Wo gibt es Tornados?

Bekannt sind Tornados vor allem aus den USA, wo sie auch Twister genannt werden. Seit einigen Jahren weiß man, dass auch in vielen europäischen Staaten immer wieder Tornados auftreten, so auch in Deutschland. Hier sind es mehrere Dutzend pro Jahr. Wo gibt es noch Tornados auf der Erde? Welche Kontinente und Staaten sind besonders betroffen?

Grundsätzlich können Tornados überall dort entstehen, wo kräftige Schauer und auch Gewitter auftreten. Auf der Nordhalbkugel gibt es die meisten Tornados im Frühjahr und Sommer, also von März bis September.

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Regionen, in denen besonders häufig Tornados vorkommen und auf die in diesem Beitrag eingegangen wird

Nordamerika

Von Anfang März bis Mitte Juni sind sie in der so genannten „Tornado Alley“ im Mittleren Westen der USA besonders häufig, die betroffene Region reicht von Texas bis nach South Dakota im Norden der USA. Im Durchschnitt ziehen in den gesamten USA etwa 1200 bis 1300 Tornados pro Jahr über das Land, wobei die Zahlen von Jahr zu Jahr stark schwanken. Die meisten Tornados sind dabei nur schwach, nur wenige zerstören Häuser oder sogar ganze Orte. Die feuchtwarme Luft vom Golf von Mexiko, innerhalb der sich Superzellen – kräftige und langlebige Gewitter mit rotierendem Aufwindbereich – und Tornados bilden, gelangt oft bis nach Kanada. Dann sind auch hier starke Tornados möglich. Neben der eigentlichen Tornadoregion bilden sich auch weiter östlich in den USA recht häufig Tornados mit einem Schwerpunkt in Florida.

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Europa

Auf dem europäischen Kontinent ist die Hauptsaison für Tornados etwas nach hinten verschoben. Die meisten Tornados sind von Mai bis September zu erwarten. Noch liegt hier keine ausreichende Statistik vor, aber man geht mit den Zahlen aus den vergangenen Jahren von 500 bis 700 Tornados pro Jahr aus, davon mehrere Dutzend allein in Deutschland. Dabei kommen auch hier alle Stärken vor. Derzeit zeichnet sich eine Art „europäische Tornado Alley“ ab, die von Nordfrankreich über die Beneluxstaaten, die Nordhälfte Deutschlands und Polen bis nach Weißrussland und Russland reicht. Mit der „Tornado Alley“ in den USA ist die Aktivität allerdings nicht vergleichbar. Vor allem im Spätsommer und im Herbst kommen im Mittelmeerraum recht häufig Tornados vor, wenn höhenkalte Luft über das noch warme Meer strömt.

Abb.: Tornadoschäden am 11.09.1970 bei Venedig in Norditalien

Der folgenreichste Tornado in Europa, der bisher verzeichnet ist, hinterließ am 19. August 1845 nahe Montville in Nordfrankreich eine etwa 15 Kilometer lange und etwa 300 Meter breite Schneise der Verwüstung. Damals kamen mindestens 70 Menschen ums Leben und es gab viele Verletzte. Der Tornado wurde in die Stufe F5 mit Windgeschwindigkeiten von 420 km/h und mehr eingestuft. Ein verheerender Tornado forderte am 11. September 1970 in der norditalienischen Provinz Venedig 35 Tote und viele weitere Verletzte.

Deutschland

Abb.: Tornado am 05.05.2015 nahe Bützow, Stärke F3 (ab ca, 255 km/h)

Seit etwa 15 Jahren werden Tornados in Deutschland wieder systematisch erfasst. Für eine seriöse Statistik reichen diese Zahlen noch nicht aus, aber man kann einen kleinen Trend erkennen. In der Nordhälfte des Landes treten mehr Tornados auf als im Süden Deutschlands. Dies gilt auch für die starken Tornados ab Stärke F3 (ab 255 km/h). Tornados ab Stärke F4 sind in Baden-Württemberg und Bayern nur insgesamt zwei bekannt, im übrigen Land sind es 11 Fälle ab der Stärke F4. Es deutet sich also ein Nord-Süd-Gefälle an. Aus Deutschland sind bisher zwei F5-Tornados aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen bekannt.

Asien

Abb.: Tornado in Brahmanbaria, Bangladesch, 2013

Eine weitere Region mit vielen starken Tornados befindet sich im Osten Indiens und besonders in Bangladesch. Am 26. April 1989 starben hier etwa 1300 Menschen und etwa 12.000 wurden verletzt, als ein Tornado mehrere Städte zerstörte. Etwa 80.000 Menschen wurden obdachlos. Der Tornado hatte eine Breite von etwa 1,5 Kilometern. Immer wieder treten in Bengalen Tornados auf, die ganze Orte verwüsten. Zu den weiteren von Tornados betroffenen Regionen gehören der Osten Chinas und Japan.

Südhalbkugel

Abb.: Zusammenschnitt aus Bildmaterial von 10 Tornados in Brasilien

Auf der Südhalbkugel sind vor allem Südamerika, Australien und Neuseeland betroffen. In Südamerika treten Tornados vor allem im Norden Argentiniens, in Paraguay, Uruguay und im Süden Brasiliens auf. In Australien werden Tornados vor allem im Süden des Bundesstaates Western Australia sowie im Osten in den Bundesstaaten Queensland, New South Wales und Victoria beobachtet. In Neuseeland kommen Tornados auf der Nord- und auch auf der Südinsel vor. Auch in Südafrika werden von Zeit zu Zeit einzelne Fälle registriert. Die Hauptzeit für Tornados auf der Südhalbkugel reicht von November bis März.


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