Hurrikansaison 2017 bricht Rekorde

Gleich zwei Hurrikane sind derzeit noch auf dem Nordatlantik unterwegs. Der Hurrikan MARIA streift die Ostküste der USA mit Regenfällen, Sturmböen und meterhohen Wellen an den Küsten, während der Hurrikan LEE mitten auf dem Atlantik derzeit kein Land bedroht. LEE weist derzeit Windgeschwindigkeiten bis etwa 150 km/h auf. Die vergangenen Wochen brachten diverse Hurrikane hervor und der September bricht inwzischen erste Rekorde. Insgesamt gab es in dieser Saison bisher 13 Stürme auf dem Nordatlantik.

Es folgt eine Übersicht mit allen bisherigen Tropischen Depressionen, Tropischen Stürmen und Hurrikanen der nordatlantischen Hurrikansaison 2017:

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(Alle Angaben ohne Gewähr; T.D. = Tropische Depression / hat keine Sturmstärke erreicht, T.S. = Tropischer Sturm; H= Hurrikan, Kategorie nach der Saffir-Simpson-Skala; maximaler Mittelwind in km/h; Druck = tiefster festgestellter Luftdruck im Zentrum in Hektopascal). Die beiden Stürme LEE und MARIA sind noch aktiv.

Um die Aktivität einer Hurrikansaison einschätzen zu können, reicht es aber nicht aus, einfach die Anzahl der Stürme zu betrachten. Bilden sich zahlreiche schwache Stürme, dann kann die Anzahl allzu leicht eine aktive Saison vortäuschen, die gar keine war. Wichtig sind auch die Stärke und Dauer der Stürme. Dafür gibt es das Maß ACE, das für Accumulated Cyclone Energy steht. Man nimmt für jeden Sturm alle 6 Stunden das Quadrat der maximalen mittleren Windgeschwindigkeit (Angabe in Knoten) und teilt es durch 10.000. Erreicht zum Beispiel ein Hurrikan Windgeschwindigkeiten bis 100 Knoten (ca. 185 km/h), dann rechnet man 100×100/10000 = 1. Die alle 6 Stunden berechneten Zahlen werden für die einzelnen Stürme und über die Saison hinweg aufsummiert. Damit weiß man nicht nur, wie viele Stürme es in einem Jahr gab, sondern auch ob diese stärker und langlebig waren. Im langjährigen Mittel liegt die ACE für die gesamte Saison zwischen 90 und 100.

Die Hurrikansaison 2017 gehört bereits jetzt zu den schlimmsten der vergangenen Jahrzehnte. In diesem Jahr kommen allein die beiden Hurrikane IRMA und JOSE schon auf einen Wert über 100. Nur diese beiden Hurrikane übertreffen also eine durchschnittliche Hurrikansaison. Der vorläufige ACE-Wert nur für IRMA liegt bei 67,5, übertroffen nur von Hurrikan IVAN im Jahr 2004. Und die Hurrikansaison 2017 ist noch lang, offiziell dauert sie bis Ende November. Aktuell liegt die Saison 2017 auf dem Nordatlantik bei einem ACE-Wert von gut 180 und nähert sich in den kommenden Tagen allmählich dem Wert 200. Werte über 200 wurden seit Beginn der Satellitenbeobachtungen Anfang der 1960er Jahre bisher nur vier Mal registriert, es waren die Jahre 1961, 1995, 2004 und 2005. Der ACE-Rekord aus dem Jahr 2005 liegt bei 248.

Allein im September liegt der ACE-Wert bisher bei mehr als 150 und übertrifft heute den bisherigen Monatsrekord aus dem September 2004 (damals 154,9). Dies war auch der höchste Monatswert in einem Seegebiet weltweit. Zudem verstärkten sich die bisher letzten 8 Stürme dieser Saison von Franklin bis Maria durchweg zu Hurrikanen. Auch dies ist ein Rekord seit Beginn der Satellitenbeobachtungen.

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Aktuell sind noch zwei Hurrikane auf dem Nordatlantik aktiv, wie das aktuelle Satellitenbild mit den Wolkentop-Temperaturen zeigt. Der Hurrikan MARIA hat sich vor der US-Ostküste deutlich abgeschwächt. Er zieht weiter nach Norden und trifft die Küste der USA nicht. Dennoch muss vor allem im Küstenbereich des Bundesstaates North Carolina mit Sturmböen, starken Regenfällen und meterhohen Wellen an den Stränden gerechnet werden.

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Die signifikante Wellenhöhe vor der US-Ostküste am Dienstagnachmittag aus dem globalen europäischen Modell. Außerdem hat sich am Wochenende mitten auf dem Atlantik sehr plötzlich der Sturm LEE zu einem Hurrikan verstärkt. Beide Hurrikane zusammen ziehen in den kommen Tagen in Richtung Nordosten und damit in Richtung Westeuropa.

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Ob und in welcher Stärke ein aus den beiden Hurrikanen hervorgehendes Sturmtief auch Westeuropa erreicht, ist derzeit noch offen. Die Karte aus dem globalen europäischen Modell für den 02. Oktober zeigt ein kräftiges Tief bei Irland. Andere Modelle rechnen ein schwächeres oder weiter auf dem Atlantik gelegenes Tief. Wie sich dieses bei uns auswirken könnte, ist noch völlig offen.


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2 Kommentare

  1. Gino 25. September 2017
  2. Ingo 25. September 2017

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