Starker Tornado vom vergangenen Sonntag bestätigt

Rotation auch vom Stormtracking erkannt – Am Sonntag, den 04. September 2016, stellte sich in vielen Teilen Deutschlands eine Gewitter- und Unwetterlage ein. Dabei waren die Bedingungen für die Entstehung von Tornados recht günstig. Mehrere Tornados in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und NRW konnten bereits bestätigt werden, jetzt kommt ein weiterer Fall in Thüringen hinzu. Der kleine Ort Friedebach im Saale-Orla-Kreis wurde von einem starken Tornado gestreift, der ein ganzes Waldgebiet zerstörte. Die Schäden wurden nun vor Ort und aus der Luft untersucht und eindeutig von einem Tornado verursacht.

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Torsten Stein (Air-Media&Rescue) konnte Luftaufnahmen der Schneise machen. Man erkennt deutlich, dass die Bäume auf der rechten Seite der Zugbahn mehr oder weniger in Zugrichtung oder nur leicht nach links gefallen waren. Auf der linken Seite ergibt sich ein eher chaotisches Bild, teilweise sieht man aber auch deutlich ein Fallmuster mit gegen den Uhrzeigersinn („zyklonal“) gefallenen Bäumen. Die Stärke des Tornados lässt sich nur an Hand der Schäden feststellen. Dafür wurde in den 1970er Jahren die Fujitaskala erstellt, sie reicht von F0 (unter 118 km/h) bis F5 (über 420 km/h). Nach ersten Abschätzungen lag der Tornado in Friedebach im oberen Bereich der Stufe F2 (180-250 km/h).

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Das Radarbild aus dem Stormtracking zeigt das kräftige Gewitter mit starker Rotation gegen 18:35 Uhr MESZ noch westlich des Saale-Orla-Kreises. Die starke Rotation ließ bereits schlimmes befürchten.

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Selbst 15 Minuten später wurde die Rotation der Gewitterzelle im Stormtracking immer noch angezeigt. Sie befand sich zu dem Zeitpunkt im Bereich der Gemeinde Krölpa, zu der auch Friedebach gehört. Mit Hilfe der Radarbilder lässt sich zwar ein Tornado nicht nachweisen, aber zumindest die Rotation der auslösenden Gewitterzelle. Zusammen mit der Vor-Ort-Untersuchung der Schäden ergibt sich ein eindeutiges Bild.

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Die Rotation, die im Stormtracking angezeigt wird, beruht auf den Einzelbildern des Radarstandortes in Neuhaus am Rennweg. Die roten und grünen Farben zeigen unterschiedliche Bewegungsrichtungen der Niederschlagsteilchen an. Vom Radarstandort (weißer Kreis) aus gesehen in nordöstlicher Richtung, genauer nordwestlich von Pößneck, erkennt man lokal eng begrenzt hellrote direkt neben hellgrünen Farben – genau dort trat auch der Tornado auf.

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Allein aus Thüringen liegen noch vier weitere Tornadoverdachtsfälle von dem Tag vor, dazu kommen noch Verdachtsfälle unter anderem aus Hessen und Niedersachsen. Das Foto von Malte Flamme zeigt eine Trichterwolke im Kreis Hildesheim (Niedersachsen). Bisher sind mit dem Tornado von Friedebach mindestens vier Tornados an demselben Tag bestätigt. Insgesamt liegen deutschlandweit bisher schon mehr als 50 bestätigte Tornados in 2016 vor. Dazu kommen weit mehr als 300 Verdachtsfälle, die noch ungeklärt sind. Dies waren sicherlich nicht alles Tornados, einige aber schon. Die Verifikation von möglichen Tornados ist in den meisten Fällen nur mit großem Aufwand möglich.


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