Wie erkenne ich einen Tornado in den Radarbildern?

Mit unseren Apps für iOS und Android und unseren verschiedenen Radarprodukten auf kachelmannwetter.com ist ein außergewöhnlich genauer Blick auf das Wettergeschehen in Deutschland möglich. Regengebiete lassen sich für einen bestimmten Ort optimal verfolgen, aber nicht nur das: Sogar die Entstehung von Tornados lässt sich in bestimmten Fällen frühzeitig erkennen.

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Anders als auf den konventionellen Radarbildern sind in den Geschwindigkeitsbildern (Doppler-Radar) keine echten Radarechos zu sehen, sondern die Bewegung der Niederschlagsteilchen. Dafür nutzt man den so genannten Dopplereffekt, der nach dem Physiker Christian Doppler benannt ist. Vom Radargerät wird ein Signal ausgesendet und trifft auf das sich bewegende Teilchen. Dabei ändert sich die Frequenz und das empfangene Signal weist eine gegenüber dem ausgesendeten Signal veränderte Frequenz auf. Durch diese Frequenzänderung lässt sich die Bewegung des Teilchens feststellen. Auf den Radarstandort zu ziehende Teilchen werden grün dargestellt, vom Radarstandort weg ziehende Teilchen rot. Dabei gilt: Je heller die Farben, desto höher die Geschwindigkeit.

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Durchzug eines Regengebietes am 18.12.2015, links das Radarbild, rechts das Dopplerbild

Zieht ein Regengebiet durch, zeigt sich also typischerweise eine große grüne Fläche vor dem Radarstandort, dahinter eine rote Fläche. Mit einem Tornado hat dies erst einmal nichts zu tun. Liegen allerdings die beiden gegenläufigen Richtungen sehr nah beieinander und das im Bereich eines kräftigen Schauers oder Gewitters, sollte man genauer hinschauen. Das Beispiel vom 01.09.2015 zeigt hellgrüne und hellrote Farben in einem eng begrenzten Bereich einer Gewitterzelle direkt nebeneinander. Es traten erhebliche Schäden auf und ein Tornado ist sehr wahrscheinlich:

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Kräftiges Gewitter in der Nacht zum 01.09.2015, links das Radarbild, rechts das Dopplerbild

Nicht immer ergibt sich ein eindeutiges Bild. Oft sind die Echos mit unterschiedlichen Richtungen sehr chaotisch angeordnet. Die Bilder liegen nur alle 5 Minuten vor, dazwischen kann sehr viel passieren. Die meisten Tornados haben nur eine Lebensdauer von wenigen Minuten und die Rotation ist oft nur in einem Radarbild zu erkennen – oder in gar keinem. Man erkennt in den Bildern nicht den Tornado selbst, sondern nur die eventuelle Rotation der Schauer- oder Gewitterzelle. Besonders verdächtig ist ein so genanntes Hakenecho (englisch: „hook“). Es entsteht, wenn sich starker Niederschlag um den Aufwindbereich des Gewitters eindreht, und ist ein deutliches Indiz für vorhandene Rotation. Der Fall vom 13. Mai 2015 am Oberrhein zeigt allerdings trotz vorhandendem Hakenecho kein eindeutiges Bild beim Dopplerradar.

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Hakenecho in Baden-Württemberg am 13.05.2015, links das Radarbild, rechts das Dopplerbild

Die Dopplerbilder sind auch bei der nachträglichen Analyse und Verifikation eine große Hilfe. Wer ein lokal eng begrenztes Sturmereignis miterlebt hat, kann zunächst das Regenradar anschauen und bis in den betreffenden Landkreis hineinzoomen. Sollte sich zu dem Zeitpunkt ein kräftiger Schauer oder ein Gewitter über dem Ort befunden haben, lohnt sich ein Blick auf das Dopplerradar. Eng zusammen liegende grüne und rote Farben könnten auf einen Tornado als Ursache für die Schäden hindeuten. Vor allem bei nächtlichen Sturmereignissen ist die Analyse mit den Dopplerbildern sehr hilfreich. Der Umgang mit den Dopplerbildern erfordert viel Übung. Bei nur schwachen Schauern oder Gewittern zeigt sich in den Dopplerbildern allerdings nur selten ein klares Bild, die Rotation ist meist kaum ausgeprägt und die Auflösung selbst der hochaufgelösten Radardaten reicht dafür nicht aus.

 

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