MARIA kann katastrophaler Hurrikan werden

Die Hurrikansaison 2017 ist weiterhin sehr aktiv. Aktuell toben auf dem Atlantik mit JOSE und MARIA gleich zwei Hurrikane, die für Land gefährlich sind. Während der Hurrikan JOSE die Küste im Nordosten der USA mit meterhohen Wellen und starkem Wind nur streift, werden einige Inseln in der Karibik von dem Hurrikan MARIA voll getroffen. Und es kommt noch schlimmer: Denn MARIA verstärkt sich weiter und wird zu einem sehr gefährlichen und potenziell katastrophalen Hurrikan. Er wirkt sich dabei auch auf einigen Inseln aus, die erst zu Beginn des Monats von Hurrikan IRMA schwer getroffen wurden. Zunächst einige aktuelle Ausführungen vom Kollegen Fabian Ruhnau:

 

Das Satellitenbild Top Alarm zeigt hoch reichende Wolken im Bereich des Zentrums des Hurrikans. Ein klassisches Auge ist noch nicht zu sehen, aber es deutet sich langsam an.

MARIA kann sich erheblich verstärken

Der Hurrikan MARIA kann sich weiter deutlich verstärken, die Bedingungen dafür sind sehr günstig. Das Wasser weist Temperaturen bis nahe 30 Grad auf. Dazu kommt, dass nur schwacher Höhenwind weht. Hohe Windgeschwindigkeiten und vor allem große Windunterschiede zwischen der bodennahen Luft und dem Wind in größeren Höhen (Windscherung) bringen einen Sturm sozusagen in Schieflage und schwächen ihn ab oder lassen ihn gar nicht erst entstehen. In diesem Fall stört kein starker Höhenwind die Entwicklung des Hurrikans. Vieles spricht sogar für eine rasche Verstärkung und bevor MARIA Puerto Rico erreicht, kann er die zweithöchste Kategorie 4 auf der Hurrikanskala erreichen. Damit verbunden sind Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Hurrikan zeitweise sogar die höchste Kategorie 5 erreichen könnte.

Zugbahn von Hurrikan MARIA:

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Die weitere Zugbahn des Hurrikans ist noch etwas unsicher, wie die Ensemble-Vorhersagen aus dem globalen europäischen Modell zeigen. Dabei werden für dieses Modell die Anfangsbedingungen jeweils leicht verändert und dann die Zugbahn berechnet. Liegen die einzelnen Berechnungen eng beieinander, ist die Prognose recht sicher. Weichen sie deutlich voneinander ab, nimmt die Unsicherheit deutlich ab. Zunächst überquert er einige der Kleinen Antillen in der östlichen Karibik, besonders Martinique und Dominica dürften schwer getroffen werden. Danach trifft MARIA sehr wahrscheinlich Puerto Rico. Hier drohen neben heftigen Windböen bis weit über 200 km/h zusätzlich starke Regenfälle bis über 300 Liter pro Quadratmeter innerhalb eines Tages. Dadurch können Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst werden. Dass Teile der Dominikanischen Republik gestreift werden, zeigen auch noch viele Berechnungen. Danach soll der Sturm nach Nordwesten und Norden eindrehen. Nach dem derzeitigen Stand der Berechnungen bekommt Kuba nicht viel ab. Dennoch sollten alle, die nach Kuba reisen oder bereits dort sind, den Hurrikan genau verfolgen.

Hurrikan JOSE

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Das aktuelle Satellitenbild zeigt den Hurrikan JOSE vor der Ostküste der USA. Er zeigt nicht mehr das klassische Aussehen eines Hurrikans mit Auge und geschlossenem Ring um das Auge herum. Der Einfluss von trockenerer Luft und ungünstiger Höhenwinde sowie kühleres Wasser schwächen den Hurrikan. Die mittleren Windgeschwindigkeiten reichen bis etwa 140 km/h mit noch stärkeren Böen.

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Deutlich unsicherer als beim Hurrikan MARIA sind die Prognosen für den Hurrikan JOSE, der schon seit einigen Tagen vor der Ostküste der USA liegt und nun langsam in Richtung Norden zieht. Er erreicht nur noch die Kategorie 1 auf der fünfteiligen Hurrikanskala. Die meisten Berechnungen lassen den Hurrikan weiter in Richtung Norden und später nach Osten ziehen. Nach einigen Berechnungen könnte er auch auf die Küste von Neuengland im Nordosten der USA treffen. Dies ist aber nur eine Möglichkeit von vielen.

Ungewöhnlich starke Hurrikansaison 2017

Die Hurrikansaison 2017 gehört bereits jetzt zu den schlimmsten der vergangenen Jahrzehnte. Um die Hurrikanaktivität einer Saison einordnen zu können gibt es das Maß ACE, das für Accumulated Cyclone Energy steht. Man nimmt für jeden Sturm alle 6 Stunden das Quadrat der maximalen mittleren Windgeschwindigkeit (Angabe in Knoten) und teilt es durch 10.000. Erreicht zum Beispiel ein Hurrikan Windgeschwindigkeiten bis 100 Knoten (ca. 185 km/h), dann rechnet man 100×100/10000 = 1. Die alle 6 Stunden berechneten Zahlen werden für die einzelnen Stürme und über die Saison hinweg aufsummiert. Damit weiß man nicht nur, wie viele Stürme es in einem Jahr gab, sondern auch ob diese stärker und langlebig waren. Im langjährigen Mittel liegt die ACE für die gesamte Saison zwischen 90 und 100. In diesem Jahr kommen allein die beiden Hurrikane IRMA und JOSE schon auf einen Wert über 100. Nur diese beiden Hurrikane übertreffen also eine durchschnittliche Hurrikansaison. Der vorläufige ACE-Wert nur für IRMA liegt bei 67,5, übertroffen nur von Hurrikan IVAN im Jahr 2004. Und die Hurrikansaison 2017 ist noch lang, offiziell dauert sie bis Ende November. Aktuell liegt die Saison 2017 auf dem Nordatlantik bei einem ACE-Wert von knapp 140, der ACE-Rekord aus dem Jahr 2005 liegt allerdings bei 248.


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8 Kommentare

  1. Hans 18. September 2017
  2. Christina 18. September 2017
    • Fabian 18. September 2017
      • Christina 18. September 2017
        • Fabian 18. September 2017
  3. Sabine Eichner 18. September 2017
    • Christina 18. September 2017
      • Sabine Eichner 22. September 2017

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