Was ist das Islandtief?

Das Islandtief ist ein sehr häufig auftretendes Druckgebilde, das große Bedeutung für das Wetter bei uns in Mitteleuropa hat. Mit seinen Ausläufern lenkt es im Sommer feuchtkühle und im Winter feuchtmilde Luftmassen nach Deutschland. Oft ziehen Randtiefs über den Atlantik heran und gestalten das Wetter wechselhaft. Im Zusammenspiel mit dem Azorenhoch bestimmt das Islandtief das Wettergeschehen im gesamten nordatlantischen Raum.

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Benannt ist das Islandtief nach dem vulkanischen Inselstaat, der sich in etwa im Bereich des nördlichen Polarkreises befindet. Bekannt ist Island für die vulkanische Aktivität, heiße Quellen und große Gletscher. Das Islandtief besteht nicht aus einem einzigen, beständigen Tiefdruckgebiet, es wird immer wieder durch neue, vom Westatlantik heranziehende Tiefs erneuert. Das Islandtief ist Teil der Westwindzone in den gemäßigten Breiten und Teil der Nordatlantischen Oszillation (NAO).

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Ähnlich wie das Islandtief dominiert auch auf dem Nordpazifik ein kräftiges Zentraltief das Wettergeschehen, man spricht auch vom Aleutentief, das sich in der Nähe der Inselgruppe südwestlich von Alaska befindet. In der Westwindzone ziehen häufig Tiefdruckgebiete von West nach Ost und erfassen mit ihren Ausläufern auch den nordamerikanischen Raum mit Niederschlägen.

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Islandtief mit Randtief (Quelle: DWD und FU Berlin)

Im Winterhalbjahr ist das Islandtief besonders stark ausgeprägt und befindet sich meistens im Seegebiet südlich bis südöstlich von Island. An seinem Rande entwickeln sich bei großen Temperaturgegensätzen zwischen Kanada und Grönland im Norden sowie dem subtropischen Atlantik häufig Sturm- und Orkantiefs, die in den Raum Island – Nordmeer ziehen. Mit der starken westlichen Strömung zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch können die Tiefs auch bis nach Europa ziehen, sofern sie hier nicht durch ein Hochdruckgebiet blockiert werden. Setzen sich die Tiefs durch, herrscht in Mitteleuropa sehr mildes, windiges und oft regnerisches Wetter. Zwischenhochs bringen nur kurzzeitig Wetterberuhigung. Im Sommerhalbjahr liegt das steuernde Islandtief nördlicher, es kann aber feuchtkühle Luft bis nach Mitteleuropa lenken.

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Island selbst erlebt trotz der nördlichen Lage am Polarkreis im Vergleich zu anderen Ländern auf ähnlicher geografischer Breite relativ milde Winter. Dies liegt an einer recht warmen Meeresströmung am Rande des Golfstroms und an der Zufuhr milder Atlantikluft mit den durchziehenden Sturm- und Orkantiefs. Diese bringen aber oft große Niederschlagsmengen und Wind bis Orkanstärke mit sich. Die Sommer sind auf Island kühl und meist wechselhaft.


 

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