Nach den Unwettern: Lage an den Flüssen und Stauseen

Die bange Frage, ob in nächster Zeit weitere Starkregenfälle zu erwarten sind, beschäftigt viele Betroffene in den Hochwasserregionen. Aber auch in den anderen Gebieten stellt sich die Frage, ob das bisher herrschende Niedrigwasser nun Geschichte ist oder ob sich schnell wieder sehr niedrige Wasserstände einstellen können.  Wie sieht es an den größeren Flüssen und an den Stauseen aus?

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Die Niederschlagsummen der vergangenen 30 Tage: Deutlich sticht der Bereich Berlin bis Mecklenburg heraus, wo mehrfach kräftige Gewitter große Niederschlagsmengen brachten und immer wieder Bilder mit überschwemmten Straßen in Berlin durch die Medien gingen. Auch die aktuell betroffene Region im südlichen Niedersachsen ist deutlich zu erkennen.

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Schaut man sich aber die bisherigen Regensummen seit Jahresbeginn an, ragt hier vor allem der Alpenrand heraus, die Unwettergebiete aus diesem Sommer sind nicht mehr so deutlich zu erkennen. Im Südwesten gibt es Regionen, in denen bisher weniger als 200 Liter pro Quadratmeter gefallen sind. In Worms sind es bisher gerade mal 200 Liter, im langjährigen Mittel der Jahre 1981 bis 2010 fallen aber bis Ende Juli 338 Liter pro Quadratmeter. Damit sind bisher nicht einmal zwei Drittel der üblichen Menge gefallen und das Regendefizit bleibt bestehen.

Wie sieht es nun an den deutschen Flüssen und Stauseen aus? Das aktuelle Hochwasser in Niedersachsen betrifft vor allem kleinere Flüsse sowie Leine und Innerste, an denen es größere Überschwemmungen gab und derzeit noch gibt. Die großen Flüsse wie Oder, Elbe, Rhein und Donau führen derzeit kein Hochwasser.

Einige Eindrücke aus der Stadt Goslar während und nach den Überflutungen, aufgenommen von Dominik Lüdtke, hier entstanden große Schäden und es sind enorme Geldmittel nötig, um diese zu beseitigen:

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Zurück bleibt der große Dreck und Schlamm, während andere Städte weiter flussabwärts noch längst nicht alles überstanden haben. Nach solchen Unwettern fließt das Wasser in den meisten Flüssen aber schnell wieder ab. Anders sieht es im Norddeutschen Flachland aus, wo die Flüsse langsamer fließen und der Scheitel des Hochwasser länger braucht, bis er an den jeweiligen Flussmündungen angekommen ist. Immerhin verteilt sich das Hochwasser hier mehr. Das Hochwasser wird sich aber noch einige Tage auswirken. Wie stark die Anstiege der Flüsse waren, zeigen die Zahlen: Die Leine in Hannover-Herrenhausen wiese am Montag noch einen Pegelstand von 1,20 Meter auf, am Freitagmittag waren es 5,69 Meter. Der bisherige Rekord wurde allerdings am 10. Februar 1946 mit 6,44 Meter erreicht. In Celle fehlen an der Aller noch fast 2 Meter bis zum bisherigen Rekord. Die Weser stieg zwar in vielen Abschnitten seit Dienstag um 3 bis 4 Meter an, von einem großen Hochwasser sind die Pegelstände aber weit entfernt.

Der Rhein ist in weiten Abschnitten um 1 bis 1,5 Meter angestiegen. Damit ist das bisherige Niedrigwasser zwar Geschichte, aber der Abstieg ist nur von kurzer Dauer und bereits im Laufe des Wochenendes fallen die Pegelstände wieder. Die Pegelstände der Elbe haben auf die Regenfälle der vergangenen Tage kaum reagiert, weil im unmittelbaren Einzugsgebiet in Sachsen und Tschechien nicht so hohe Regenmengen registriert wurden. Ähnlich sieht es an der Oder aus. Die Donau verzeichnete zwar einen Anstieg von zum Teil mehr als 2 Meter, der aber kein größeres Hochwasser bedeutet.

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Die erwarteten Regensummen bis zum Mittwochmorgen in der nächsten Woche aus dem HD-Modell zeigen kein neues, flächendeckendes Regenereignis. Auftretende Niederschläge treten vor allem in Form von Schauern oder Gewittern auf. Damit dürften die Pegelstände der meisten Gewässer in nächster Zeit wieder fallen. In den vom aktuellen Hochwasser betroffenen Regionen kann man größtenteils wieder aufatmen. Im Bereich von Gewittern sind allerdings lokal eng begrenzt erneute Starkregenfälle mit Überflutungen an Bächen und kleinen Flüssen nicht ausgeschlossen.

Auch die meisten Stauseen in Deutschland haben auf den Wassernachschub reagiert. Der Edersee in Nordhessen ist innerhalb von wenigen Tagen um mehr als einen Meter angestiegen, der Wasserstand liegt aber weiterhin mehr als 20 Meter unter Vollstau und auch weit unter dem Mittelwert für Ende Juli. Auch die Stauseen in NRW weisen einen leicht höheren Füllstand auf als noch zu Beginn der Woche. Im Harz sind die Talsperren nach dem Dauerregen zwar wieder mehr gefüllt, in den meisten Stauseen ist aber noch viel Luft nach oben. Die Innerste ist mit einem Füllstand von 91 Prozent reichlich voll, ebenso einzelne andere Talsperren.

Fazit: Nahezu landesweit gab es einen mehr oder weniger starken Anstieg der Fluss- und Stauseepegel. Regional war dieser bedrohlich, an der Gesamtsituation haben die Regenfälle nur wenig geändert und nach Abfließen des Wassers kann sich erneut Niedrigwasser einstellen. Bei längerer Trockenheit wie im August vergangenen Jahres sind durchaus sehr niedrige Wasserstände im Herbst möglich.


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Ein Kommentar

  1. heinz 29. Juli 2017

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