Hurrikane: Rekordsaison geht zu Ende

Heute endet offiziell die atlantische Hurrikansaison. 2017 geht als ein Jahr mit vielen extrem starken Hurrikan in die Wettergeschichte ein. Dabei kamen Hunderte Menschen ums Leben und es gab gewaltige Schäden. Betroffen waren vor allem die Karibik und die US-Golfküste. Insgesamt bildeten sich 17 Stürme, von denen sich 10 zu Hurrikanen verstärken, davon waren wiederum 6 Hurrikane stark und erreichten mindestens die Kategorie 3 auf der fünfteiligen Hurrikanskala. Im langjährigen Mittel sind es 11 Stürme, davon 6 Hurrikane und 2-3 starke Hurrikane. Als Rekordmonat stellte sich der September heraus – der aktivste Sturmmonat weltweit seit Aufzeichnungsbeginn.

Es folgt eine Übersicht mit allen Tropischen Depressionen, Tropischen Stürmen und Hurrikanen der nordatlantischen Hurrikansaison 2017 (Stand: 30.11.2017):

(Alle Angaben ohne Gewähr; T.D. = Tropische Depression / hat keine Sturmstärke erreicht, T.S. = Tropischer Sturm; H= Hurrikan, Kategorie nach der Saffir-Simpson-Skala; maximaler Mittelwind in km/h; Druck = tiefster festgestellter Luftdruck im Zentrum in Hektopascal).

Um die Aktivität einer Hurrikansaison einschätzen zu können, reicht es aber nicht aus, einfach die Anzahl der Stürme zu betrachten. Bilden sich zahlreiche schwache Stürme, dann kann die Anzahl allzu leicht eine aktive Saison vortäuschen, die gar keine war. Wichtig sind auch die Stärke und Dauer der Stürme. Dafür gibt es das Maß ACE, das für Accumulated Cyclone Energy steht. Man nimmt für jeden Sturm alle 6 Stunden das Quadrat der maximalen mittleren Windgeschwindigkeit (Angabe in Knoten) und teilt es durch 10.000. Erreicht zum Beispiel ein Hurrikan Windgeschwindigkeiten bis 100 Knoten (ca. 185 km/h), dann rechnet man 100×100/10000 = 1. Die alle 6 Stunden berechneten Zahlen werden für die einzelnen Stürme und über die Saison hinweg aufsummiert. Damit weiß man nicht nur, wie viele Stürme es in einem Jahr gab, sondern auch ob diese stärker und langlebig waren. Im langjährigen Mittel liegt die ACE für die gesamte Saison zwischen 90 und 100.

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Der extrem starke Hurrikan IRMA am Abend des 06. September, kurz bevor er auf die Virgin Islands traf. Sehen Sie bei uns die beeindruckendsten Satellitenbilder aus 2017.

Die Hurrikansaison 2017 gehört zu den schlimmsten der vergangenen Jahrzehnte. In diesem Jahr kommen allein die beiden Hurrikane IRMA und JOSE schon auf einen Wert über 100. Nur diese beiden Hurrikane übertreffen also eine durchschnittliche Hurrikansaison. Der vorläufige ACE-Wert nur für IRMA liegt bei 67,5, knapp übertroffen nur von Hurrikan IVAN im Jahr 2004. Insgesamt liegt die Saison 2017 auf dem Nordatlantik bei einem ACE-Wert von 226. Werte über 200 wurden seit Beginn der Satellitenbeobachtungen Anfang der 1960er Jahre bisher nur vier Mal registriert, es waren die Jahre 1961, 1995, 2004 und 2005. Der ACE-Rekord aus dem Jahr 2005 liegt bei 248, das Jahr 2017 liegt auf Platz 2.

Allein im September liegt der ACE-Wert bei 175 und übertrifft den bisherigen Monatsrekord aus dem September 2004 (damals 154,9). Dies war auch der höchste Monatswert in einem Seegebiet weltweit. Zudem verstärkten sich alle 10 Stürme von Franklin bis Ophelia durchweg zu Hurrikanen. Auch dies ist ein Rekord seit Beginn der Satellitenbeobachtungen. Ungewöhnlich war auch der Hurrikan OPHELIA, der sich im Oktober bei den Azoren und damit soweit nordöstlich wie kein anderer Hurrikan seit Aufzeichnungsbeginn bis zur Kategorie 3 verstärke und unter Umwandlung zu einem Orkantief auf Irland traf.


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2 Kommentare

  1. Friedel Steinmueller 30. November 2017
    • Thomas Sävert 1. Dezember 2017

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