Katastrophale Regenflut in Louisiana, USA

Seit einigen Tagen regnet es schon vielerorts an der amerikanischen Golfküste. Im Fokus des Regens steht Louisiana, aber auch das südliche Mississippi ist betroffen. Am Freitag wurde der nationale Notstand in Louisiana ausgerufen. Teilweise stehen ganze Städte unter Wasser, Flüsse haben bereits oder sind dabei Rekordpegel zu erreichen, über 1000 Menschen wurden alleine in der Stadt Livingston aus Wohnsiedlungen gerettet, 2 Menschen sind bisher in den Regenmassen ums Leben gekommen. Mancherorts sind bereits über 400 l/qm Regen gefallen! Zur Einordnung: in Berlin fällt in einem ganzen Jahr rund 580 l/qm Regen.

Verursacher: Tropenähnliches Tief im Golf von Mexiko  

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Verantwortlich ist ein Tief im Golf von Mexiko. Es saugt jede Menge Feuchtigkeit aus den Tropen auf und pumpt sie geradewegs in Richtung Golfküste, wo sie sich ausregnet. Problem ist, dass sich das Tief kaum von der Stelle bewegt. Auf unseren Weltkugel-Satellitenbilder kann man das Tief verfolgen.

 

Die folgende Radar-Animation zeigt die Regensituation vom frühen Samstagmorgen (Ortszeit). Dort sieht man sehr gut, wie der ganze Regen nahezu ortsfest ist und sich gegen den Uhrzeigersinn (Drehsinn Tiefdruckgebiet) dreht.

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2-stündige Radaranimation Samstag früher Morgen (Ortszeit)

 

Bis Sonntagabend weitere 500 l/qm Regen möglich

Am heftigsten betroffen ist das südliche Louisiana, westlich von New Orleans.  In Baton Rouge sind in 48 Stunden 412 l/qm Regen gefallen (leider kann man die Zahlen etwas schlecht lesen: Freitagmorgen 112,3 l/qm, Samstagmorgen unglaubliche 299,5 l/qm). Am Flughafen Lafayette 333 l/qm, in Opelousas 325 l/qm, davon allerdings 314 l/qm in den letzten 24 Std bis Samstagmorgen! Da nicht überall eine Wetterstation steht, kann man davon ausgehen, dass stellenweise sogar noch mehr gefallen ist.

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24-stündige Regensummen bis Freitag 7 Uhr (Ortszeit)

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24-stündige Regensumme bis Samstag 7 Uhr (Ortszeit)

Am Samstagmorgen haben sich die kräftigsten Regenfälle nun erst einmal weiter nach Westen verlagert (siehe Radar-Animation oben), im Osten haben sie sich abgeschwächt. Wie gewöhnlich für solche tropenähnlichen Tiefs wird es sich im Laufe des Tages jedoch wieder reaktivieren und das bedeutet, dass sich auch der Regen weiter östlich (also in den Gebieten, die bisher den meisten Regen abbekommen haben) wieder verstärken wird.  Die folgende Karte zeigt die Regensummen, die bis Sonntagabend (Ortszeit) zu erwarten sind. Um Baton Rouge sind über 500 l/qm möglich! Wohl gemerkt sind es weitere 500 l/qm, also zusätzlich zu den 412 l/qm, die dort bereits gefallen sind! An die 1000 l/qm Regen innerhalb von 4 Tagen… So viel fällt in München in einem ganzen Jahr.

Somit ist klar, dass die bereits katastrophale Situation sich noch verschärfen wird. Die Menschen wurden aufgefordert (sofern es ihnen überhaupt noch möglich ist und sie nicht ohnehin schon vom Wasser eingeschlossen sind) ihr Haus zu verlassen, höher gelegene Orte aufzusuchen und sich bei Verwandten/Freunden einzuquartieren. Leider sieht man in den sozialen Medien und in den Nachrichten immer neue Bilder von Menschen in überfluteten Straßen. Nicht nur das Wasser alleine ist lebensgefährlich, da man nicht sieht, wie tief das Wasser wirklich ist und man auch die Wucht, die Wasser haben kann, unterschätzt. Es kommt noch dazu, dass sich im Wasser oftmals auch Schlangen und Alligatoren befinden können, die dort heimisch sind.

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Regensummen bis Sonntagabend

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