Was ist Eisregen / gefrierender Regen?

Eine besonders gefährliche Glätteart entsteht, wenn Regen auf gefrorene Böden fällt und hier zu einer spiegelglatten Eisschicht gefriert. Man spricht in diesem Fall von Glatteis. Oft bricht der Verkehr auf Straßen und Wegen zusammen und sogar der Schienen- und Flugverkehr kann stark beeinträchtigt sein.

Grundvoraussetzung für die Entstehung von Eisregen ist eine Kaltluftschicht am Boden. Wärmere Luft weht heran, kann die schwerere Kaltluft aber nicht verdrängen und schiebt sich über die Kaltluft.

Ist die Kaltluftschicht am Boden nur dünn, der Boden aber gefroren, fällt der Regen bis ganz unten hinab in flüssiger Form und gefriert erst, wenn er auf Gegenstände oder den Boden trifft. In diesem Fall spricht man von gefrierendem Regen. Die sich bildende Eisschicht ist besonders gefährlich, weil sie sehr glatt ist. Der Eisansatz an Bäumen kann dazu führen, dass Äste abbrechen oder im Extremfall sogar ganze Bäume umstürzen. An Stromleitungen kann sich ein dicker Eispanzer bilden, das zusätzliche Gewicht kann Leitungen brechen und durch die dann einseitige Zuglast Strommasten brechen lassen.

ice-75596_960_720

Ist die Kaltluftschicht vertikal mächtiger, gefriert der Regen auf dem Weg zum Boden und kommt unten in Form von Eiskörnern an. Man spricht von Eisregen. Die Eiskörner bilden ebenfalls eine Eisschicht, die aber etwas stumpfer ist als das blanke Eis durch gefrierenden Regen. Die entstehende Glätte ist dennoch gefährlich.

Wichtig ist auch, ob es vorher stundenlang geschneit hat und Straßen und Wege noch nicht geräumt sind. Fällt der gefrierende Regen oder Eisregen auf den Schnee, gibt es kaum zusätzliches Glatteis. Glatt ist es durch den Schnee sowieso, aber diese Glätte sieht man wenigstens. Fällt der Regen aber auf den „nackten“, gefrorenen Boden, ist die Glättegefahr extrem hoch.

051127bingel7

Herabhängende Stromleitungen, Foto: Klaus Bingel

Eine besonders krasse Eisregenlage entwickelte sich Anfang März 1987. Damals zog ein Tief von der südlichen Nordsee kommend in Richtung Südosten genau über Deutschland hinweg. Es trennte sehr kalte Luft in der Nordosthälfte mit Temperaturen bis -9 Grad von sehr milder Luft mit zweistelligen Plusgraden im Südwesten. Im Übergangsbereich fiel besonders von Niedersachsen bis nach Thüringen und Sachsen sehr viel Schnee und Regen, der zahlreiche Bäume umstürzen ließ. Viele Straßen vor allem im südlichen Niedersachsen waren mit einer zentimeterdicken Eisschicht überzogen. Die Wetterstation in Osnabrück meldete damals bei Dauerfrost innerhalb von nur 12 Stunden 17 Liter Niederschlag – als Regen! Im Januar 2015 war ebenfalls vor allem Niedersachsen betroffen, der Straßenverkehr kam vor allem auf der Autobahn A2 zeitweise zum Erliegen.

 

Das HD Niederschlagsradar, HD Satellitenbilder sowie Wettervorhersagen für jeden Ort in Europa, zahlreiche Messwerte aller Wetterstationen und vieles mehr finden Sie auf kachelmannwetter.com. Außerdem: exklusive Super-HD Modellkarten sowie kompakte Wettervorhersage HD – alles auf einen Blick! All diese HD-Karten sind zoombar bis auf Landkreisebene, wir behalten alle Daten im Archiv und löschen nichts. Wetternews aus Deutschland, Europa und aller Welt gibt’s mehrmals täglich frisch im Wetterkanal.

Keine Kommentare

Kommentieren