Vom kalten März, dem milden Januar und viel Gejammer

Was müssen wir uns in diesen Tagen alles anhören, dass es doch viel zu kalt ist und wann es denn endlich Frühling wird 😉
Ja, der März ist kälter und wird am Ende auch kälter ausfallen, als es nach den langjährigen Mittelwerten der Fall ist. Die Besonderheit ist wohl, dass bereits der Februar am Ende unterdurchschnittlich abgeschlossen hat und wir nun zwei Monate in Folge haben, die „zu kalt“ ausfallen oder besser gesagt kälter sind als nach den Mittelwerten von 1981 bis 2010.

Ich will zunächst noch etwas zu den monatlichen Vergleichswerten, also den langjährigen Mittelwerten sagen: Es wird als Vergleich immer ein Zeitraum von 30 Jahren genommen, wir nehmen hier sinnvollerweise den Zeitraum von 1981 bis 2010. Mit den jeweils aus diesen 30 Monaten gemittelten Werten, wird dann immer verglichen, ob der Monat nun kälter oder eben wärmer war als diese. Nun ist es allerdings so, dass auch dieses Mittel sich aus Abweichungen nach unten und nach oben zusammensetzt. Logisch, sonst bräuchte man nicht mitteln. Das sollte aber dem zu denken geben, der sofort jede kleinste Abweichung nach oben oder unten als „nicht normal“ bezeichnet. Wir können damit über viele Jahrzehnte eventuell Trends ablesen, aber nicht bei jedem Monat kreischen, dass er zu kalt!!! oder zu warm!!! ausgefallen ist. Ein Monat, der genau bei +/-0 Kelvin Abweichung abschließt, kommt so gut wie nie vor. Das Wetter bietet bei uns zu jeder Jahreszeit eine große mögliche Bandbreite und diese wird nicht selten auch ausgespielt.

Blicken wir einfach mal 10 bis 15 Jahre zurück, dann haben ein Großteil der Monate mit teils deutlichen Abweichungen über den Mittelwerten abgeschlossen. Über die ganzen Jahre gesehen finden sich zahlreiche Monate mit einer deutschlandweiten positiven Abweichung von +2 bis +3 K, aber nur sehr wenige mit einer negativen Abweichung von -2 bis -3 K! Der Februar 2018 war schon eine Besonderheit und zuletzt gab es da noch den März 2013 sowie den Januar und den Dezember 2010, die recht deutlich unterdurchschnittlich ausfielen. Wollen wir ähnliche Abweichungen nach oben finden, dann fange ich mal mit dem Januar 2018 an, dem März 2017, dem September und dem Februar 2016, dem rekordwarmen Dezember 2015, der August 2015, der Februar, März, April 2014 … und die Liste würde sehr lang werden.

Kommen wir zurück zu 2018. Es gibt also derzeit so viel Gejammer, weil es seit einer Ewigkeit endlich mal 2 Monate gibt, die recht deutlich kälter als im Mittel ausfallen – eine Rarität! Was war da noch mal im Januar 2018 erst? Richtig, es war einer der wärmsten Januare überhaupt! Dazu unten ein schöner Vergleich für ausgewählte Orte, der an den meisten Orten zeigt, dass der Januar 2018 deutlich weiter nach oben abgewichen ist, als es der März 2018 nach unten tun wird. Lediglich im großen Nordosten Deutschlands (siehe Hamburg und Berlin) schlägt der März bis einschließlich des 27. mit einer höheren negativen Abweichung zu Buche, als der Januar mit seiner positiven Abweichung. Das zeigt doch einfach, dass es gar nicht so extrem ist, wie es wohl viele empfinden. Nur zwei Beispiele: Der Januar hat in München mit einer Abweichung von +4,5K abgeschlossen, der März weicht aber gerade mal läppische -1,8K ab. In Frankfurt stehen aus dem Januar +4,4K den -2,1K aus dem März gegenüber. Wenn also etwas extrem war, dann der ungewöhnlich warme Januar (teils gab es Allzeitrekorde) und nicht der März.

Um ein Gefühl zu bekommen, was im März „normal“ ist oder auch nicht, empfehle ich hier im Archiv einfach mal die Tageshöchstwerte vom 15. März jeweils Jahr für Jahr (über das Menü) zurückzuklicken. Die von einigen Menschen oft geforderten 20 Gard sind die absolute Ausnahme und nicht selten liegen die Höchstwerte sogar unter 10 Grad. Ebenfalls werden Sie feststellen, dass die Bandbreite sehr groß ist – Mitteleuropa eben. Sowohl 2016 als auch 2017 gab es Ende März Rekorde, das war also alles andere als Durchschnitt!

Also besinnen wir uns – es wird schon noch früh genug wieder warm werden. Dazu einfach den Trend XL für den gewünschten Ort schauen, oder in den neuen Wetterübersichten den 14 Tage-Trend für ihren Ort gucken.

Vergleich März (Daten bis 27. März) und Januar 2018 – Mittel = 1981 bis 2010

Hamburg-Fuhlsbüttel
März 2,0°C – Mittel 4,6°C = -2,6K
Jan 3,5°C – Mittel 1,6°C = +1,9K

Berlin-Tempelhof
März 1,7°C – Mittel 4,9°C = –3,2K
Jan 3,7°C – Mittel 0,8°C = +2,9K

Hannover
März 2,6°C – Mittel 5,0°C = -2,4K
Jan 4,3°C – Mittel 1,6°C = +2,7K

Magdeburg
März 2,3°C Mittel 4,8°C = -2,5K
Jan 4,0°C – Mittel 0,8°C = +3,2K

Duisburg-Baerl
März 5,0°C – Mittel 6,8°C = -1,8K
Jan 6,0°C – Mittel 3,3°C = +2,7K

Frankfurt/Main
März 4,3°C – Mittel 6,4°C = -2,1K
Jan 6,0°C – Mittel 1,6°C = +4,4K

Erfurt-Weimar
März 1,3°C – Mittel 3,9°C = -2,6K
Jan 3,5°C – Mittel -0,3°C = +3,8K

Kaiserslautern
März 3,6°C – Mittel 5,7°C = -2,1K
Jan 5,5°C – Mittel 1,3°C = +4,2K

Dresden-Strehlen
März 2,3°C – Mittel 5,1°C = -2,8°C
Jan 4,7°C – Mittel 0,7°C = +4,0K

Freiburg
März 5,0°C – Mittel 7,4°C = -2,4K
Jan 6,4°C – Mittel 2,5°C = +3,9K

München-Stadt
März 3,5°C – Mittel 5,3°C = -1,8K
Jan 4,8°C – Mittel 0,3°C = +4,5K

 



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4 Kommentare

  1. Thomas Leis 28. März 2018
    • Fabian 28. März 2018
  2. Hans 28. März 2018
  3. Kevin 28. März 2018

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