Tropensturm „Otto“ auf dem Weg zum gefährlichen Hurrikan

In der südwestlichsten Region der Karibik hat sich der ungewöhnliche Tropensturm „Otto“ gebildet. Er weist mittlerweile Windgeschwindigkeiten bis etwa 95 km/h auf mit noch deutlich stärkeren Böen und dürfte sich bis zum Mittwoch zu einem Hurrikan verstärken. Möglicherweise wird „Otto“ sogar zu einem starken Hurrikan, bevor er voraussichtlich am Donnerstag auf die Küste von Nicaragua und Costa Rica trifft.

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Das Satellitenbild vom Dienstagmorgen mitteleuropäischer Zeit (Zeitunterschied Mitteleuropa zu Nicaragua: 7 Stunden) zeigt den Sturm dicht nördlich von Panama. Über dem rund 29 Grad warmen Wasser und bei sich abschwächenden und damit kaum noch störenden Höhenwinden sind die Bedingungen für eine weitere Verstärkung derzeit günstig.

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Das Satellitenbild „Top Alarm“ zeigt die Temperaturen an den Oberflächen der Wolken – je kälter, desto höher reichend. Im Bereich des Sturms türmen sich hoch reichende Gewitterwolken auf. Noch erkennt man nicht die typische Form eines Hurrikans mit einem Auge, aber der Sturm befindet sich noch in der Entstehungsphase. Wer den Sturm quasi live verfolgen möchte, erhält hier das stets aktuellste Satellitenbild der Region.

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Die Karte aus dem globalen US-Modell zeigt die Luftdruckverteilung am Donnerstagnachmittag mitteleuropäischer Zeit. Die Karte zeigt einen Hurrikan dicht östlich von Nicaragua und dem südlich angrenzenden Costa Rica. Die Modelle berechnen die Zugbahn inzwischen recht gut übereinstimmend, nur bei der Stärke des Sturms/Hurrikans gibt es noch große Unsicherheiten. Aus „Otto“ könnte auch durchaus ein stärkerer Hurrikan werden. Auf dem Weg in Richtung Zentralamerika befindet sich noch die zu Kolumbien gehörende, dicht bevölkerte Insel San Andres. Durch den Sturm drohen neben den heftigen Windböen vor allem eine Sturmflut und gewaltige Regenmengen mit der Gefahr von Überschwemungen und Erdrutschen.

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Die Karte aus dem globalen US-Modell zeigt die erwarteten Regensummen bis zum Wochenende. Gebietsweise können 200 bis 400 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, stellenweise auch noch mehr. Zum Vergleich: Damit kann hier innerhalb kurzer Zeit grob die Hälfte des üblichen Jahresniederschlags in Berlin zusammenkommen. Auch in Panama muss mit heftigen Regenfällen und entsprechenden Folgen gerechnet werden.

„Otto“ ist schon jetzt ein ungewöhnlicher Sturm. Denn so spät im Jahr bildete sich in der westlichen Karibik zuletzt im Jahr 2003 („Odette“) ein Sturm und in der Datenbank seit 1851 ist es hier der viertspäteste Termin überhaupt. Die meisten Stürme und Hurrikane bilden sich zudem weiter nördlich. In Äquatornähe ist die Corioliskraft zu gering, sie entsteht durch die Erdrotation und löst die Drehbewegung um ein Zentrum aus. Dennoch verirren sich manchmal Stürme in die Region. Die Stadt Bluefields (ca. 45.000 Einwohner) in Nicaragua wurde im Oktober 1988 von dem verheerenden Hurrikan „Joan“ getroffen, der mit Windgeschwindigkeiten bis 230 km/h direkt auf die Stadt traf und hier viele Tote forderte. In der Datenbank steht nur ein einziger Sturm, der die Karibikküste von Costa Rica getroffen hat – im Jahre 1887.

Update 23.11.2016: In der Nacht zum 23.11. wurde „Otto“ zum 7. Hurrikan der nordatlantischen Hurrikansaison heraufgestuft.


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17 Kommentare

  1. Michael Wachholz 22. November 2016
    • Thomas Sävert 22. November 2016
  2. Elisa 22. November 2016
  3. Ramon 23. November 2016
    • Thomas Sävert 23. November 2016
  4. Rolf 23. November 2016
    • Thomas Sävert 23. November 2016
  5. Hugo Lauper 23. November 2016
    • Thomas Sävert 23. November 2016
  6. christina Jahnhorst 23. November 2016
    • Thomas Sävert 23. November 2016
  7. Angelika Knickelmann 23. November 2016
    • Thomas Sävert 23. November 2016
  8. Thomas Sävert 23. November 2016
  9. Timo 23. November 2016
    • Thomas Sävert 23. November 2016
  10. Agnes Kratzsch 24. November 2016

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