Starker Zyklon NORA könnte mit extrem viel Regen auf Australien treffen

Derzeit ist bezüglich Tropischen Wirbelstürmen einiges los rund um Australien. Nachdem sich der Zyklon MARCUS langsam abschwächt und über dem Indischen Ozean geblieben ist, also kein Land bedroht oder gar erfasst hat, bildet und verstärkt sich aktuell schon ein neuer Zyklon. Es ist der Zyklon NORA, der sich zwischen Indonesien und Australien im Bereich der Arafurasee gebildet hat. Dieser neue Zyklon wird weiter nach Süden ziehen und am Wochenende über dem Golf von Carpentaria weiter an Stärke zulegen und anschließend wahrscheinlich auf das australische Festland treffen. Die maximalen Windböen könnten schon bald nahe 200 km/h erreichen, ein Maximum mit Windböen zwischen 250 und 300 km/h ist vor dem Landgang durchaus möglich.

Unten sehen wir die aktuelle Situation im Satellitenbild. NORA verstärkt sich unter günstigen Bedingungen und bildet auch zunehmend ein Auge aus. Südlich ist der Golf von Carpentaria zu sehen, die große Bucht in Australien. Hier wird sich NORA hin verlagern, wie wir unten sehen werden.

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Die aktuellen Wassertemperaturen auf der weiteren Zugbahn von NORA sind hoch genug und mit 29 bis 30 Grad günstig für eine weitere Verstärkung. Wir sehen die Wassertemperaturen unten in der Grafik links. Rechts ist die Zugbahn aus den Stormtracks zu sehen – 50 verschiedene Berechnungen, die noch eine gewissen Spielraum bieten, wo NORA genau an Land geht, werden dort einbezogen. Alle Lösungen lassen den Sturm allerdings im Verlauf auf Australien treffen.

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Luftdruckanimationen aktuelles GFS und ECMWF Wettermodell

Im Folgenden wollen wir uns die aktuelle Luftdruckanimation aus zwei verschiedenen Wettermodellen ansehen. Zunächst oben bis Montag aus dem ECMWF, weiter unten aus dem GFS (US Modell). Was fällt auf? Genau, neben der Unsicherheit, wie weit der Sturm genau an die Küste heranzieht, soll der Sturm im Bereich der Küste nahezu stationär werden, sich also kaum noch weiter ins Landesinnere verlagern. Damit sind wir auch bei der vermutlich größten Gefahr von NORA, denn sollte sie dort wirklich über längere Zeit ortsfest bleiben, würden in der dortigen Region extrem intensive Regenfälle drohen. Das schauen wir uns weiter unten genauer an.

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Wir wollen natürlich auch die Windentwicklung nicht außer Acht lassen. Unten sehen wir einen Prognosevergleich für Sonntag, 11 Uhr MESZ. Das ECMWF (links) sieht NORA noch ein wenig weiter nördlich über dem Wasser mit Spitzenböen über 200 km/h, das GFS (rechts) schon beim Landgang mit etwas schwächeren Böen. Die heftigsten Windgeschwindigkeiten treten bei Tropischen Wirbelstürmen immer nahe dem Zentrum auf, also um das Auge des Sturms herum. Das ist auch auf den Karten gut zu sehen. Natürlich würde bei Landgang eine große Sturmflut drohen, wo das Wasser ins Landesinnere gedrückt wird. Alle aktuellen Prognosekarten unter dem Link:

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Schauen wir uns die berechneten Niederschlagssummen aus drei verschiedenen Modellen bis kommenden Dienstag, 02 Uhr MESZ an. Das US Modell ganz links lässt den Sturm und damit die Niederschläge am weitesten ins Land beziehungsweise nach Queensland hereinziehen, während das ECMWF (Mitte) den Sturm am längsten noch vor der Küste belässt. Das Deutsche Modell (ganz rechts) bietet eine Mittellösung an. Von allen Modellen werden aber riesige Mengen von über 1000 Liter Regen pro Quadratmeter gerechnet. Nur zum Vergleich: In Berlin fallen im Mittel kaum 600 Liter/qm in einem ganzen Jahr. Es wird also jetzt darauf ankommen, wie schnell und wie weit NORA an Land geht und wie lange sie dort dann ortsfest bleibt. Das alles entscheidet, ob die extremen Regenmengen über Land oder über dem Meer (Golf) abgeladen werden.

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