September bisher leicht „zu kühl“, aber nicht überall „zu nass“

Die ersten beiden Dekaden, also zwei Drittel des Septembers 2017 sind um und er war bisher in vielen Teilen Deutschlands etwas „unterkühlt“. Dies bedeutet nichts anderes, als das die Temperaturen etwas, an einigen Orten auch etwas mehr, unter den langjährigen Mittelwerten lagen. Der September 2016 war in dieser Zeit übrigens genau das Gegenteil – er zeigte sich oft hochsommerlich warm bis heiß mit Hitzerekorden und war deutlich „zu warm“ – wir berichteten hier. Dieses „zu warm“, „zu kalt“ oder „zu nass“ verwende ich eigentlich nicht gerne und setze es deswegen auch in Anführungszeichen. Es bedeutet ja nur eine Abweichung vom Mittelwert (30jähriges Mittel) und wie wir wissen, kann das Wetter in jedem Monat des Jahres bei uns höchst unterschiedlich ausfallen. Das Mittel setzt sich auch aus Abweichungen nach oben und nach unten zusammen und alle Werte, die von diesem Mittel abweichen (das ist fast in jedem Monat der Fall) als „nicht normal“ oder auch „Der Monat war „zu kalt“ zu bezeichnen, halte ich für irreführend.

September 2017 – die ersten beiden Dekaden (bis 20.09.)

Schauen wir uns in Deutschland die wärmsten Orte an (Mitteltemperatur) fällt deutlich auf, dass diese an der Küste liegen. Grund sind in erster Linie die kühlen Nächte, wo es durch das vergleichsweise warme Wasser der Nordsee und Ostsee hier deutlich milder bleibt. Im Landesinneren gab es dagegen zahlreiche Nächte mit einstelligen Tiefstwerten.

Temperatur

Wärmste Orte
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1. Helgoland 37 m 15.4 °C
2. Greifswalder Oie 10 m 15.0 °C
3. Leuchtturm Alte Weser 32 m 14.9 °C
4. Fehmarn 1 m 14.8 °C
5. Hiddensee-Vitte 16 m 14.8 °C

Dass die kältesten Orte auf den höchsten Gipfeln zu finden sind, ist jetzt nicht überraschend. Deswegen unten auch die kältesten Orte unter 200 Meter. Auch auf der Zugspitze war der September bisher übrigens rund 3 Kelvin (=Grad) „zu kalt“.

Kälteste Orte
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1. Zugspitze 2964 m -2.7 °C
2. Feldberg/Schwarzwald 1490 m 5.4 °C
3. Großer Arber 1446 m 5.5 °C
4. Brocken 1140 m 6.4 °C
5. Fichtelberg 1213 m 6.6 °C

Kälteste Orte unter 200 m
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1. Faßberg 73 m 12.4 °C
2. Wahlsburg-Lippoldsberg 135 m 12.5 °C
3. Soltau 74 m 12.6 °C
4. Fritzlar (Flugplatz) 174 m 12.6 °C
5. Gründau-Breitenborn 188 m 12.6 °C

Niederschlag

Die Summenkarte zeigt deutlich, dass die oft tiefdrucklastige Wetterlage im Osten nur wenig Regen brachte, während es besonders im Norden von Schleswig-Holstein sehr nass war. Grund ist hier über Tage anhaltende Höhenkaltluft, welche immer wieder kräftige Schauer und Regenfälle von der Nordsee her produzierte.

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Hier liegen wie so oft die Staulagen der Alpen vorne, weswegen auch eine Top 5-Liste mit Orten unter 200 Meter (Tiefland) aufgeführt ist.

Regenreichste Orte
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1. Zugspitze 2964 m 196.4 mm
2. Siegsdorf-Höll 721 m 170.5 mm
3. Oberstdorf 810 m 166.3 mm
4. Kiefersfelden-Gach 485 m 165.6 mm
5. Garmisch-Partenkirchen 704 m 159.7 mm

Regenreichste Orte unter 200 m
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1. Leck 7 m 151.7 mm
2. Hattstedt 5 m 143.5 mm
3. Helgoland 37 m 134.4 mm
4. Schleswig 3 m 121.7 mm
5. List auf Sylt 15 m 120.9 mm
6. Elpersbüttel 2 m 119.6 mm

Sonnenschein

Der Nordosten hat ganz klar die Nase vorn, hier schien bisher im September am längsten die Sonne. In den Mittelgebirgen stauten sich oft die Wolken, im Hochschwarzwald gab es am wenigsten Sonnenschein.

Sonnigste Orte
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1. Rostock-Warnemünde 4 m 116.3 h
2. Potsdam 81 m 115.6 h
3. Waren (Müritz) 70 m 114.6 h
4. Lüchow 18 m 111.9 h
5. Neuruppin 41 m 110.3 h

Unsonnigste Orte
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1. Feldberg/Schwarzwald 1490 m 34.2 h
2. Großer Arber 1446 m 40.5 h
3. Kahler Asten 840 m 44.4 h
4. Oberstdorf 810 m 46.1 h
5. Weiden 396 m 48.0 h

Vergleich zum langjährigen Mittel im September (1981 bis 2010)

Das angegebene Mittel ist für den ganzen Monat September, sodass in den kommenden Tagen (vor allem durch wärmeres Wetter als bisher) die Abweichungen sich noch ändern werden. Wir sehen aber, dass die negativen Temperaturabweichungen im Süden und Südwesten deutlicher waren, als im Osten und Norden. Während es im Osten (siehe Berlin) recht trocken war, ist der Mittelwert in Frankfurt und deutlich sogar in Saarbrücken schon überschritten worden. Wenn man so will – es war hier „zu nass“. Im Süden und Südwesten gab es recht wenig Sonnenschein, was aber im Vergleich zum Mittel bis Monatsende noch etwas nachgeholt werden kann.
Gemessen 1. bis 20. September – Mittelwert September 81-10
Hamburg-Fuhlsbüttel
Temperatur 13,4°C – Mittel 14°C
Niederschlag 70mm – Mittel 67mm
Sonnenschein 102h – Mittel 145h

Saarbrücken-Ensheim
Temperatur 12,2°C  – Mittel 14°C
Niederschlag 93mm – Mittel 69mm
Sonnenschein 60h – Mittel 163h

Berlin
Temperatur 13,4°C  – Mittel 14,1°C
Niederschlag 22mm – Mittel 46mm
Sonnenschein 109h – Mittel 159h

Frankfurt/Main
Temperatur 13,7°C  – Mittel 15,2°C
Niederschlag 58 mm- Mittel 53 mm
Sonnenschein 92h – Mittel 156h

Nürnberg
Temperatur 12,5°C  – Mittel 14°C
Niederschlag 54 mm- Mittel 61mm
Sonnenschein 67h – Mittel 161h


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