Tornados auch bei Schauerwetter möglich

Meistens werden Tornados mit so genannten Superzellen, langlebigen und kräftigen Gewitterzellen mit beständig rotierendem Aufwindbereich, in Verbindung gebracht. Dabei entstehen sehr viele Tornados aus ganz normalen Schauern oder schwächeren Gewittern. Anders als bei Superzellen-Tornados wird dafür kein starker Höhenwind benötigt, sondern möglichst keine Windänderung mit der Höhe.

An Hand einer beispielhaften Wetterlage Ende April 2016 soll erklärt werden, wie solche Tornados zustande kommen können.

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Temperaturen in ca. 5,5 km Höhe am 24.04.2016

 

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Temperaturen in ca. 5,5 km Höhe am am 26.04.2016

Wie Tornados genau entstehen, ist bisher nicht bekannt und immer noch Gegenstand der Forschung. Man kennt inzwischen einige Voraussetzungen für die Tornadoentstehung. Dazu gehören bodennah feuchte Luft und große vertikale Temperaturunterschiede. Diese können zustande kommen, wenn sich die Luft unten stark erwärmt oder wenn in höheren Schichten der Troposphäre deutlich kältere Luft herangeführt wird.

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Wind in ca. 5,5 km Höhe am 24.04.2016

 

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Wind in ca. 5,5 km Höhe am 26.04.2016

Nimmt der Wind dazu mit der Höhe stark zu und ändert dabei noch seine Richtung, können sich stärkere Gewitter bilden, bei denen der Aufwindbereich rotiert und damit die Tornadogefahr steigt. Ist der Höhenwind dagegen sehr schwach und die Windunterschiede („Scherung“) zwischen unten und oben sind nur gering, können sich vereinzelt ebenfalls Tornados bilden. Wie dieser Vorgang genau abläuft, ist bisher nicht geklärt. Die Tornados entstehen vor allem, wenn am Boden Konvergenz (Zusammenströmen von Luft) herrscht und sich an dieser Stelle Schauer oder Gewitter bilden. Viele Wasserhosen, so nennt man Tornados über einer Wasserfläche, bilden sich auf diese Art, die meisten gehören zu den nichtsuperzelligen Tornados.

Im Gegensatz zu Superzellen-Tornados sind diese spontanen Entwicklungen nicht vorhersagbar und vor diesen Tornados kann nicht gewarnt werden. Die meisten Tornados, die im Bereich solcher Schauer oder schwächeren Gewitter entstehen, sind eher schwach, wobei selbst ein schwacher Tornado einige Schäden anrichten kann. Die Hauptgefahr geht dabei von umher fliegenden Gegenständen wie Dachteilen aus.

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Eine Trichterwolke (Funnelcloud) ist der durch Kondensation sichtbare Teil des Wirbels, der sich unsichtbar nach unten fortsetzt. Auch in diesem Fall war keine Superzelle beteiligt.

Ende April 2016 waren die Bedingungen erfüllt: Immer wieder strömte in der Höhe sehr kalte Luft nach Mitteleuropa und es stellte sich eine labile Schichtung mit großen Temperaturgegensätzen zwischen der bodennahen Luft und größeren Höhen ein. Damit bildeten sich zahlreiche Schauer und auch einzelne Gewitter. Zeitweise war der Höhenwind nur schwach, was man auch daran erkennen konnte, dass die Schauer in den betreffenden Regionen nur langsam zogen. Vereinzelt bildeten sich daher in Norddeutschland auch Tornados. Sorgen machen muss man sich deshalb bei Schauerwetterlagen aber nicht: Die Wahrscheinlichkeit, direkt von einem solchen Tornado getroffen zu werden, ist äußerst gering.


 

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3 Kommentare

  1. Anne 24. April 2016
  2. Thorsten 29. April 2016
  3. Stefan 1. Juni 2016

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