Wie entsteht Morgenrot und Abendrot?

Zu den schönsten und häufigsten optischen Phänomenen in der Atmosphäre gehören sicherlich Morgenrot und Abendrot. Dabei versteht man unter dem Morgenrot die rötliche oder orange Färbung des Osthimmels, die kurz vor oder während des Sonnenaufgangs auftritt, manchmal auch noch, wenn die Sonne bereits tief am Himmel steht. Abendrot bezeichnet das entsprechende Phänomen am abendlichen Westhimmel während oder kurz nach dem Sonnenuntergang.

Sonnenaufgang, aufgenommen in Oberhausen (NRW)

„Morgenrot – Schlechtwetter droht“ lautet eine bekannte Bauernregel, an der tatsächlich etwas dran ist. Sie trifft nicht immer zu, aber Deutschland liegt im Bereich der gemäßigten Breiten, in denen westlicher Wind das Wettergeschehen prägt. Ziehen nun kurz vor und genau zum Sonnenaufgang aus Westen Wolken auf, können diese orange oder rot angestrahlt werden. Denn das Licht der tief stehenden Sonne muss einen weiteren Weg durch die Troposphäre zurücklegen. Dabei wird das Sonnenlicht an den Molekülen von Luft und Wasserdampf gestreut – das blaue, kurzwellige Licht stärker als das rote. Tagsüber erscheint der Himmel blau (dazu unser Video: Warum ist der Himmel blau?), morgens werden die blauen Töne sozusagen herausgefiltert, übrig bleibt orange oder rot. Aus Westen aufziehende Wolken werden daher in orange oder rot angestrahlt. Ziehen die Wolken von West nach Ost, passt also die Bauernregel, nach der mit Wetterverschlechterung zu rechnen ist.

Sonnenaufgang in Wuppertal, aufgenommen von Achim Otto

Überdecken die Wolken kurz nach Sonnenaufgang bereits den gesamten Himmel, sind aber vor der Sonne noch dünn, dann kann wie im Bild Morgenrot auch noch nach Sonnenaufgang auftreten.

 

Sonnenuntergang, aufgenommen in Mittelhessen

Ähnlich läuft es beim Sonnenuntergang ab, nur umgekehrt. Die bekannteste Bauernregel von oben fortgesetzt lautet „Morgenrot – Schlechtwetter droht; Abendrot – Gutwetterbot“. Typischerweise von Westen her aufziehende Wolken werden während oder nach dem Sonnenuntergang orange bis rot angestrahlt und leuchten dann entsprechend. Die Begründung ist die gleiche wie beim Morgenrot.

Neben Luftmolekülen und Wassertröpfchen können auch kleinste Staubteilchen das Sonnenlicht streuen und damit einen sehenswerten Himmel herbeizaubern. Besonders farbenprächtige Sonnenauf- und -untergänge kommen nach größeren Vulkanausbrüchen vor, nicht nur wenn sich der Vulkan direkt in der Nähe befindet. Vulkanasche wird oft 10 bis 20 Kilometer hoch in die Troposphäre transportiert und gelangt so rund um die Erde. So wurden auch nach dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen bei uns in Europa vermehrt spektakuläre Dämmerungserscheinungen beobachtet.

Vorhersage von Morgen- und Abendrot

Möchte man schon vorher wissen, ob ein sehenswertes Morgen- oder Abendrot bevorsteht, schaut man sich also am besten die Bewölkungsvorhersage für die betreffende Region an. Passt alles wie oben beschrieben zusammen, ziehen also zum Beispiel pünktlich zum Sonnenuntergang vorhandene Wolken ab, könnte es klappen – umgekehrt morgens, dann sollten die Wolken aus Westen aufziehen, damit sie entsprechend angestrahlt werden können.


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2 Kommentare

  1. Peter Heitmann 4. März 2017
    • Thomas Sävert 4. März 2017

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