Was ist Seegang? Was ist Dünung?

Der Seegang besteht aus Oberflächenwellen auf einem Gewässer und wird durch den Wind hervorgerufen. Dabei ist die Stärke des Seegangs abhängig von der Windstärke, von der Zeitdauer des Einwirkens und vom Weg, den die Wellen durchlaufen können. So sieht man zum Beispiel auf der windzugewandten Seite eines Sees keine oder nur kleinere Wellen, zum gegenüberliegenden Ufer dagegen deutlich mehr und höhere Wellen. Der Wind braucht einfach eine gewisse Zeit und Strecke („Fetch“), bis sich die Wellen voll ausgebildet haben. Der Seegang wird in einer eigenen Skala in 10 Stufen von 0 (keine Wellen) bis 9  (Schiffe verschwinden in Wellentälern) eingeteilt.

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Leichte Windsee mit sehr kleinen, gekräuselten Wellen

Der Teil des Seegangs, der durch den Wind am Ort selbst entsteht, wird als Windsee bezeichnet.

Dünung

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Glatte See bei nahezu Windstille, aber Dünungswellen

Schwächt sich der Wind mit der dadurch ausgelösten Windsee ab, bleiben die Wellen noch eine Weile erhalten. Das gleiche gilt, wenn sich die Wellen einer Windsee über größere Strecken in ein Gebiet mit schwächerem Wind ausbreiten. Die Restwellen, die vom ursprünglichen Wind übrig bleiben nennt man Dünung (auch „Schwell“). Die Dünung spielte für Seefahrer und Küstenbewohner schon seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle bei der Früherkennung von Unwettern. Sie ist das erste Anzeichen eines herannahenden Sturms oder Hurrikans. Lange bevor der Wind zunimmt, tauchen die Wellen der Dünung auf. Selbst ein 2000 Kilometer entfernter Hurrikan kann an der Küste schon meterhohe und damit gefährliche Wellen und Strömungen hervorrufen.

Die Wellen von Windsee und Dünung unterschieden sich erheblich. Der durch den aktuellen Wind vor Ort entstandene Seegang besteht aus kurzen, steilen Wellen – je flacher das Wasser, desto steiler die Wellen. Die Wellen einer Dünung sind dagegen sinusförmig und sehr langlebig.

Kreuzsee

Treffen Windsee und Dünung oder verschiedene Dünungen in einem unterschiedlichen Winkel aufeinander, spricht man von einer Kreuzsee. Es entsteht ein chaotisches Wellenmuster, das für Schiffe sehr gefährlich sein kann. Die Wellen können sich deutlich höher aufbauen, als die Wellen der Windsee/Dünung, die aufeinander treffen. Eine Kreuzsee kann auch entstehen, wenn sich Wellen hinter einem Hindernis wie einer Insel wieder zusammen laufen oder wenn Wellen auf ein Hindernis wie eine Mole treffen und auf die nachfolgenden Wellen zurückgeworfen werden. Eine Kreuzsee ist kaum vorhersagbar.

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