Trichterwolke am Montag über Laatzen

Aus Laatzen wurde am Montag ein möglicher Tornado gemeldet. Beobachtet wurde ein schlauchartiges und rotierendes Gebilde, das Augenzeugen an einen Tornado wie in den USA denken ließ. Warum handelte es sich dabei? Es war eine so genannte Trichterwolke (englisch Funnelcloud), das ist der durch Kondensation sichtbare Teil eines Wirbels, der sich unsichtbar nach unten fortsetzt. Hat der Wirbel (nicht zwingend die Wolke) Bodenkontakt, spricht man von einem Tornado, der also nicht durchgehend sichtbar sein muss. Im Fall Laatzen bedeutet dies, dass es sich bei dem Wirbel um einen Tornado gehandelt haben könnte, wenn es darunter am Boden Schäden oder zumindest Aufwirbelungen gab. So lange darüber nichts bekannt ist, bleibt es bei der Beobachtung einer Trichterwolke und damit einem Tornadoverdachtsfall.

Übrigens gibt es keine „Mini-Tornados“. Der Ausdruck wurde mal von einigen Medien erfunden, um zu zeigen, dass Tornados bei uns grundsätzlich schwächer sind als in den USA. Dies ist aber falsch, selbst tonnenschwere Mähdrescher sind in Deutschland schon durch die Luft gewirbelt worden. Die meisten Tornados sind natürlich schwach, aber nicht nur bei uns, sondern auch in den USA. Von den schlimmsten dort hören/sehen wir dann. Auch in Hannover gab es schon starke Tornados, zum Beispiel am 15. September 1950, als ein Tornado mit Windgeschwindigkeiten zwischen 250 und 300 km/h mitten in Hannover eine kilometerlange Schneise der Verwüstung hinterließ. Mehr zu dem Ausdruck „Mini-Tornado“ auch in einem Beitrag im Wetterkanal: Es gibt keine Mini-Tornados!

Kommentieren