Mittwoch im Westen und Süden teils kräftige Gewitter

Erste Gewitter hat es bereits ganz im Südwesten Richtung Schweiz sowie an den Alpen und besonders in Frankreich gegeben. Die feuchtere Gewitterluft breitet sich nun am Mittwoch weiter nach Norden und Osten aus und gewinnt besonders über dem Westen von Deutschland von Frankreich her an Raum.

Die Situation am Mittwoch sehen wir gut an zwei Karten aus dem Super HD Modell für 14 Uhr: Links ist der Parameter CAPE, welcher die labile und feuchtere Luft anzeigt, die aus Südwesten heranströmt. Damit nimmt auch das Atmosphärisches Niederschlagswasser  (rechte Karte) deutlich zu. Es zeigt die vorhandene Menge an flüssigem Wasser in der Atmosphäre. Ganz einfach: Ohne viel Feuchte keine Quellwolken, keine Gewitter. Die Werte steigen hier im Westen und Süden auf teilweise deutlich über 30 mm an, was insgesamt auf ein erhöhtes Unwetterpotenzial durch Starkregen hindeutet. Die Karten allein zeigen aber nicht an, dass es dort auch sicher Gewitter gibt, nur wo das Potenzial erhöht ist. Jedenfalls sehen wir auch, dass große Gebiete im Norden und Osten viel zu trocken bleiben, hier ist an Gewitter nicht zu denken.

Erwähnenswert ist auch noch, dass das Rapid HD Modell aktuell in seinen Berechnungen die labile Luft nicht so weit nach NRW einfließen lassen will, wie das Super HD Modell. Man kann hier die Karten für CAPE vergleichen. Die jeweils aktuell berechneten Karten des Super HD unter den folgenden Links (genaue Erklärung dort unter dem blauen Infodingen):

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Modellvergleich berechnete Niederschlagssumme 6stündig bis Mittwoch 20 Uhr

Logischerweise ist der Vergleich unten nur für einen sechstündigen Zeitraum von 14 bis 20 Uhr am Mittwoch, aber dieser Zeitraum bildet meist die primetime der Gewitter ab. So sehen wir den Vergleich mit dem Super HD Modell (SHD), French HD Modell (FHD), Rapid HD Modell (RHD) und dem GB HD Modell. Ich brauche jetzt hoffentlich nicht mehr erwähnen, dass Gewitter nicht ortsgenau vorhergesagt werden können, wir können lediglich mit diesem Vergleich die Schwerpunkte etwas genauer herauskristallisieren. So berechnen zum Beispiel alle Modelle recht einheitlich in Rheinland-Pfalz und dem Saarland erhöhte Niederschlagsaktivität, in NRW sieht das dagegen schon anders aus (unsicher hier!). Sie können einfach selbst vergleichen. Das GB HD Modell ist übrigens bekannt für seine zurückhaltende Berechnung, man muss die einzelnen Niederschlagssignale hier etwas flächiger auslegen 😉

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Prognose mit signifikantem Wetter

Wie die Modelle im einzelnen den Ablauf berechnen, kann man einfach am signifikanten Wetter sehen, wo rosa Gewitter dargestellt werden. Die stündlichen Vorhergsagekarten werden mehrmals täglich neu berechnet:

Gefahr geht besonders von Starkregen aus

Die Karte unten zeigt den Höhenwind in 700 hPa, etwa 3100 Meter Höhe. Wir sehen im Westen und weiter bis in den Süden nur maximale Mittelwinde um 20 km/h, was für sehr langsam ziehende Gewitterzellen spricht. Auch können diese bei derart schwachem Höhenwind ortsfest bleiben, bziehungsweise sich vor Ort neu generieren. Wie so etwas funktioniert, habe ich in diesem Video mal erklärt. Halten wir also fest, dass es aufgrund der geringen Verlagerungsgeschwindigkeit in erster Linie zu Starkregen kommen kann. 30 bis 50 mm sind punktuell in länger anhaltenden Gewitterzellen schon denkbar. Heftige Gewitterböen rücken etwas in den Hintergrund, sind aber nie völlig auszuschließen. Hagel wird ebenfalls ein Thema, sollte aber nur örtlich auch Korngrößen von etwa 2-3 cm erreichen. Eher werden große Ansammlungen von kleinerem Hagel erwähnenswert.

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Gewitter und Unwetter können am Mittwoch mit folgenden Tools perfekt verfolgt werden, auch als App Pflotsh Storm.


 

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