Was ist der Monsun?

In jedem Jahr setzen vor allem in Süd- und Ostasien Monsunregenfälle ganze Landstriche und Städte unter Wasser und es entstehen große Schäden. Bei den Überschwemmungen kommen in jedem Jahr Hunderte Menschen ums Leben und Tausende werden obdachlos. Andererseits ist der Monsunregen in vielen Regionen nach monatelanger Dürre überlebenswichtig.

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Definition des Monsuns

Der Begriff Monsun kommt aus dem Arabischen und bedeutet übersetzt „Jahreszeit“. Man versteht darunter eine großräumige Luftzirkulation, die zwei Mal im Jahr Ihre Hauptwindrichtung drastisch ändert. Die allgemeine Definition geht von einer Windrichtungsänderung um mindestens 120 Grad aus, damit es sich um Monsunwinde handelt.

Wo gibt es Monsun?

Besonders bekannt ist der Monsun in Indien und von China bis nach Indonesien. Auch in Teilen Afrikas kommt der Monsun vor. Betroffen von Monsunregenfällen sind vor allem küstennahe Gebiete und Regionen, in denen sich die vom Meer heranwehende Luft an Gebirgen staut.

Entstehung

Jahreszeitlich bedingt verlagert sich die Innertropische Konvergenzzone (ITCZ), an der Südost- und Nordostpassatwinde zusammenströmen nach Norden bzw. nach Süden. Dies hängt mit der Änderung des Sonnenstandes zusammen. Zur Sommersonnenwende im Juni steht die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis, ein halbes Jahr früher/später über dem südlichen Wendekreis. Die starke Sonneneinstrahlung erhitzt die Luft, die aufsteigt und Wolken ausbildet. Da nun unten sozusagen Luft fehlt, strömt von außen Luft in diese Region, die Passatwinde entstehen. Da sich auf der Nordhalbkugel mehr Landmassen befinden und diese sich stärker erwärmen als das Meer, ist die ITCZ im Nordsommer deutlich nach Norden verschoben.

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Über dem indischen Subkontinent wird die Luft im Sommerhalbjahr extrem stark aufgeheizt. Höchstwerte zwischen 40 und 50 Grad im Schatten sind hier im Frühjahr vor dem Einsetzen des Monsunregens die Regel. Dadurch steigt die Luft sehr schnell auf, am Boden entsteht ein „Monsuntief“. Die auf dem Indischen Ozean mit viel Feuchtigkeit angereicherte Luft strömt in Richtung Monsuntief. Durch die Corioliskraft, die durch die Erdrotation entsteht, wird der Wind nach rechts abgelenkt und großräumig stellen sich über dem nördlichen Indischen Ozean südwestliche Winde ein. Damit trifft sehr feuchte Luft besonders auf die Westküste Indiens und schließlich auch auf das Himalaya-Gebirge, wo sich die Luftmassen stauen und abregnen. Im Winterhalbjahr kehrt sich das Bild um, über Indien weht meist trockener Nordostwind, nur an der Ostküste Indiens und auf Sri Lanka ist die Luft über dem Golf von Bengalen mit Feuchtigkeit angereichert und bringt hier nun kräftige Regenfälle.

Monsunregenzeit

Je nach Region fallen die Monsunregenzeiten sehr unterschiedlich aus. In Indien startet sie im Durchschnitt Mitte Mai und dauert bis in den Oktober. Kommt die Regenzeit später oder fällt deutlich schwächer aus, besteht die Gefahr von Missernten. In anderen Regionen der Tropen und Subtropen herrscht eine große Vielfalt an Monsunsystemen mit den unterschiedlichsten Regen- und Trockenzeiten.

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Auswirkungen

Da in der Monsunzeit immer wieder sehr heftige, tropische Regenfälle auftreten können, muss in dieser Zeit mit Überschwemmungen in den betroffenen Regionen gerechnet werden. Selbst Millionenstädte wie Mumbai oder Kalkutta (offiziell Kolkata) können zeitweise unter Wasser stehen.

Rekorde

Rekordverdächtige Regenmengen fallen in Cherrapunjee (früher: Sohra) am Südrand des Himalaya, wo sich die Regenwolken im Sommerhalbjahr stauen. Im langjährigen Mittel fallen hier jährlich etwa 11.930 Liter Regen auf den Quadratmeter, der größte Teil davon allerdings von April bis Oktober. In manchen Jahren fällt der Monsun extrem stark aus, der Rekord im Jahr 1904 brachte 24.555 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Berlin kommen im Jahr durchschnittlich nur knapp 600 Liter zusammen.

Monsunregen in Mitteleuropa?

Häufig wird in regenreichen Sommern auch in Mitteleuropa von monsunartigen Regenfällen gesprochen. Ein echter Monsun entsprechend der obigen Definition ist dies aber nicht, auch wenn es vor allem manchen Urlaubern bei häufigen Regenfällen im Sommer so vorkommt. Mit den Regenmengen in den tropischen Regionen ist der Regen hier überhaupt nicht vergleichbar.

 

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