Was ist das Azorenhoch?

Häufig taucht es bei uns in Wetterberichten auf und wenn das Azorenhoch im Sommer seine Fühler bis nach Mitteleuropa ausstreckt, beschert es uns oft sonniges und sommerlich warmes Wetter. Aber was ist das Azorenhoch genau, warum existiert es überhaupt? Bringt es uns immer sonniges Wetter? Und wie ist eigentlich das Wetter auf den Azoren?

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Benannt ist das Azorenhoch nach der gleichnamigen, zu Portugal gehörenden Inselgruppe, die sich etwa 1400 Kilometer westlich der Iberischen Halbinsel befindet. Sie besteht aus neun größeren und einigen kleineren Inseln, die vulkanischen Ursprungs sind. Das Azorenhoch liegt im langjährigen Mittel meist südwestlich der Inselgruppe, es kann sich aber weiter nach Süden oder Norden und auch in Richtung Mitteleuropa ausweiten. Damit hat es entscheidenden Einfluss auf das Wettergeschehen in Deutschland.

Das Azorenhoch ist Teil des subtropischen Hochdruckgürtels, der sich auf beiden Erdhalbkugeln im Bereich der Subtropen rund um den Erdball erstreckt. Weiter westlich auf dem Atlantik liegt das Bermudahoch, das nach der Inselgruppe im westlichen Atlantik benannt ist. Und auch auf dem Pazifik sind ähnliche Hochdruckgebiete vorhanden. Im Bereich der Hochdruckzonen befinden sich auch die großen Wüsten der Erde. Die Hochdruckgebiete der Subtropen sind nicht stabil, sie verändern ständig ihre Lage und wieder immer wieder neu aufgebaut.

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Globale Zirkulation, Quelle der Originalgrafik: Jet Propulsion Center, NASA

Der subtropische Hochdruckgürtel ist Teil der so genannten Hadley-Zirkulation. Luft, die in den Tropen aufsteigt, wird in Richtung Pole geführt und sinkt zwischen 20 und 40 Grad nördlicher bzw. südlicher Breite wieder ab. Hier trocknet die Luft aus und der Luftdruck am Boden steigt, die Hochdruckzone entsteht. Zwischenzeitlich können aber auch Tiefdruckgebiete aus den gemäßigten Breiten den Hochdruckgürtel aufbrechen oder tropische Wirbelstürme finden einen Durchschlupf von den Tropen her.

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Azorenhoch und Islandtief, dazwischen ziehen mit dem starken Höhenwind (Jetstream) Störungen nach Mitteleuropa

Bleibt das Azorenhoch an Ort und Stelle auf dem Atlantik, können an seiner Nordseite Tiefdruckgebiete mit ihren Ausläufern vom Atlantik in Richtung Mitteleuropa ziehen und das Wetter wechselhaft gestalten. Der Druckunterschied zwischen dem zentralen Islandtief und dem Azorenhoch spielt dabei eine wesentliche Rolle. Er wird durch die Nordatlantische Oszillation beschrieben, zu der meine Kollegin Rebekka einen ausführlichen Artikel verfasst hat. Weitet sich das Azorenhoch deutlich nach Nordosten aus, kann es einen Ableger in Richtung Mitteleuropa schicken oder sich direkt hierhin verlagern. Eine eigenständige Hochdruckzelle entsteht und kann das Wetter im Sommer mit Sonnenschein und hohen Temperaturen bestimmen, im Winter eher mit Nebelgrau und feuchtkühlem Wetter.

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Satellitenbild Hurrikan Tanya am 31.10.1995 (Quelle: NOAA)

Wie ist eigentlich das Wetter auf den Azoren selbst? Man könnte nun meinen, dass auf den Azoren beständiger Sonnenschein und Sommerwärme zu erwarten ist. Dem ist aber meistens nicht so. Die Azoren befinden sich mitten im Atlantik und oft wirkt sich feuchte Luft aus, die sich je nach Windrichtung und –stärke an den Bergen staut und nasses Wetter bringt. Im Winter können von Zeit zu Zeit auch atlantische Tiefausläufer die Inselgruppe streifen oder sogar überqueren. Im Spätsommer und im Herbst droht eine ganz andere Gefahr, wenn Hurrikane oder die Reste davon die Inseln erreichen können. Dies kommt gar nicht so selten vor. Im Zeitraum zwischen 1973 und 2013 haben 11 Stürme und Hurrikane die Inseln überquert und zum Teil erhebliche Schäden angerichtet. Der Hurrikan „Tanya“ brachte im Herbst 1995 Orkanböen bis 170 km/h.


 

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