Meteorologischer Frühlingsrückblick 2015

Am heutigen 31.05. endet der meteorologische Frühling. Was hatte er zu bieten? Und wie empfanden Sie den Frühling (01. März bis 31. Mai)? Freue mich über jeden Kommentar.

Das  Temperaturmittel für unsere drei Frühlingsmonate beträgt im 30-jährigen Klimamittel (1981-2010) 8,5°C. Dieses Jahr haben wir rund 8,3°C. Dieser Wert berechnet sich aus den Monatsmitteln (März April Mai), die wiederum aus den Tagesmitteln, und dies sind alle stündlichen Werte (24 an der Zahl) eines Tages. Achso, und über Deutschland in der Fläche gemittelt. Wenn nicht verstanden, bitte nachfragen…… 😉 Jedenfalls sind 8,3°C in Deutschland die Mitteltemperatur für den Frühling 2015.

Temperaturmäßig liegen wir also voll im Soll. Das hängt sicher auch damit
zusammen, dass wir bspw. keinen extremen Wintereinbruch im März hatten oder
erste Hitzetage im Mai, die wir in den vergangenen Jahren oft verzeichneten.

Die Niederschlagssumme im deutschen Flächenmittel beträgt im Mittel 186,6 l/qm (ebenfalls 1981-2010).
Nachdem der März „normal feucht“ ausfiel, dachte man am Ende des zu trockenen
April, „naja, wird sich im Mai schon irgendwie ausgleichen“. Weit gefehlt.
Der von den trockenen Böden ersehnte Regen machte wieder mal oft nur an den Alpen
halt. Hier war aber der April auch schon ganz ok.
Der Norden war im März recht nass, im April viel zu trocken, im Mai ganz ok –
macht also im Schnitt? – durchschnittlich.

Frühling 2015: 143,6 mm (Stand 26.5.). Seitdem kam zwar noch etwas Regen hinzu, aber
mehr als 155 mm sind es ganz sicher nicht , womit der Frühling insgesamt deutlich zu trocken ausfällt. Betrachten wir das Ganze mal etwas differenzierter:
Im Süden zwischen Donau und Alpen hat es deutlich mehr geregnet als im Durchschnitt, jeder der hier wohnt wird mir beipflichten. In den nördlichen Teilen Niedersachsens und Mecklenburg-Vorpommerns sowie in Schleswig Holstein hat es ungefähr so viel geregnet wie im Schnitt, oft auch
leicht darunter. In den meisten Teilen Deutschlands, besonders in der Mitte zwischen Bremen
und Stuttgart sowie zwischen Ruhrgebiet und Lausitz hat es im Frühjahr 2015 deutlich zu wenig geregnet, nicht nur statistisch gesehen. Flüsse wie Mosel, Saar, Weser, Elbe führen für die Jahreszeit
zu niedrige Wasserstände, Bauern beklagen die Trockenheit auf ihren Feldern. Besonders betroffen ist Hessen, hier gab es nicht mal ein Drittel des so dringend benötigten Lenz-Regens, den man im 30-jährigen-Mittel von 1981 bis 2010 verbuchen konnte. Doch auch ringsherum in Thüringen, Franken, Baden, Rheinland-Pfalz und NRW vermissen wir 50% des Regens, den wir im
Schnitt haben. Eine Verbesserung der trockenen Situation deutet sich nicht an, wie wir hier im Blog auch bereits schrieben.

Zur Sonnenscheindauer: Wurden wir im März und April noch von der Sonne verwöhnt (teilweise genossen wir 150% der mittleren Sonnenscheindauer), so war der Mai deutlich zu
„dunkel“ – sonnenscheinarm. Der Sonnen-„Überschuss“ von März und April hat sich
daher durch den dunkleren Mai reduziert und ergibt im Frühlings-Mittel 2015 nun
etwas über 100% – also im Schnitt völlig okay. In absoluter Zahl sind es rund 500 Sonnenstunden, die wir im Frühjahr gesammelt haben. Anfang März schafft die Sonne aufgrund ihren verschiedenen Höchstständen über dem Horizont (wegen der Schiefstellung der Erdachse) maximal 11 Stunden täglich, Ende Mai bereits 15,5 Stunden (der 20. Juni ist mit maximal knapp 16 Sonnenstunden übrigens der längste Tag des Jahres – Sommersonnenwende).

Kleines Rechenspiel zum Schluss: Gehen wir von 14,5 maximal astronomisch möglichen Sonnenstunden im MAI aus, hätten wir an 31 wolkenlosen Tagen im Mai 450 Stunden Sonne gehabt. Dies nur als kleiner Vergleich zu den rund 500 Stunden in allen DREI Monaten März – April – Mai 2015.

2 Kommentare

  1. asinz 31. Mai 2015
    • Marcus 31. Mai 2015

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