Rückblick auf die Hurrikansaison

Die Hurrikansaison auf dem Nordatlantik endete offiziell in der Nacht zum Dienstag, sie dauert von Anfang Juni bis Ende November. Die vorläufige Bilanz mit insgesamt 11 Stürmen lässt auf den ersten Blick auf eine durchschnittliche Saison schließen. Allerdings waren die meisten Stürme kurzlebig und nur vier Stürme konnten sich zu Hurrikanen mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 120 km/h und mehr verstärken. Zwei davon erreichten die Kategorie 3 oder mehr auf der fünfteiligen Hurrikanskala. Im langjährigen Mittel sind es 10 bis 11 Stürme, davon 6 Hurrikane und davon wiederum 2 bis 3 starke Hurrikane ab Kategorie 3. Die Bilanz ist nur vorläufig, weil sich in manchen Jahren auch im Dezember noch Stürme bilden und sich durch nachträgliche Analysen die Zahlen noch leicht verändern können.

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Herzuheben ist in diesem Jahr der Hurrikan „Fred“, der Ende August als östlichster Hurrikan seit Aufzeichnungsbeginn in die Wettergeschichte eingeht und einige der Kapverdischen Inseln traf. Anfang Oktober setzte der Hurrikan „Joaquin“ Teile der Bahamas unter Wasser und bewirkte den Untergang eines großen Frachters mit 33 Mann Besatzung. Er war mit Windgeschwindigkeiten bis etwa 250 km/h der stärkste Atlantik-Hurrikan dieser Saison und sogar seit fünf Jahren.

Starken Einfluss auf die Sturmbildung hatte das Warmwasserphänomen El Niño im tropischen Ostpazifik. Es erzeugte dort großräumig aufsteigende Luft, die nach außen abtransportiert wurde und damit über dem westlichen Atlantik und der Karibik starke westliche Höhenwinde hervorrief, die für die Sturmentwicklung ungünstig sind. Daher konnten sich einige Stürme nur kurz halten.

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Wesentlich mehr und vor allem starke Hurrikane bildeten sich auf dem Nordostpazifik. Insgesamt waren es hier 18 Stürme, davon 13 Hurrikane, von denen sich 9 zu starken Hurrikanen entwickelten. Dies ist ein neuer Rekord für dieses Seegebiet. Gleich mehrere Rekorde brach „Patricia“ mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 325 km/h und Böen bis etwa 400 km/h. Der Luftdruck im Zentrum sank zeitweise auf 879 Hektopascal, dem niedrigsten Wert, der bisher in einem Hurrikan festgestellt wurde. „Patricia“ traf zum Glück eine dünn besiedelte Region in Mexiko. Auch auf dem Nordwestpazifik wurden neue Rekorde aufgestellt, hier ist die Taifunsaison aber noch nicht zu Ende.

 

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