Nacht zu Montag und Montag früh im Norden/Osten Glatteisregen und Schnee

Die Milderung schreitet weiter voran und hatte den Westen und Süden schon am Samstag erreicht. Wir sehen aber an den Höchstwerten auch dort noch Unterschiede. Das komplizierte an der Sache ist, dass die milde Luft nicht einfach mit einer raschen Winddrehung und einer schnell durchziehenden Front reinkommt, sondern zunächst in der Höhe mildere Luft reinsuppt, die sich zögerlich, auch abhängig von Durchmischung der Luftmasse bis zum Boden, Sonne oder Niederschlag in tiefen Lagen durchsetzt. Das ist eben eine zähe Angelegenheit und braucht mehrere Anläufe von Tiefausläufern.

Während am Sonntagmorgen ein weiterer Ausläufer unter langsamer Auflösung nach Nordosten zieht (wir sehen hier im Radarbild von 7 Uhr noch Echos von etwas Schnee und gefrierendem Regen) kommt mittlerweile Ausläufer Nummer 5 abends im Westen an. Dieser wird nun bis nach Nordosten durchschwenken und auch Niederschläge in den seit rund einer Woche gefrosteten Norden, Osten und Nordosten bringen.

Spannend oder besser gesagt brisant bezüglich Glatteis und Schnee wird es dann, wenn der Niederschlag in der Nacht zum Montag und Montag früh auf die frostigen Gebiete im Norden und Osten trifft. Hier sind die Böden tief gefroren und es kann sich teils starkes Glatteis einstellen! Aber auch Schneefall ist vor allem in Schleswig-Holstein und Richtung Vorpommern möglich. Aber alles der Reihe nach.

Die ganze Entwicklung bietet natürlich wie immer auch einige Unsicherheiten, wir sinds gewohnt beim Wetter ;-). Dazu schauen wir uns zunächst die Temperaturentwicklung in der Nacht zum Montag an und schauen, wo es noch frostig sein soll. Unten ist ein Vergleich der Temperaturen aus drei Wettermodellen: Erste Grafik Vergleich um 00 Uhr, zweiter Vergleich um 04 Uhr. Im Großen und Ganzen sehen wir die Frostgrenze vom nordöstlichen Niedersachsen bis nach Sachsen, wie sie sich zögerlich bis 04 Uhr ein wenig nach Nordosten schiebt. Zu beachten ist, dass es trotz leichter Plusgrade besonders in Niedersachsen auf den tief gefrorenen Böden ebenfalls anfangs Glatteis geben kann!

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In den folgenden Karten unten sehen wir das signifikante Wetter. Es zeigt grün=Regen, blau=Schnee, rot=Glatteis und noch einiges mehr, was Sie der Legende entnehmen können. Der Regen aus dem Westen wird dann nachts in die frostigen Gebiete schwenken und hier dann auf den gefrorenen Böden zu Glatteis gefrieren. Die Grafiken unten zeigen erneut ein Modellvergleich für jeweils 04 Uhr und 07 Uhr. Es beginnt irgendwo von Niedersachsen/Bremen und Sachsen-Anhalt/Thüringen fortschreitend über Hamburg und Schleswig-Holstein bis nach Mecklenburg-Vorpommern. Dabei geht die Tendenz dahin, dass der Niederschlag doch wieder mehr in Schnee über gehen kann, je weiter er nach Norden und Nordosten vorankommt. Zu dieser Problematik unten mehr.
Unsicherheiten in den Modellen gibt es bezüglich der Ausdehnung Richtung Sachsen, Brandenburg und Berlin. Hier wird tendenziell weniger Niederschlag berechnet, aber ein bisschen Regen reicht natürlich aus für Glatteis. Also auch hier Obacht!

Wie immer gilt: Die neusten Berechnungen vergleichen und schauen, wie sich diese entwickeln. Mehrmals täglich neue Karten dazu unter folgenden Links:

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Zusätzlich sind natürlich folgende Links hilfreich:

Glatteisregen – Eisregen

Fällt der Regen auf die gefrorenen Böden (wir hatten jetzt rund eine Woche Dauerfrost im Norden und Osten), dann droht starkes Glatteis! Es muss also in den oben genannten Gebieten schon ab der Nacht und Montag früh mit Behinderungen im Straßenverkehr gerechnet werden. Regnet es mal stärker bei Luftfrost, dann können auch Gegenstände und die Vegetation vereisen.

Wichtig: Selbst wenn das Thermometer schon Plusgrade zeigt, können die Böden noch gefroren sein und es wird trotzdem glatt!

Die Problematik ob es Schnee oder Eisregen wird, zeigt sich bei einem Blick in die Höhe. In etwa 1300 Meter ist es bereits wieder frostig im Norden (wie ja auch am Boden noch) und die Zunge mit >0 Grad reicht etwa bis zur Altmark und ins nördliche Brandenburg.  Allerdings zeigt die Karte rechts eine Warmluftzunge mit Plusgraden in etwa 600 Meter Höhe, die bis auf die Nordsee und nach Dänemark reicht. Diese Schicht ist also vergleichsweise dünn. Bei stärkeren Niederschlägen, kann diese abgebaut werden, sodass wieder Schnee fällt, statt Regen. Also recht komplex alles.

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Das Ganze sieht im Querschnitt dann so aus: Die Grafik ist schon etwas älter, ich habe sie nicht für diesen Beitrag gebastelt. Deswegen gucken wir bezüglich der aktuellen Lage mal nicht so genau auf die Höhenangaben rechts. Die Warmluftzunge kann sich natürlich in unterschiedlicher Höhe reinschieben. Im aktuellen Fall liegt sie tiefer (siehe oben). Jedenfalls sollte damit klar werden, wie gefrierender Regen entsteht. Wer interessiert ist, kann das auch in diesem Beitrag genauer nachlesen.

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