Trüber Staubhimmel über den Kanaren

Urlauber, die gestern oder heute am Mittwoch auf den Kanaren ankamen, wunderten sich sicherlich über den milchigen Sonnenschein und nur geringe Sichtweiten. Der sonst so blaue Himmel sah eher grau und teils gelblich aus. Doch was war da los?

Es war Staub aus der Sahara, der in großen Höhen auf den Atlantik und bis auf die Kanaren transportiert wurde. So hat es auch die Universität von Athen mit ihren Staubberechnungen angezeigt. Bis zu 2,5 Gramm Saharastaub lagen pro Quadratmeter in der Luft, wenn alles runter gerieselt wäre. Ist es aber nicht, es blieb in der Luft, daher war es auch so milchig trübe gestern und heute.

dust

 

Man konnte den Staub sogar heute Abend auf unserem Satellitenbild sehen, als die Sonne schräger in die Atmosphäre schien und den Staub als schmierigen Schleier sichtbar machte:

fuerte4

 

War das vielleicht der Calima? Der heiße Wüstenwind, der Temperaturen bis teils über 40 Grad und diesen Staub bringen kann? Nein, es war kein Calima, denn dazu passte die Windrichtung nicht. Wir hatten heute auf den Kanaren in Meereshöhe Nord bis Nordnordostwind. Dieser kommt komplett über tausende Kilometer über das Meer und bringt weder Staub noch Hitze mit. Dazu muss der Wind aus Nordosten, Osten oder Südosten kommen, damit es für einen Calima reicht. Hatten wir aber heute nicht, wie die Karte mit den Strömungslinien am Boden zeigt:

fuerte6

Aber wie kommt dann der Staub auf die Inseln, wenn wir Nordwind hatten? Ganz einfach. In der Höhe kam der Wind aus einer ganz anderen Richtung und hat den Staub mitgebracht. Dazu muss man nicht mal sehr hoch. 3000 m reichen da etwa, denn hier kam der Wind mit einem kleinen Hoch in der Höhe aus östlicher Richtung von der Sahara und knickte über den Kanaren nach Nordwesten und Norden ein. Also völlig entgegengesetzt zu dem Bodenwind! Man könnte aber auch sagen, ja, Calima war da, aber eben 3000 m über den Inseln. Hat sich nicht bis unten durchgesetzt und daher fehlte auch der „echte Calima“ mit der großen Hitze.

fuerte7

Und genau dieser Höhenwind brachte den Staub in den Himmel über den Kanaren. Und nicht nur das. Er brachte in der Höhe auch Hitze mit. Ja, Hitze in der Höhe. Während die Temperaturen unten auf den Inseln meist 25 bis 32 Grad erreichten (hier kann man die Höchstwerte von heute einsehen), so war es in 1500 m Höhe mindestens genauso warm. Sagenhafte 26 bis 29 Grad gab es da in der Höhe… auch diese Luft wurde aus der Sahara auf die Inseln gedrückt. Zum Glück konnte der kühlende Atlantikwind heute die Temperaturen moderat halten, nur mit Föhn von den Bergen ging es auf 32 Grad rauf. (ich selber konnte im Norden Fuerteventuras auch 31 Grad durch Lanzarote-Föhn messen). Hier aber nun die Temperaturen in 1500 m von heute Abend:

fuerte5

Und so sah das ganze von unten heute Abend aus. Man sieht deutlich die Lufttrübung und die milchige Sonne. Diese Bilder habe ich im Parque Natural de Corralejo gemacht:

20160713_203816-1600x1200 20160713_203828-1600x1200

Also liebe Urlauber. Nicht wundern über die trübe Sandluft. Das bleibt noch zwei Tage und dann wirds wieder richtig klar.

Und was ist nun mit dem Calima?

Ja, den kann es mit etwas Glück nächste Woche geben mit bis zu 40 Grad. Sieht zumindest ein Modell für Fuerteventura in unserer XL-Vorhersage:

fuerte

 

Dennoch schönen Urlaub und hasta luego

 

3 Kommentare

  1. Patrick 13. Juli 2016
    • Andreas 13. Juli 2016
  2. Andreas 21. Juli 2016

Kommentieren