Was ist Hochnebel?

In den Wetterberichten ist oft von Nebel und Hochnebel die Rede. Was Nebel ist und wie er entsteht, das hat der Kollege Fabian bereits ausführlich beschrieben, aber was ist eigentlich Hochnebel? Er tritt vor allem bei windschwachem Hochdruckwetter mit einer Inversionslage auf und bringt uns vor allem im Winterhalbjahr graue, trübe Tage. Nur im Sommer schafft es die Sonne meist, den Hochnebel „wegzuheizen“.

Unter Hochnebel versteht man eine geschlossene Nebeldecke, die aber nicht auf dem Boden aufliegt, also leicht abgehoben erscheint. Darunter ist es grau und relativ dunkel, oftmals sehr diesig, aber nicht neblig. Die Sichtweite beträgt mehr als einen Kilometer. Liegt die Sichtweite am Boden unter einem Kilometer, spricht man von Nebel. Die Untergrenze der Hochnebelschicht liegt bei mehreren Dutzend bis etwa 100 Metern, die Obergrenze kann je nach Mächtigkeit bei 1 bis 2 Kilometern liegen. Der Hochnebel befindet sich meist unterhalb einer so genannten Inversionsschicht, an der sich die übliche Temperaturabnahme mit der Höhe umkehrt und es wieder wärmer wird. Die Inversion liegt wie ein Deckel über der bodennahen Kaltluft.

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Sonnige Bergländer über einer dichten Hochnebeldecke

Bei Hochnebel handelt es sich um eine tiefliegende Wolkenschicht, in der Fachsprache auch mit dem lateinischen Namen „stratus“ (Schicht) oder „stratus nebulosus“ bezeichnet. Oberhalb des Hochnebels bietet sich Bergsteigern und Wanderern oftmals ein grandioses Bild mit dem Hochnebel unterhalb der eigenen Position – es gleicht quasi einem Wolkenmeer. Hochnebel hält sich vor allem in Flusstälern und Gebirgstälern im Winterhalbjahr oft hartnäckig.

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Hochnebeldecke über Nordwest- und Norddeutschland am 18.03.2016

Hochnebel kann entweder vor Ort entstehen oder herantransportiert werden. Mit der Tageserwärmung kann sich nächtlicher oder morgendlicher Nebel von unten her lichten, bei zu großer Mächtigkeit, schwachen Windverhältnissen und tief stehender Sonne bleibt der Nebel dagegen als „Hochnebel“ weiter oben erhalten. Kommt Wind auf, kann sich vorhandener Hochnebel auflösen oder er wird in andere Regionen getrieben, in denen es vorher eventuell noch klar war. Innerhalb weniger Minuten wandelt sich das Wetter dann von blau zu grau. Weht zum Beispiel feuchte Luft von der Nordsee landeinwärts, ist sie oft mit Hochnebelgrau verbunden. Im obigen Satellitenbild sieht man eine dicke Hochnebeldecke, die sich am 18. März 2016 von der Nordsee über den Nordwesten und Norden Deutschlands ausbreitete, während es weiter südlich sonnig war. Wo der Hochnebel nach frostiger Nacht am frühen Morgen eintraf, blieb es auch tagsüber empfindlich kalt.

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Verschneite Landschaft in Herten (NRW) am 21. Dezember 2007 nach lokalem Industrieschnee aus einer Hochnebeldecke

Vor allem aus einer dickeren Hochnebeldecke kann auch leichter Niederschlag fallen. Das kann im Winter Schneegriesel oder Nieselregen sein, der auf gefrorenen Böden gefährliches Glatteis auslöst. Lokal eng begrenzt ist auch Industrieschnee möglich, der die Landschaft in der Nähe von Industieranlagen auf engstem Raum in eine Winterlandschaft verwandeln kann. Hochnebel verhindert tagsüber eine deutliche Erwärmung, aber gleichzeitig nachts auch eine deutliche Abkühlung. Ob und wann sich Hochnebel auflöst, ist oft nur schwer vorhersagbar; häufig hilft nur, die aktuellen Satellitenbilder zu verfolgen. Sehr hilfreich ist dafür der Nebel-Check.


 

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5 Kommentare

  1. Wasv 21. März 2016
    • Fabian 21. März 2016
  2. Stefan aus Berlin 21. März 2016
    • Thomas Sävert 21. März 2016

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