Was ist Seewind, was ist Landwind?

Gerade im Frühling und im Frühsommer ist es an vielen Küsten deutlich kühler als im Binnenland. An allen Küsten? Nein, dies gilt für Küsten mit auflandigem Wind, an denen also der Wind vom Wasser auf das Land weht. Selbst bei windschwachen Hochdrucklagen kann sich die „Land-Seewind-Zirkulation“ einstellen. Tagsüber kann dabei plötzlich frischer Seewind aufkommen und es wird an der betroffenen Küste deutlich kühler. Aber wie kommt es dazu?

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Land erwärmt sich viel schneller als Wasser und damit auch die Luft direkt über dem Land. Bei starker Erwärmung, zum Beispiel bei einem sonnigen Tag im Frühsommer, erwärmt sich das Land rasch, während das Wasser und die Luft direkt darüber noch kühl sind. Über Land steigt die Luft auf und mit fallendem Luftdruck über Land baut sich ein großer Luftdruckunterschied auf. Dieser wird durch Wind ausgeglichen, der vom Wasser auf das Land weht, dem Seewind. Über dem kalten Wasser bewirkt die absinkende Luftbewegung Wolkenauflösung. Inseln und Küsten an Nord- und Ostsee sind im Frühjahr und im Frühsommer oft sonniger als das Binnenland.

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In der Nacht kann sich das Bild umkehren: Kühlt sich in klaren Nächten die Luft über Land stark ab, während sich die Temperaturen über dem Wärme speichernden Wasser kaum verändern, kann sich eine umgekehrte Luftdruckdifferenz aufbauen und ein Wind erzeugt werden, der vom Land auf das Meer weht – der Landwind. Es ist allerdings längst nicht so ausgeprägt wie der Seewind und wird eher selten beobachtet.

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Temperaturen in Schleswig-Holstein und Umgebung am 09. Mai 2016, 13 Uhr MESZ

Die Auswirkungen durch den Seewind sind vor allem für Strandbesucher deutlich spürbar. Wo der Wind vom Meer auf das Land weht, ist es empfindlich kühl. Im Sommer stellt sich der Seewind oft gegen 11 Uhr ein, wenn viele Urlauber sind am Strand sind. Bei einer windschwachen Hochdrucklage kann sich an allen Küsten Seewind einstellen. Wird der Seewind aber von einer großräumigen Strömung überlagert, ist er nur schwach ausgeprägt oder stellt sich gar nicht ein. Dann sind Küstenbereiche mit ablandigem Wind genauso warm wie das angrenzende Binnenland, wi das obige Beispiel vom 09.05.2016 zeigt eindrucksvoll zeigt. Die Luft weiß ja sozusagen nicht, dass sie gleich über eine Wasserfläche weht. Wenn es also mal wieder pauschal heißt, „… an den Küsten kühler“, ist dies oft falsch, korrekt wäre „… an den Küsten mit Seewind (oder auflandigem Wind) kühler“.

Tritt bei einer windschwachen Wetterlage in Schleswig-Holstein und an den Küsten der dänischen Halbinsel Jütland auf beiden Seiten, also an Nord- und Ostsee, starker Seewind auf, kann im Landesinnern eine Konvergenz entstehen, an der die beiden Seewinde zusammenströmen. Dann bildet sich von Nord nach Süd eine mehrere Hundert Kilometer lange Reihe mit Quellwolken aus.


 

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