Wie Ex-Hurrikane Deutschland und Europa erreichen können

Es kommen immer wieder Fragen, ob ein Hurrikan vom tropischen Atlantik, aus der Karibik oder von den USA her auch Deutschland erreichen kann. Wir wollen Licht ins Dunkel bringen und erklären, wie ein Ex-Hurrikan Deutschland erreichen kann und was dies bedeutet.

Zunächst einmal sei erwähnt, dass Hurrikane aus der Karibik oder an der Ostküste der USA in vielen Fällen nach Norden eindrehen und in die klassische Westautobahn Richtung Europa aufgenommen werden. Dabei verlieren sie zunehmend ihre tropischen Eigenschaften, weil unter anderem das Meerwasser dort deutlich kälter wird. Sie wandeln sich dann von einem Hurrikan, also einem Tropensturm, in ein „normales“ außertropisches Tief um. Es entsteht also ein Tiefdruckgebiet aus dem Hurrikan, so wie wir es in unseren Breiten kennen. Wir merken uns also, dass es sich in Deutschland nur um Auswirkungen eines „Ex-Hurrikans“ handeln kann, nicht um einen Hurrikan mit tropischen Eigenschaften. Es ist allerdings ein Fall aus dem Jahre 1966 bekannt, als Hurrikan FAITH mit immer noch tropischen Eigenschaften bis nördlich von Schottland vorankam. Dabei handelt es sich um ein Extrembeispiel.

Wie können Ex-Hurrikane nach Europa ziehen?

Wie eingangs beschrieben können Hurrikane bei passender Wetterlage vom Jestream beispielsweise bei Neufundland aufgenommen werden und dann mit diesem Richtung Europa ziehen. Die folgende Karte zeigt den Jestream auf einer Beispielkarte zwischen dem Amerikanischen und dem Europäischen Kontinent. In den vergangenen Wochen im September 2017 war der Weg in die „Westautobahn“ beispielsweise für Hurrikan HARVEY oder JOSE blockiert. Sie konnten einfach aufgrund der Wetterlage nicht aufgenommen werden.

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Ex-Hurrikane können bei uns Sturm/Orkan bringen – Hurrikan GONZALO

Ein gutes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist Hurrikan GONZALO im Oktober 2014 gewesen. Er wandelte sich wie oben beschrieben in ein außertropisches Tief um und erreichte als Sturmtief Deutschland. Er brachte vor allem der Südhälfte Deutschlands Windböen bis Orkanstärke, in Stuttgart wurden sogar 123 km/h gemessen. Hier finden Sie die maximalen Windböen vom 21. Oktober 2014. Es besteht allerdings kein nennenswerter Unterschied bei Sturm- oder Orkantiefs in Deutschland und Mitteleuropa, ob sie jetzt aus einem ehemaligen Hurrikan hervorgehen oder sich ohne Hurrikan-Vorgeschichte auf dem Atlantik bilden. Die meisten schwere Orkantiefs in Deutschland hatten nahezu alle keine Vorgeschichte als Hurrikan!

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Es sind durch Ex-Hurrikane natürlich auch völlig harmlose Auswirkungen auf unser Wetter in Deutschland möglich. Sie können uns als normales und vergleichsweise schwache Tief beeinflussen – ohne Sturm oder Orkan. An der Vorderseite können sie uns in einigen Fällen sogar Hochdruckwetter bescheren. Ein Beispiel war auch Hurrikan GERT. Infos dazu in diesem Bericht.

Hurrikan MARIA könnte „eingefangen“ werden

Der aktuelle Hurrikan MARIA in der Karibik könnte genau wie oben beschrieben vom Jetstream eingefangen werden und Richtung Europa ziehen und in vielleicht 2 Wochen Einfluss auf unser Wetter nehmen. Selbstverständlich als außertropisches Tief – nicht als Hurrikan (wie wir oben gelernt haben). Das ist alles noch blanke Theorie, aber die derzeitigen Berechnungen zeigen sehr gut, wie so etwas prinzipiell funktioniert. Im Folgenden eine erläuternde Animation der Luftdruckkarten vor der Nordostküste der USA beziehungsweise Neufundland. Die Storm-Tracks deuten ebenfalls mit den meisten Lösungen diese Variante an. Ob es Ex-MARIA dann aber auch wirklich über den großen Teich schafft, ist noch völlig offen.

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4 Kommentare

  1. Jörg 21. September 2017
  2. Berny 21. September 2017
    • Fabian 21. September 2017
  3. Olaf 26. September 2017

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