Super HD Modell erkannte Gewitterlage am 04.04.2018 schon sehr früh und genau

Am 04. April 2018 kam es zu der ersten „richtigen“ Gewitterlage des Jahres. Im Vorfeld einer Kaltfront bildeten sich teils kräftige Gewitter und es bauten sich große Temperaturgegensätze auf. Betroffen waren vor allem Teile von Franken, Thüringen und Sachsen-Anhalt, örtlich auch das südöstliche Niedersachsen und später abgeschwächt noch Brandenburg und Berlin. Die Gewitter brachten Windböen vielerorts über 90 km/h, in der Spitze wurden 98 km/h gemessen. Abseits der Wetterstationen muss von lokal noch stärkeren Windböen ausgegangen werden.

Vorab sei gesagt, dass auf unserer Website alles Daten und Berechnungen frei zur Verfügung stehen und auch ältere Modellberechnungen, Messwerte und Radarbilder noch angesehen werden können. Wir verheimlichen also nichts und schmeißen auch nichts weg.

Im Folgenden wollen wir uns zunächst die Ergebnisse von vier verschiedenen Wettermodellen ansehen, alles Berechnungen vom 01. April 2018 (Sonntag), also rund drei Tage vor der Gewitterlage am Mittwoch, dem 04. April 2018. Gezeigt wird das signifikante Wetter, wobei rosa Signale für Gewitter stehen. Wir sehen oben links das Super HD Modell, welches eine Gewitterlinie um 17 Uhr mit Schwerpunkt über Sachsen-Anhalt berechnet. In keinem der anderen drei Wettermodelle ist dies annähernd zu erkennen, lediglich das Modell unten rechts hat auch Gewitter berechnet, aber den Schwerpunkt weiter südlich, unter anderem auch einen Gewittercluster in Südbayern. Deutlich kommt auch in den Karten die extrem hohe Auflösung von 1×1 km des Super HD Modelles zum Tragen. Nur damit können einzelne Gewitterzellen aufgelöst werden, die anderen gängigen Wettermodelle haben eine erheblich schlechtere Auflösung, was in den Karten unverkennbar ist. Alle Karten finden Sie hier.

sign._vergleich

 

Bereits am 01. April 2018 (der erste Modelllauf, der bis Mittwochnachmittag rechnete), gab es also Hinweise im Super HD Modell, dass sich am Mittwoch linienförmig Gewitter bilden können. Wir sehen in der folgenden Grafik links das HD Radar am 04. April 2018 um 19 Uhr, in der Mitte die berechnete maximale Reflektivität (berechnetes Radarbild) vom Super HD Modell für 17 Uhr (18z Lauf, 01.04.2018) und rechts zum Vergleich noch das Rapid HD Modell für 19 Uhr (15z Lauf, 03.04.18). Beim Rapid HD Modell war es einen Tag vorher im 15z Lauf der erste Modellauf, der so weit rechnete. Das Super HD lag also schon drei Tage vorher besser. Auch wenn besonders das Timing im Super HD Modell noch nicht perfekt war (Entwicklung zu früh berechnet), so gab es eindeutige Hinweise auf eine stärkere Gewitterlinie von Thüringen nach Sachsen-Anhalt und im südöstlichen Niedersachsen.

veri1

 

Für Schäden sorgten in erster Linie die heftigen Windböen, wie oben bereits erwähnt von bis zu 98 km/h (gemessen). In der folgenden Grafik sind jeweils links und in der Mitte die gemessenen Spitzenwindböen zu sehen, ganz rechts die Prognose der stärksten Windböen beziehungsweise die Zugbahn eines berechneten Gewitterclusters des Super HD Modells mit der Prognose vom 01.04.2018, 18z Lauf. Auch hier gab es schon rund 3 Tage vorher eine relativ gute bis sehr genaue Prognose, wo die stärksten Windböen mit Gewittern auftreten sollen.

böenvergleich

 

Im Folgenden noch die Animation der Windböen, wie sie im 18z Lauf des Super HD Modells am 01.04.2018 bereits berechnet wurden.

wind_shd

 

Besonders die ausgeprägten Temperaturgegensätze sorgten mit dadurch großen Luftdruckunterschieden für die teils heftigen Windböen. Auch hier wurde aufgrund der sehr hohen Auflösung von 1x1km im Super HD Modell die Lage schon 3 Tage zuvor sehr gut erfasst. Erneut war das Timing nicht ganz perfekt, aber wie der Vergleich mit den gemessenen Temperaturen am 04.0418 von 17 Uhr und die Prognose vom 01.04.18 für 16 Uhr zeigen, lag die Berechnung schon beeindruckend nah an der Realität.

temp_vergleich

 

Ebenfalls zeigt sich eindrücklich, wie nah schon drei Tage vorher das berechnete signifikante Wetter (rosa=Gewitter, grün=Regen) an der Realität lag. Dazu ein Vergleich mit dem Radarloop + Blitze (oben) und die Berechnung drei Tage zuvor aus dem Super HD Modell (unten). Insgesamt passte das Timing zwar nicht ganz und auch die Ausweitung oder anders gesagt eine Verlängerung der Linie weiter nach Süden war nicht ideal berechnet, aber im Großen und Ganzen war bereits klar, was am Mittwoch wohl passieren wird und welche Regionen bei der Gewitter- und Böengefahr in den Fokus rücken. Es geht bei Gewittern im Vorfeld immer nur darum, gefährdete Regionen so gut wie möglich einzugrenzen. Kein Wettermodell der Welt kann mit hundertprozentiger Sicherheit ein Gewitter ortsgenau zuvor berechnen.

radarloop

loop_shd

 

Das Timing der Gewitterlinie auf dem Weg nach Osten war wie oben erwähnt noch nicht exakt genug. Übrigens schauen sich das unsere Modellentwickler natürlich genau an und arbeiten laufend an Verbesserungen. Vergleichen wir eine weitere Prognose des Super HD Modells für das IR Satellitenbild (simuliertes/berechnetes Satellitenbild) vom Vortag am 03.04.2018 für 18 Uhr mit dem realen Satellitenbild vom 04.04.2018 um 19 Uhr, zeigt sich auch hier eine sehr gute Prognoseleistung.

sat_vergleich

 

Abschließend wollen wir eine Gewitterzelle vom 04.04.2018 genauer betrachten. Gegen 17:30 Uhr bildete sich eine sehr wahrscheinlich rotierende Gewitterzelle, was an einem ausgeprägten Hakenecho im Radar zu sehen ist. Schon einen Tag vorher berechnete das Super HD in einer speziellen Karte für die Aufwindhelizität ein rotierendes Gewitter für 17 Uhr nahezu exakt an diesem Ort bei Schöppenstedt nahe Helmstedt. Wir sehen unten die Prognose vom Vortag und das real eingetretene Radarbild mit der rotierenden Gewitterzelle. Informationen zu sogenannten Superzellen gibt es hier.

de_model-de-310-1_modsuihd_2018040306_33_74_276

 



Haben Sie sich schon auf unsere Webseite kachelmannwetter.com umgeschaut? Wir haben zahlreiche Vorhersagetools, wie die Vorhersage Kompakt Super HD, den XL Trend und Ensemble Vorhersagen für jeden Ort.
Neben unseren weltweiten Messwerten mit umfangreichem Archiv, weltweiten Satellitenbildern und der weltweiten Blitzortung finden Sie neben dem HD Regenradar zahlreiche weitere von uns entwickelte Radartools, wie beispielsweise das Stormtracking für Gewitter oder unser Sturzflut-Tool!
Außerdem gibt es ein umfangreiches Angebot an Modellkarten, wie für Mitteleuropa und andere Teile der Welt das hauseigene Super HD Modell mit 1×1 km Auflösung und das europäische Modell ECMWF mit unzähligen Vorhersagekarten für die ganze Welt.

9 Kommentare

  1. Ingo 5. April 2018
    • Fabian 5. April 2018
      • Tobias 5. April 2018
        • Fabian 5. April 2018
  2. Mia 5. April 2018
    • Fabian 5. April 2018
      • Mia 5. April 2018
  3. Hans 5. April 2018
  4. Hank 5. April 2018

Kommentieren