeigt den starken Hurrikan „Joaquin“, der Anfang Oktober 2015 Teile der Bahamas unter Wasser setzte und hier große Schäden anrichtete. Es war der stärkste Atlantik-Hurrikan seit fünf Jahren. Zudem sank im Hurrikan das Frachtschiff „El Faro“ mit 33 Mann Besatzung. Ein betroffener Staat, in dem ein Hurrikan besonders große Schäden angerichtet oder viele Opfer gefordert hat, kann bei der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) einen Antrag stellen. Diese entscheidet nach dem Ende der Saison, ob der Name sozusagen „ausgemustert“ wird, also nicht wieder verwendet werden darf. Dies geschieht, um große, vergangene Stürme nicht mit aktuellen zu verwechseln und um an das Leid durch den Sturm zu erinnern.

Die Listen starten auf dem Atlantik und dem Ostpazifik in jedem Jahr mit dem Buchstaben A. Die meisten stärkeren Hurrikane treten erst im September auf und auf dem Atlantik wurden bisher bereits 10 Stürme mit dem Anfangsbuchstaben I aus den Listen herausgenommen. Im Jahre 2005 musste sogar ein Hurrikan mit dem Anfangsbuchstaben „W“ ausgemustert werden. Insgesamt wurden auf dem Atlantik schon 79 Sturmnamen gestrichen. Auf dem Ostpazifik sind es deutlich weniger, weil hier die meisten Stürme und Hurrikane auf den offenen Ozean hinausziehen und ihre Namen daher wieder verwendet werden.

Was passiert mit dem Namen, wenn ein Hurrikan in die gemäßigten Breiten zieht?

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Die Karte der FU Berlin zeigt die vorhergesagten Druckgebilde am Freitag, den 13.11.2015 mit dem Sturmtief „Frank“ über dem Nordmeer. Diese Namen werden seit den 1950er Jahren allen Hochs und Tief vergeben, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. Der nächste Name sollte eigentlich mit dem Buchstaben „G“ beginnen. Links am Kartenrand ist das Sturmtief „Ex-Kate“ zu sehen. Es handelt sich um den ehemaligen Hurrikan „Kate“, der sich zu einem außertropischen Sturmtief umgewandelt hat und ins Wettergeschehen auf dem Nordatlantik eingreift. Solche ehemaligen Hurrikane können auch das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. Sie behalten dabei den Namen des tropischen Wirbelsturms mit dem Zusatz „Ex“ für „extratropical“, also außertropisch.

Im ersten Teil wird die Geschichte der Namensgebung vorgestellt.

Im dritten Teil werden die Namenslisten vorgestellt und das Prozedere erklärt, wie sie eingesetzt werden. Und was machen die Wetterdienste, wenn die Namen mal ausgehen?

2 Kommentare

  1. prammer 7. März 2017
  2. Thomas Sävert 7. März 2017

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