Polare Kaltluft auf dem Weg nach Deutschland — es ist nochmal Schnee möglich

Ende April, eigentlich ist der Frühling im vollen Gange, die Tage sind schon wieder rund 14 Stunden lang, die Natur erwacht mehr und mehr….

Dennoch reicht es Ende April bei passender Luftströmung doch noch für kalte Temperaturen und auch Schnee ist eigentlich keine Seltenheit, vor allem in den Bergen noch.

Doch wie kommt es, dass es nun ab dem Wochenende nochmal richtig kalt wird?

Wenn Hoch- und Tiefdruckgebiete günstig liegen und wir auch die Höhenströmung zu dieser Jahreszeit aus Nordwesten oder Norden bekommen, so können kleine Tiefs mit sehr kalter Luft in der Höhe von der Polarregion nach Mitteleuropa ziehen. Das zeigt zum Beispiel die Karte mit dem Höhenwind in etwa 9000 m Höhe. Vom Nordmeer und Nordpol kommt die Strömung mit 150 bis über 200 km/h in der Höhe zu uns:

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Wenn nun noch ein Tiefdruckgebiet mit im Spiel ist, so zieht dieses, angereichert mit Kaltluft, genau nach Mitteleuropa und bringt dort dann das Wetter durcheinander mit typischem Aprilwetter, Schnee- und Graupelschauern. Und genau das passiert in den kommenden 5 bis 7 Tagen, wie auch die Bodendruckkarte für den kommenden Dienstag zeigt:

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Zudem ist dieses kleine Tief mit sehr kalter Luft in der Höhe angereichert. Als ob ein Tief aber nicht genug wäre, nein, gegen Mittwoch folgt direkt ein weiteres mit ebenfalls sehr kalter Luft. Man kann in der Animation erkennen, dass es vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands auf rund 5.500 m Höhe über unseren Köpfen auf teilweise unter -35 Grad geht:

 

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Was hat das nun für unser Wetter zur Folge?

Nun, es wird spürbar frischer. Besonders aber auf den Bergen, doch auch am Boden wird man die Kaltluft in der Höhe merken. Bleiben wir aber zunächst mal in den oberen Luftschichten und schauen uns mal die Temperaturen für die kommenden Tage in rund 1.500 m Höhe am Beispiel Hannover an:

hannover2

 

Hier werden am Montagmorgen um die -7 Grad gerechnet auf 1.500 m Höhe. Wenn man bedenkt, dass der Brocken im Harz rund 1150 m hoch ist, kann man sich schon vorstellen, was da Montagmorgen zu erwarten ist…. Winterwetter, wie auch auf vielen anderen Bergen in Deutschland.

Und auch in den tieferen Lagen wird es recht frisch. Erneut hier am Beispiel Hannover mit der Temperatur, die für diese Stadt erwartet wird. Man kann auch in den XL-Vorhersagen jeden anderen Ort eingeben:

hannover

 

Man kann am Sonntag froh sein nach allen Modellen, wenn man mal die 8 Grad über die Mittagszeit erreicht oder knapp überschreitet.

Naja, schön und gut, aber bei 8 Grad gibts doch kein Schnee….

Doch! Und genau DAS ist zu dieser Jahreszeit möglich, wenn eisige Luft in der Höhe mit im Spiel ist. 

Die Sonne hat nun Ende April schon viel Kraft und erwärmt die bodennahen Luftschichten sehr rasch. Dadurch, dass die wärmere Luft schnell aufsteigt und diese Luftmasse generell sehr labil ist, bilden sich zahlreiche dicke Quellwolken und auch Schauer sowie einzelne Gewitter. Da die Frostgrenze zu Beginn der Woche bei rund 600 bis 900 m liegt, so werden die Schneeschauer und Graupelschauer auch in die unteren Luftschichten eindringen und diese rasch abkühlen.

In den kräftigen Schauern sinkt dann die Temperatur selbst im Flachland rasch auf nur 2 oder 3 Grad ab und es schneit und graupelt dann auch in den tiefsten Lagen Nord- und Westdeutschlands. In den Mittelgebirgen kann sich zwischen 600 und 800 m auch eine Schneedecke bilden, wenn auch diese nach dem Schauer zu tauen beginnt. Auch in den tieferen Lagen ist es nicht auszuschließen, dass in den Abendstunden oder in der Nacht mal ein Schneeschauer mal kurz eine weiße Landschaft zaubert.

Man sollte also drauf vorbereitet sein, dass der Winter nochmal den Rundumschlag versucht. Zeigt auch die Karte mit den möglichen Schneehöhen für Mittwochmorgen:

schneeMI

 

Wir werden hier weiter auf dem Laufenden halten, was das kalte Intermezzo in der neuen Woche angeht.

 


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