Schon wieder ein Supermond

Es ist erst ein Jahr her, da machte ein so genannter Supermond Schlagzeilen in den Medien und auch aktuell wird wieder darüber berichtet. In den Meldungen dazu wird das Ereignis meist so dargestellt, als ob der Mond dann wesentlich deutlich größer erscheint als sonst und wir Menschen den Unterschied sehr gut beobachten können.  Ist da nun tatsächlich etwas dran, erwartet uns in der Nacht zum Montag (03./04. Dezember) ein astronomisches Großereignis? Diese Fragen muss man eindeutig mit Nein beantworten.

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Das Foto von Matthias Kipper zeigt den Vollmond am 16. Oktober 2016 in der Nähe von Grebenhain in Hessen.

Tatsächlich verläuft die Bahn des Mondes um die Erde in einer Ellipse, damit schwankt die Entfernung zwischen Erde und Mond. Im Mittel sind es etwa 384.400 Kilometer mit einem Minimum von 356.000 Kilometern und einer größten Entfernung von 406.000 Kilometern. Kommt der Mond genau zur Vollmondzeit der Erde sehr nahe, soll er größer erscheinen, einige nennen dies einen Supermond. Der Begriff Supermond ist aber unter Astronomen gar nicht gebräuchlich, für die größte Erdnähe des Mondes gibt es den astronomischen Begriff Perigäum (geringste Erdnähe: Apogäum). Den Supermond hatte der Astrologe Richard Nolle im Jahre 1979 in einem Horoskop-Magazin ins Leben gerufen. Er nannte es dann einen Supermond, wenn Voll- oder Neumond genau dann auftraten, wenn er sich in mindestens 90 Prozent der größten Erdnähe befand.

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Die Entfernung zwischen dem Mond und der Erde ist derzeit sehr gering, die drei Vollmondphasen im Dezember 2017 und im Januar 2018 (zwei Vollmondereignisse in einem Monat) weisen einen solchen „Supermond“ auf, wenn man nach der Definition von Nolle geht. Vollmond ist an diesem Sonntag, genauer um 16:47 Uhr MEZ, während die geringste Entfernung zur Erde mit 357.987 Kilometern gegen 09:45 Uhr am Montagmorgen erwartet wird. Dabei war der Vollmond im November nur wenig weiter entfernt als an diesem Wochenende, der Vollmond erscheint also praktisch genauso groß. Noch ein paar Kilometer dichter kommt der Mond der Erde wieder am 25.12.2034. Das klingt zwar nach einem Extremereignis, aber merken wir wirklich etwas davon? Ist es wirklich ein so besonderes Ereignis, dass wir es auf keinen Fall verpassen sollten?

Kaum, denn der Unterschied ist für uns Menschen kaum wahrnehmbar. Genau genommen erscheint der Vollmond lediglich etwa 7 Prozent größer und damit etwa 16 Prozent heller als sonst. Zudem erscheint der Vollmond tief am Himmel stehend für uns sowieso größer und den Unterschied zwischen dem Vollmond am 04. Dezember 2017 zu anderen Vollmonden kann man höchstens messen, aber nicht wirklich sehen. Aufgrund der elliptischen Bahn des Mondes ergeben sich in jedem Jahr „Supermonde“, wenn auch nicht ganz so erdnah wie in diesem Fall. Ist das Licht dann wenigstens heller? Auch dieser Effekt ist nur gering und je nach Wetterlage wird er auch ganz leicht kompensiert. Bei den heutigen Lichtverhältnissen mit extrem vielen störenden Lichtquellen bemerkt man erst recht keinen Unterschied zum „normalen“ Vollmond. Man bräuchte schon einen sehr dunklen, ländlichen Standort ohne jegliche Lichtverschmutzung. Astronomisch ist der „Supermond“ also eine Besonderheit, der „Otto-Normalbürger“ merkt davon praktisch nichts.

Aber kann man den Mond am Sonntag/Montag überhaupt sehen in Deutschland? Die besten Chancen hat man in der Nacht zum Montag ganz klar im äußersten Norden und Nordosten. Hier ist der Himmel gebietsweise nur gering bewölkt oder klar. Ansonsten hat man kaum Chancen. Dichte Wolken versperren die Sicht, wie man auch in unserer Super-HD-Wolkenvorhersage erkennen kann. Für mehr Details bitte in die Bundesländer klicken, man kann auch Stunde für Stunde weiter klicken und die Entwicklung der Bewölkung in der Nacht zum Montag sehen.

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Die Wolkenvorhersage für die Nacht zum Montag aus dem HD-Modell.


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