Rückblick April 2016: erst Vollfrühling, dann Polarluft

Der April 2016 machte seinem Ruf alle Ehre – er machte was er will… Alles war dabei: viel Sonnenschein, frühlingshafte Temperaturen, kalte Polarluft, Graupel, Schnee, Regen, Gewitter. Werfen wir kurz einen Blick auf die wichtigsten Zahlen des diesjährigen Aprils.

Die ersten Tage des Monats ließen bei vielen Unsereiner schon Hoffnungen aufkeimen auf einen warmen April – und brachte direkt einen Sommertag in Dresden sowie in Teilen Bayerns. Es sollte der letzte seiner Art bleiben! Und dennoch wäre es Jammern auf hohem Niveau gewesen. Die folgenden Wochen waren durchwachsen, Temperaturen von 15 bis 20 Grad gab es überall mal zu verzeichnen. Völlig normal für April bzw. sogar absolut im Soll – unser Chef würde sagen, wir seien eh noch nicht sommerberechtigt. Damit hat er sicherlich recht, denn die chaotische Atmosphäre mitsamt ihrer Luftmassen und Strömungen hält sich nicht an hundertjährige Kalender oder Sonnenstände. Mir fiel neulich auf, dass die Sonne 7.30 Uhr morgens schon so hoch stand, wie an Heiligabend mittags. Die Jahreszeit schreitet voran, man nimmt an, dass es nun zunehmend wärmer wird. Doch weit gefehlt! Eine Störung im Muster unserer westlichen Atlantikströmung sorgte für einen Ausbruch polarer Kaltluft in unsere Gefilde („arctic outbreak“).

Schneeschauer bis ins Flachland, Graupelgewitter und ganz viele Regenschauer waren die Folge, die sich in der höhenkalten Luft bildeten, womit quasi jeder in Deutschland mal nass wurde. Beeindruckende Radarbilder wie dieses hier vom Sonntagnachmittag, 24. April belegen, wie dass so viele Schauer unterwegs waren.

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Von Sonntag bis Donnerstag der letzten Aprilwoche hielt das über 5 Tage lang an und jeden Tag war jemand anderes dran, manche sogar mehrmals. Hier sind alle Schneehöhen von dieser Woche – einfach Tag für Tag durchklicken und zum Ablesen in die Länder. So wirklich außergewöhnlich ist Schneefall im April nicht. Man erwartet ihn vielleicht eher Anfang April als gegen Ende, wenn der Mai vor der Tür steht, und sich alle aufs erste Mal 30 Grad freuen… Beispielsweise kann Neuhaus am Rennweg in Thüringen im Klima-Durchschnitt in einem April 7 Tage mit Schneedecke >1 cm nachweisen. Im April 2016 waren es genau 7 Tage. Das Staunen von Menschen im hohen Norden kann man dagegen nachvollziehen: Im Schnitt kann Neumünster genau Null komma Eins Schneetage für April vorweisen, und dann bekommt der Nachbarort Bordesholm am 26. April gleich mal sieben Zentimeter. Wer sich gerne an dieses Wintermezzo erinnern möchte, darf nochmal unsere Liveticker dazu durchstöbern – Schneebilder gibts dort genug.

Fassen wir zusammen: Durch die warmen Tage zu Beginn, die durchschnittlichen Tage und Wochen danach sowie die kalten Tage am Ende des Monats kommt der April 2016 auf eine durchschnittliche Durchschnittstemperatur. Ich tu mich schwer, den Begriff „normal“ zu verwenden. Es war kein normaler April, es war ein durchschnittlicher April. Denn Durchschnitte entstehen nun mal aus Extremen. Wenn dein Kollege 4 Äpfel isst, deine Kollegin 2 Äpfel und du gar keinen, sind dann 2 Äpfel pro Person „normal“?

Für den Vergleich der Durchschnittstemperatur (Achtung, hat nix mit Höchst- und Tiefstwert zu tun, wird hier erklärt) nehmen wir den 30-jährigen Zeitraum von 1981 bis 2010. So gesehen war der April 2016 gerne mal ein halbes Grad kälter als im Schnitt.

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Auffällig sind vor allem die Niederschlagsmengen für April. Da Regen ja generell eher von Westen her kommt, ist klar, dass es dort auch mehr regnet, weil oft nur noch wenig davon im Osten ankommt. Nicht umsonst ist Brandenburg generell das trockenste Bundesland. Im April diesen Jahres sind vor allem im Südwesten, am Alpenrand und an den Küsten Deutschlands größere Mengen gefallen. Besonders hervor stehen die 125 Liter in Lahr am Oberrhein, wovon alleine 38 Liter am 30. April bzw. in der Nacht zum 1. Mai zustande kamen (der April dauert bei diesen Betrachtungen bis zum 1. Mai um 8 Uhr – und fing auch erst am 1. April um 8 Uhr an). Mehr als doppelt so viel, was durchschnittlich im April dort zustande kommt.

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Deutlicher erkennbar, dass es vor allem in der Mitte und im Osten recht trocken war im April, wird es auf unserer radargestützten Niederschlagssummenkarte:

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Diese Karte zeigt manchmal witzige Muster und ließ beispielsweise auch im Schallplattenmuster erkennen, wo sich das Tief befindet, um welches die Niederschläge herum gelenkt werden.


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5 Kommentare

  1. Hendrik, Halle/Saale 3. Mai 2016
    • Wettervorhersage 3. Mai 2016
  2. Ralf 3. Mai 2016
  3. Benjamin 3. Mai 2016
    • Wettervorhersage 3. Mai 2016

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