Rückblick auf einen ungewöhnlich milden Januar

Der zurückliegende Wintermonat Januar zeigte sich alles andere als winterlich. Er war in ganz Deutschland deutlich milder als im langjährigen Mittel, im Süden wurden gebietsweise sogar neue Rekorde aufgestellt. Atlantische Tiefdruckgebiete lenkten immer wieder sehr milde Luft direkt nach Deutschland. Sie brachten allerdings auch Sturm und zum Teil erhebliche Regenmengen, die in den Flüssen zu Hochwasser führten. Die Sonne schien dagegen in den meisten Regionen deutlich seltener als im Mittel.

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Die Karte zeigt die Temperaturen im Januar 2018 und die Abweichungen zum langjährigen Mittel der Jahre 1981 bis 2010. Im Norden lagen die Temperaturen rund 2 Grad höher als im Mittel, nach Süden hin betrug die Abweichung bis etwa 5 Grad. Nicht nur die Tage, sondern auch die Nächte waren vielerorts sehr mild. Im Westen von Nordrhein-Westfalen blieb es gebietsweise sogar den gesamten Monat hindurch frostfrei. In Duisburg-Baerl lag der Tiefstwert des Monats am 20. bei +0,7 Grad.

Einordnung in die Hitliste Top 5 wärmste Januare seit Messbeginn

Im Folgenden sind für einige Orte jeweils die 5 wärmsten Januare seit Beginn der Messungen aufgelistet. Der jeweilige Messbeginn am aufgeführten Ort ist in Klammern als Jahreszahl beigefügt. Der aktuelle Januar 2018 ist in die Liste bereits integriert, aber nur bis zum 30.01. berücksichtigt. Geringfügige Änderungen sind daher noch möglich.

Frankfurt/Main (1949)

6.1 °C 2007
5.9 °C 2018
5.1 °C 1975
4.8 °C 2008
4.7 °C 2014

Trier-Zewen (1907)

6.1 °C 1975
6.1 °C 2018
5.8 °C 1916
5.8 °C 1921
5.6 °C 1988

Rheinstetten (1948)
(Anmerkung: Station zwischenzeitlich verlegt)
6.5 °C 2018
5.6 °C 1948
4.8 °C 1975
4.8 °C 1983
4.7 °C 2014

Lahr (1950)
6.6 °C 2018
6.1 °C 2007
5.8 °C 1988
5.5 °C 1975
5.2 °C 2014

Freiburg (1949)

6.6 °C 1993
6.4 °C 2018
6.3 °C 1975
6.2 °C 2007
6.1 °C 1988

Stuttgart-Echterdingen (1953)

5.0 °C 2018
4.8 °C 2007
4.1 °C 1983
4.1 °C 1975
3.7 °C 1993

Konstanz (1972)

5.1 °C 2007
5.0 °C 2018
3.5 °C 1988
3.2 °C 1975
3.1 °C 1993

Nürnberg (1955)

4.6 °C 2007
4.3 °C 2018
3.9 °C 1983
3.9 °C 1975
3.4 °C 2008

Augsburg (1947)

4.1 °C 2007
3.9 °C 2018
3.5 °C 1975
3.3 °C 1983
2.9 °C 1948

München-Stadt (1954)

5.1 °C 2007
4.6 °C 2018
4.4 °C 1983
4.1 °C 1975
3.8 °C 1993

180201rueckblick_regensummen

Die Karte zeigt die gefallenen Niederschläge im Januar 2018, für Details einfach in die Bundesländer und Landkreise zoomen. Im Schwarzwald kamen verbreitet mehr als 200 Liter pro Quadratmeter zusammen, im Südschwarzwald waren es stellenweise bis etwa 500 Liter pro Quadratmeter. Gleich zweimal stellte sich am Rhein und seinen Nebenflüssen eine Hochwasserlage ein, die aber keine dramatischen Ausmaße annahm. Allein am 04.01. fielen in St. Blasien-Menzenschwand 127 Liter. Dazu gab es in vielen Regionen sehr wenig Sonnenschein, mehr dazu in einem Beitrag bei uns: Sonnendefizit stellt Rekorde auf.

Der Januar startete direkt mit dem Orkantief BURGLIND, das am 03. Januar vom Atlantik über Irland und das Vereinigte Königreich hinweg zur Nordsee und weiter nach Dänemark zog. An seiner Südseite erfasste das Sturmfeld des Tiefs vor allem England, Nordfrankreich, die Beneluxstaaten und Teile Deutschlands. An der Kaltfront des Tiefs entstand eine ausgeprägte Linie aus Starkregen und Gewittern. Mindestens ein Tornado an der Kaltfront wurde bisher bestätigt. Die folgenden Bilder zeigen Schäden in Stuttgart:

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Die stärksten Böen am 03. Januar 2018 in Deutschland. Sogar in tiefen Lagen gab es Böen bis Orkanstärke, auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden mehr als 200 km/h erreicht. Mit dem Sturm gelangte sehr milde Luft nach Deutschland, in Rheinfelden wurden am 03. Januar 16,2 Grad gemessen.

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Nur gut zwei Wochen nach BURGLIND folgte ausgerechnet am Jahrestag des Orkans KYRILL (18.01.2007) das Orkantief FRIEDERIKE, dessen Sturmfeld besonders NRW, Teile von Niedersachsen und Hessen sowie Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und den Süden von Brandenburg traf und hier vielerorts Böen bis Orkanstärke brachte. Die Karte zeigt die Böen am 18. Januar 2017. Mehrere Menschen kamen bei dem Sturm ums Leben. Viele Straßen waren blockiert und der Bahnverkehr kam in vielen Bundesländern zum Erliegen, der Fernverkehr wurde in ganz Deutschland komplett eingestellt. Nach den vorliegenden Schätzungen des Gesamtverbandes der Versicherer liegt allein der versicherte Schaden bei etwa 1 Milliarde Euro.

Nach Abzug von FRIEDERIKE breitete sich vorübergehend kältere Luft vor allem im Osten und Süden Deutschlands aus. In der Nacht zum 22. Januar wurden in Marienberg-Kühnhaide -19,0 Grad gemessen. In den Mittelgebirgen und am Alpenrand kam einiges an Neuschnee zusammen. Am 21. Januar meldete Balderschwang im Allgäu eine Schneehöhe von 125 Zentimetern. Auf der Zugspitze lag zeitweise 440 Zentimeter Schnee – so viel wie seit 37 Jahren nicht mehr zu dieser Jahreszeit. Von Südwesten her setzte sich aber rasch wieder sehr milde Luft in weiten Landesteilen durch und am 24. Januar wurden in Müllheim (Baden-Württemberg) 15,3 Grad erreicht.



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2 Kommentare

  1. Thomas Globig 1. Februar 2018
    • Thomas Sävert 1. Februar 2018

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