Tornados und Überschwemmungen in Griechenland

Wie ich gestern Morgen hier im Wetterkanal angekündigt hatte, bildeten sich am Montag in Griechenland großräumige und heftige Gewittercluster. Ursache war ein Tiefdruckgebiet, das am heutigen Dienstag mit seinem  Zentrum zwischen Griechenland und der Türkei verweilt. Über dem sehr warmen Mittelmeer kam es örtlich zur Ausbildung von Wasserhosen. Diese sind nichts anderes als Tornados über einer großen Wasserfläche, beispielsweise ein Meer oder ein großer See. Damit diese entstehen, benötigt es große Temperaturgegensätze zwischen dem Wasser und höhenkalter Luft, die von einem Tief herangeführt wird.

Diese Wasserhose wurde vor der griechischen Küste nahe Methana aufgenommen. Über Schäden ist hier nichts bekannt.

Anders sieht es aus bei einem Tornado in Skala. Hier kam es zu enormen Schäden. Die folgenden Bilder zeigen, dass sogar Autos verfrachtet wurden.

Heftiger Starkregen sorgte zudem in einigen Ortschaften für Überschwemmungen. Oft werden die vorhanden Wetterstationen nicht vom Zentrum des Unwetters getroffen, so dass die folgenden Niederschlagsmengen lokal sehr wahscheinlich deutlich übertroffen wurden. Zu der folgenden Karte mit den 24stündigen Niederschlagsmengen hier noch die Top 3 aus Griechenland:
39 l/m² – Elefsis/Intl
31 l/m² – Tymbakion/Intl
29 l/m² – Tatoi

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24stündige Niederschlagsmengen

Am heutigen Dienstag wird in erster Linie die südwestliche Türkei von örtlich kräftigen Gewittern betroffen sein. Besonders gefährdet sind küstennahe Regionen. Aktuell (Stand etwa 10 Uhr MESZ) toben sich einige heftige Gewitter über den östlichen Regionen von Griechenland und der westlichen Türkei aus. Ein großer Gewittercluster ist zudem südlich der Türkei über dem Mittelmeer aktiv. Verfolgen lässt es sich über unsere aktuellen Satellitenbilder

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Top Alarm Satellitebild kachelmannwetter.com


Autor: Fabian Ruhnau

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