Sturm HARVEY – eine aktuelle Übersicht

Schon seit Tagen beherrscht der Hurrikan HARVEY die Nachrichten in den USA. Als Hurrikan der Kategorie 4 traf er am vergangenen Wochenende auf die texanische Küste und schwächte sich über Land zum Tropensturm ab. Seitdem schüttet er unvorstellbare Regenmassen vor allem auf die Bundesstaaten Texas und Louisiana. Oberwohl er tagelang über dem Festland lag, löste sich HARVEY nicht auf, sondern zog inzwischen wieder auf den Golf von Mexiko. Nun könnte der nur langsam ziehende Sturm auf die Küste von Louisiana treffen. Für Houston scheint dagegen der gröbste Regen durch zu sein. Wie geht es in den kommenden Tagen weiter?

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Die aus den Radardaten berechneten Regensummen in Texas und im Südwesten von Louisiana in den drei Tagen vom vergangenen Samstag bis zum Dienstag. Besonders betroffen waren der Großraum Houston, wo mehr als 6 Millionen Menschen leben und der Bereich östlich davon rund um die Stadt Beaumont mit mehr als 100.000 Einwohnern. Hier fielen während des Sturms verbreitet mehr als 1000 Liter Regen, stellenweise auch mehr als 1300 Liter pro Quadratmeter.

Bestätigt wurden diese extremen Mengen durch die Messwerte an den Wetterstationen, wo zum Beispiel in Cedar Bayou bei Houston 1318 Liter pro Quadratmeter registriert wurden. Das ist mehr als bei jedem anderen Tropensturm in den USA seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit einer Ausnahme: Im Sturm NIKI kamen im Jahre 1950 auf Hawaii 1321 Liter Regen zusammen. Den bisherigen Rekord auf dem Festland der USA hielt der Ort Medina, ebenfalls in Texas, wo 1978 im Sturm Amelia rund 1219 Liter pro Quadratmeter fielen.

In Houston selbst wurden an der seit 1889 existierenden Wetterstation 1102 Liter gemessen. Das übertrifft alle bisherigen Rekorde bei weitem. Selbst die bisher höchste Monatsmenge lag bisher nur bei 488 Litern und kam im Juni 2001 zusammen. Betroffen ist aber nicht nur Texas, auch im Südwesten von Louisiana nehmen die Überschwemmungen immer größere Ausmaße an. Hier wurden durch den Sturm gebietsweise mehr als 400 Liter pro Quadratmeter gemessen.

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Der Sturm befindet sich – wie auch das hoch aufgelöste Satellitenbild aus der Nacht zeigt – derzeit südlich der Grenze von Texas und Louisiana und zieht an der Küste entlang. Allerdings ist er nur schwach ausgeprägt. Die einzigen kräftigeren Niederschläge in seinem Bereich schütten an seiner Nordseite weiterhin große Regenmengen auf den äußersten Südosten von Texas und auf Teile von Louisiana.

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Wie geht es nun weiter? Der Sturm oder das, was davon übrig ist, dürfte in Louisiana auf das Land treffen und zieht in den kommenden Tagen über den Osten der USA hinweg in Richtung Tennessee – Kentucky, wo gebietsweise 200 bis 300 Liter Regen pro Quadratmeter fallen kann. Dadurch sind ebenfalls Überschwemmungen möglich, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie rund um Houston. In der Millionenstadt Houston ist das schlimmste vorerst durch, allerdings dürften die Wassermassen auch in den kommenden Tagen das Stadtbild beherrschen. Allerdings rechnen einzelne Wettermodelle in einigen Tagen einen neuen Tropensturm auf dem Golf von Mexiko.

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Die Karte mit der Luftdruckverteilung am kommenden Dienstag aus dem globalen europäischen Modell zeigt einen neuen Sturm mit einem Kerndruck von etwa 1005 Hektopascal. Je nach Modell wird dieses neue tropische Tief völlig unterschiedlich berechnet. Ein neuer Hurrikan ist zwar vorerst nicht zu erwarten, aber selbst ein schwacher Tropensturm könnte die Lage in den Flutgebieten mit starken Regenfällen erneut verschärfen. Genaues muss man aber erst einmal abwarten.


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