Markante Superzelle in Norddeutschland vom Super HD Modell erfasst

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Holste, nördl. LK Osterholz, (c) Micha M.

Am 28. August kam es nach einer für Ende August ungewöhnlichen Hitzewelle zu einer Schwergewitterlage in Norddeutschland. Dabei bildete sich gegen 14 Uhr eine besonders langlebige und intensive Gewitterzelle im Bereich des Landkreises Wesermarsch. Sie entwickelte sich zu einer Superzelle (Was ist genau eine Superzelle?) und zog ostwärts über Hamburg hinweg bis nach Mecklenburg-Vorpommern. Etwa bei Parchim schwächte sich die extreme Gewitterzelle dann ab und hatte bis dahin eine Strecke von rund 235 Kilometer zurückgelegt.

Die Begleiterscheinungen des Gewitters waren, wie es bei Superzellen üblich ist sehr heftig. Neben großem Hagel kam es zu extremem Starkregen und schweren Sturmböen bis über 90 km/h.

In der Hagelanalyse ist die Spur des Unwetters gut zu erkennen. Teilweise wurde Hagel mit Korngrößen über 4 cm registriert.

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Neustadt Glewe südlich von Schwerin, (c) Maik M.

Die Bedingungen für schwere und langlebige Gewitter waren in Norddeutschland günstig, wie schon am Samstag (27.08.) unser hauseigenes Super HD Modell eindrucksvoll zeigte. Dieses Wettermodell ist so hoch aufgelöst (1×1 km Gitter), dass es sogar einzelne Gewitterzellen berechnen kann. Im hier aufgeführten Fall vom 28. August, erfasste das Wettermodell das extreme, langlebige und rotierende Gewitter sehr exakt. Neben hoher Labilität und hohem Flüssigwassergehalt der Luftmasse, war auch die Windscherung ausreichend um rotierende Gewitter entstehen zu lassen.

Zunächst noch ein kurzer Einschub zu unserem Super HD Wettermodell: Die einzelnen Modellläufe (SuperHD) geben Hinweise auf die regionale Verteilung der zu erwartenden Gewitter. Nur besonders hoch aufgelöste Modelle (SuperHD) sind in der Lage, einzelne („diskrete“) Gewitterzellen in ihrer Struktur zu simulieren, natürlich ohne dass deren Eintreffen ortsgenau oder minutengenau machbar wäre. Dafür spielen neben modellspezifischen Tücken noch andere Faktoren mit hinein, z. B. die korrekte Erfassung des Anfangszustands. Die morgendliche Gewitteraktivität im Nordseeraum sowie Reste kühlerer Luft der abendlichen Gewitter in NRW waren entscheidend für die Frage, wann es wo wieder losgeht am Sonntag, 28. August.

Vergleichen wir im Folgenden die Radarreflektivität des HD Radars und die Berechnung des Super HD Modells. Sie sehen zunächst oben ein Bild des HD Radars von 15:35 Uhr, unten die berechnete Radarreflektivität des Modells. Recht eindrucksvoll zeigt sich, dass die Gewitterzelle nahezu ortsgenau erfasst wurde. Die Modellberechnung nahm die Zelle zwar gegen etwa 17 Uhr an, also rund eine Stunde später, trotzdem ist es eine herausragende Leistung. Sie müssen bedenken, dass praktisch kein Modell bisher einzelne Gewitter ortsgenau berechnen kann. Siehe auch oben „kurzer Einschub zu unserem Super HD Wettermodell“.

Zur besseren Ansicht können Sie die Bilder anklicken.

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Neustadt Glewe südlich von Schwerin, (c) Maik M.

Nun wurde die Gewitterzelle was Ort und Zeit betrifft erstaunlich gut erfasst, aber wie es mit der Rotation aus? Das Super HD Modell erfasste auch diese sehr gut, wie folgende Dokumentation eindrucksvoll zeigt. Es wurde also im Modell auch angenommen, dass es sich um eine Superzelle handelt, die beständig rotiert. Die folgende Karte ist die Berechnung für den gleichen Zeitpunkt wie bereits oben im Vergleich der Radarreflektivität, 17 Uhr. In der folgenden Karte sehen Sie den Parameter Updraft Helicity.

Kurz zur Bedeutung: die Aufwindhelizität kennzeichnet bereits „real“ im Modell existierende rotierende Aufwinde. Es ist also bei derartig hohen Werten, wie sie unten in der Grafik auftauchen, ein eindeutiges Zeichen für eine starke Superzelle. Vergleichen wir die Berechnung mit der Realität um 15:55 Uhr im Stormtracking, zeigt sich eine fast exakte Übereinstimmung. Die Rotation im Stormtracking liegt fast genau dort, wo sie auch berechnet wurde, nämlich südwestlich von Neu-Wulmsdorf.

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Ob die rotierende Gewitterzelle auch einen Tornado produziert hat, ist bisher nicht bekannt. Jedenfalls wurde gegen 16:30 Uhr bei Hamburg-Harburg eine Trichterwolke und Rotation beobachtet, wie folgendes Bild von Dome Schoe zeigt.

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Danke an unseren Modellentwickler Janek Zimmer für weiteren Input zu diesem Beitrag!


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Ein Kommentar

  1. KLAUS 30. August 2016

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